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Analyse

Preise für Futtergerste sind kräftig gefallen

von , am
23.04.2015

Die Preise für Futtergerste sind in Deutschland seit letzter Woche kräftig gefallen

© Mühlhausen/landpixel
 
Die Preise für Futtergerste sind in Deutschland seit  der letzten Woche kräftig gefallen. Sowohl aus dem Norden (Exporthäfen) als auch aus dem Osten und Süden Deutschlands wurden niedrigere Preise gemeldet als in der vorigen Woche. Mit den sich stabilisierenden Weizenpreisen scheinen sich auch die Gerstenpreise auf dem ermäßigten Niveau zu behaupten. Der deutsche und europäische Export von Futtergerste hat Mitte April wieder kräftig angezogen. Damit wächst die insgesamt in Drittländer verkaufte Gerstenmenge der Europäer auf einen neuen Rekordstand.
 
Preise im Norden unter Druck
Am Mittwoch (22. April) handelte man Futtergerste am Exporthafen Hamburg mit 162 Euro/t. Das waren 4 Euro weniger am Mittwoch zuvor (166 Euro) und 7 Euro weniger vor 10 Tagen (169 Euro). Dabei kam der Preisdruck ganz offensichtlich von den zuletzt deutlich nach unten gerutschten Weizenpreisen. Im Vergleich zu dem Gerstenpreisen vor einem Jahr (183 Euro), sind die Preise für Futtergerste in Hamburg derzeit etwa 21 Euro niedriger.
 
Preise in Ostdeutschland ebenfalls rückläufig
In Ostdeutschland kamen die Preise für Futtergerste ebenfalls unter Druck. Am Dienstag (21.04) meldete man aus Sachsen für Futtergerste Preise von 143 Euro und damit 3 Euro niedrigere Notierungen (Vw: 146). Die Preismeldung aus Brandenburg war mit 145 Euro am Dienstag ebenfalls 3 Euro niedriger als vor einer Woche (148 Euro). Fob-Mittellandkanal wurden zum Beginn der Woche hingegen behauptete Gerstenpreise von 162 bis 165 Euro gemeldet (Vw: 162 bis 165). Auch in Thüringen (Erfurt) notierte man relativ stabile Gerstenpreise von 147 Euro (Vw. 147) und vom Großmarkt in Halle meldete man am Dienstag ebenfalls Preise von 147 Euro (Vw: 147 Euro/t).
 
Gerstenpreise in Süddeutschland unter Druck
Am Großmarkt in Mannheim notierte man für Futtergerste am Montag (21.04) dieser Woche noch Preise von 153 bis 155 Euro (Vw: 154 bis 156 Euro) und damit ebenfalls rückläufige Gerstenpreise. Ab Station handelte am die Futtergerste in Mannheim mit 149 Euro bis 152 Euro und damit ebenfalls schwächer (Vw: 150 bis 153 Euro). Vom südwestdeutschen Großmarkt in Stuttgart meldete man in der diese Woche ab Station ebenfalls Preise von 148 bis 152 Euro (Vw: 150 bis 153 Euro). Am Großmarkt in München wurde Futtergerste am heutigen Mittwoch (22.04.) mit 146 Euro notiert.
 
Europäischer Gerstenexport zieht wieder an
Bei Gerste haben die Exporte an den deutschen und europäischen Exporthäfen zuletzt wieder angezogen. In der letzten Woche verkauften die Europäer 358.000 t (Vw: 55.000 t) Gerste in Drittländer. Insgesamt wurden nach den Daten der EU-Kommission bis zum 14. April des laufenden Wirtschaftsjahres 2014/15 bereits 7,26 Mio. t (Lizenzen) Gerste in Drittländer verkauft. Das ist eine 42 Prozent bzw. 2,14 Mio. t größere Menge als im bisherigen Rekordjahr 2013/14 mit rund 5,12 Mio. t.
 
Deutschland hat 2,1 Mio. t exportiert
Der größte europäische Einzelexporteur des aktuellen Wirtschaftsjahres ist Deutschland, mit einer Ausfuhrmenge (Lizenzen) von 2,11 Mio. t. Die zweitgrößte Ausfuhrmenge kam mit 1,62 Mio. t Gerste aus Frankreich. Auf Position drei der wichtigsten europäischen Exporteure liegt Rumänien mit Ausfuhren von 562.394 t Gerste. Größere Exportmengen kamen aus dem Vereinigten Königreich mit 323.755 t, aus Bulgarien mit 278.130 t, aus Litauen mit 256.150 t sowie aus Lettland mit 166.395 t. Rund 1,22 Mio. t Gerste verließen zudem über die niederländischen Exporthäfen die EU.
 
Dr. Olaf Zinke / Redaktionsleiter Markt
 
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