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Analyse

Preisrutsch bei Futtergerste in Frankreich

von , am
04.09.2015

Die fallenden Weizen- und Maispreise ziehen auch die Preise für Futtergerste mit nach unten.

© Mühlhausen/landpixel
 
Die fallenden Weizen- und Maispreise ziehen auch die Preise für Futtergerste mit nach unten. Auch die unerwartet großen Ernten in Frankreich und Deutschland drücken auf die Preise. Am wichtigsten Handelsplatz in Frankreich (Rouen) sind Preise im Wochenvergleich regelgerecht abgestürzt. Dagegen fiel der Preisrückgang an den wichtigsten deutschen Handelsplätzen zuletzt deutlich moderater aus. Bislang stützte vor allem der ungewöhnlich starke Export die Preise am europäischen Binnenmarkt. Dabei profitierte gang besonders Frankreich von den sehr guten Absatzmöglichkeiten von Futtergerste nach China und liegt mit seinen Ausfuhren weiterhin deutlich vor Rumänien und Deutschland.
 
Kräftiger Preisrückgang in Frankreich
Die Preismeldungen am wichtigsten französischen Handelsplatz in Rouen lagen am Donnerstag (03.09) dieser Woche für Futtergerste bei 148 Euro. Eine Woche zuvor hatte man in Rouen noch Gerstenpreise von 154 Euro notiert und damit 6 Euro mehr und ähnlich hohe Preise wie am deutschen Exporthafen Hamburg. Am Freitag Vormittag lagen die für Futtergerste in Rouen gebotenen Preis sogar nur noch 146 Euro und damit nochmals 2 Euro niedriger als am Trag zuvor und 8 Euro niedriger als vor einer Woche.
 
Druck auf die deutschen Gerstenpreise dürfte zunehmen
Am deutschen Exporthafen Hamburg handelte man Futtergerste am Donnerstag (03. September) für die Anlieferung im September mit 156 Euro/t. Das waren nur 2 Euro niedrigere Preise als eine Woche zuvor mit 156 bis 158 Euro. Der Preisabstand zur französischen Gerste hat sich jedoch von 2 Euro auf 10 Euro erhöht und dürfte die Nachfrage nach deutscher Gerste deutlich drosseln, falls sich die Preise an beiden Märkten nicht deutlich annähern.
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Im Vergleich zur letzten Preisspitze von Anfang Juli mit 178 Euro sind die aktuellen Gerstenpreise allerdings auch an den deutschen Exporthäfen etwa 22 Euro niedriger. Im vorigen Jahr (September 2014) kostete Futtergerste in Hamburg zum aktuellen Termin  etwa 155 Euro. Bis Ende September 2014 sind die Gerstenpreise in Hamburg dann jedoch bis auf 143 Euro gefallen, um dann wieder kontinuierlich zu steigen. Derzeit sind die in Hamburg notierten Preise jedoch ähnlich hoch wie zum gleichen Termin des Vorjahres.
 
Gerstenpreise im deutschen Großhandel rückläufig
Im Großhandel in Brandenburg notierte man Futtergerste am Dienstag (01.09) mit 135 Euro ähnlich hoch wie in der Vorwoche (135). Vom Großmarkt in Dresden (Sachsen) meldete man am gleichen Tag Preise von 130 Euro (Vw: 133). Am Großmarkt in Erfurt (Thüringen) notierte man für Futtergerste (02.09) diese Woche Preise von 132 Euro und am Großmarkt in Halle (Sachsen-Anhalt) lagen die nominellen Preis bei 140 Euro.
 
Am Großmarkt in Mannheim notierte man für Futtergerste am Montag (01.09) dieser Woche Preise von 156 bis 158 Euro (Vw: 156 bis 160). Ab südwestdeutscher Station handelte man die Futtergerste in Mannheim zum Beginn dieser Woche mit 150 bis 153 Euro (Vw: 152 bis 155) und damit rund 2 Euro schwächer. Am Großmarkt in München wurden für Futtergerste (02.09) am Mittwoch dieser Woche Preise von 140 Euro geboten.
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Französischer Gerstenexport sehr hoch
Der europäische Gerstenexport läuft weiterhin ausgewöhnlich gut und liegt deutlich über den rekordhohen Ausfuhrmengen aus dem Vorjahr. Weiterhin fließt aus Frankreich deutlich mehr Gerste auf den Weltmarkt als aus Deutschland oder aus Rumänien. Einer der wichtigsten Absatzmärkte für französische Gerste ist weiterhin China.
 
Nach den Angaben der EU-Kommission wurden in den ersten neun Wochen des laufenden Wirtschaftsjahres 2015/16 bereits 2,6 Mio. t Gerste (Lizenzen) ins Ausland verkauft. Das sind 77 % mehr als im bisherigen Rekordjahr 2014/15 zu diesem Termin mit 1,48 Mio. t. Frankreich exportierte bislang 929.242 t Gerste, Rumänien verkaufte 502.398 t und aus Deutschland gingen bis zum 01. September 466.118 t Gerste auf den Weltmarkt.
 
Dr. Olaf Zinke
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