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Analyse

Preise für neue Gersten-Ernte kräftig gestiegen

von , am
10.06.2015

Die Preise für Futtergerste sind in Deutschland im Juni wieder gestiegen. Dabei liegen die Preisangebote für die neue Ernte sogar deutlich über den aktuellen Preisen.

© Mühlhausen/landpixel
 
Die Preise für Futtergerste sind in Deutschland im Juni wieder gestiegen. Dabei liegen die Preisangebote für die neue Ernte sogar deutlich über den aktuellen Preisen und haben auch stärker zugelegt als die Preise für die alte Ernte. Offenbar stützen neben den festen Weizenpreisen eine kleiner erwartete deutsche Gerstenernte und der starke Gerstenexport die Preise. In der zweiten Maihälfte hatten die Gerstenpreise noch deutlich nachgegeben, konnten sich im Juni mit den steigenden Weizenpreisen jedoch wieder erholen. Der deutsche Export von Futtergerste hat bis Anfang Juni einen neuen Rekordwert erreicht und stützt Nachfrage und Preise.
 
Höhere Preise für neue Gerste an den Exporthäfen
Am Mittwoch (10. Juni) handelte man Futtergerste am Exporthafen Hamburg mit rund 162 Euro/t. Das waren 3 Euro mehr als zum Beginn des Monates (159 Euro) und ebenfalls 3 Euro mehr als vor vier Wochen (159 Euro). Die Preisangebote für die neue Gerstenernte liegen in Hamburg derzeit bei 169 Euro und damit rund 7 Euro höher als der aktuelle Preis und gleichzeitig rund 7 Euro höher als noch zum Beginn des Monats (162 Euro).. Im vorigen Jahr kostete (alterntige) Futtergerste in Hamburg zum aktuellen Termin 170 Euro. Damit sind die aktuellen Preise für alterntige Futtergerste in Hamburg etwa 8 Euro niedriger als im Juni 2014.
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Neue Ernte in Ostdeutschland teurer
In Ostdeutschland verlief die Entwicklung Futtergerste-Preise ähnlich wie an den Exporthäfen. Am Dienstag (09.Juni) meldete man aus dem Großhandel in Sachsen für Futtergerste Preise von 142 Euro. Die Preismeldung aus Brandenburg war mit 142,50 ähnlich hoch. In Thüringen (Erfurt) notierte man für Futtergerste 145 Euro und vom Großmarkt in Halle meldete man Preise von 141 Euro. Die Preisvorstellungen für die neue Gerstenernte bewegen sich in Ostdeutschland derzeit zwischen 145 und 148 Euro und sind damit 4 bis 7 Euro höher als die aktuellen Preise. Gleichzeitig sind die derzeitigen Preise für alterntige Futtergerste in Ostdeutschland derzeit 10 bis 15 Euro Euro niedriger als im Juni 2014.
 
Preis in Niedersachsen moderat gestiegen
In Niedersachsen wurden in dieser Woche für Futtergerste Preise von 155 Euro bis 158 Euro notiert. Gleichzeitig lagen die Preisvorstellungen für die neue Ernte zwischen 157 bis 161 Euro und 2 bis 3 Euro höher. Damit ist der derzeit für neuerntige Gerste gebotene Preisaufschlag lange nicht so hoch wie an den Exporthäfen.
 
Gerstenpreise in Süddeutschland höher
Am Großmarkt in Mannheim notierte man für Futtergerste am Montag (08.06) dieser Woche noch Preise von 155 bis 157 Euro. Ab Station handelte am die Futtergerste in Mannheim mit 150 Euro bis 152 Euro (Mai: 147 bis 150 Euro). Vom südwestdeutschen Großmarkt in Stuttgart meldete man in dieser Woche ab Station Gerstenpreise von 147 bis 150 Euro (Mai: 145 bis 148 Euro).
 
Europäischer Gerstenexport bei 8,5 Mio. t
Bei Gerste haben die Exporte an den deutschen und europäischen Exporthäfen neue Rekordmarken erreicht. Insgesamt wurden nach den Daten der EU-Kommission bis zum 02. Juni des laufenden Wirtschaftsjahres 2014/15 bereits 8,5 Mio. t (Lizenzen) Gerste in Drittländer verkauft. Das ist eine 60 Prozent bzw. 3,2 Mio. t größere Menge als im bisherigen Rekordjahr 2013/14 mit rund 5,3 Mio. t.
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Deutschland mit Rekordausfuhren
Der größte europäische Einzelexporteur des aktuellen Wirtschaftsjahres ist Deutschland, mit einer Ausfuhrmenge (Lizenzen) von 2,38 Mio. t. Die zweitgrößte Ausfuhrmenge kam mit 2,07 Mio. t Gerste aus Frankreich. Auf Position drei der wichtigsten europäischen Exporteure liegt Rumänien mit Ausfuhren von 563.394 t Gerste. Größere Exportmengen kamen aus dem Vereinigten Königreich mit 324.021 t, aus Bulgarien mit 278.460 t, aus Litauen mit 258.213 t, aus Dänemark mit 246.849 t sowie aus Lettland mit Irland mit 221.700 t. Rund 1,6 Mio. t Gerste verließen zudem über die niederländischen Exporthäfen die EU.
 
Deutsche Ernte deutlich kleiner als 2014
Für Deutschland rechnet die EU-Kommission Ende Mai mit einer Gerstenernte 2015 von 10,8 Mio. t (April: 10,9) und damit mit etwas weniger als noch vor vier Wochen und deutlich weniger als im letzten Jahr mit 11,6 Mio. t. Das wäre für 2015 ein Produktionsrückgang von 0,8 Mio. t oder 7 %. Etwa 17 % der deutschen Produktion ist Sommergerste (rund 2,0 Mio. t). Für Frankreich erwartete die Kommission Ende Mai für 2015 eine Gerstenproduktion von etwa 11,7 Mio. t (April: 11,6) nach ebenfalls 11,7 Mio. t im Jahr 2014. Das wäre eine unveränderte Produktionsmenge. Gut ein Viertel der gesamten Produktion ist in Frankreich Sommergerste.
 
Dr. Olaf Zinke / Redaktionsleiter Markt
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