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Analyse

Russland exportiert mehr Gerste als Weizen

von , am
31.03.2015

Die Gerstenexporte Russlands erreichen neue Rekordwerte.

© Mühlhausen/landpixel
 
Die Gerstenexporte Russlands erreichen neue Rekordwerte. Nach der Einführung der Exportzölle für Weizen im Februar haben sich die Weizenexporte deutlich abgeschwächt und viele Händler haben sich vor allem auf den zollfreien Export von Gerste und anderen Getreidearten konzentriert. Seit Februar übersteigen die russischen Gerstenausfuhren die Exporte von Weizen. Aus diesem Grund hatten die russischen Behörden vor einiger Zeit auch die Einführung von Exportzöllen bei Gerste und anderen für den Export verwendeten Getreidearten diskutiert. Bislang wurde jedoch (noch) keine Entscheidung gefällt.
 
Gerstenexporte wurden verdoppelt
Bis zum 25. März haben russische Unternehmen rund 4,27 Mio. t Gerste exportiert. Bereits das ist bei den russischen Gerstenexporten ein neuer Rekordwert. Im letzten Jahr lag die Exportmenge zum gleichen Termin nur 2,08 Mio. t und war damit nicht einmal halb so hoch. Allerdings war auch die letzte Ernte (wie bei Weizen) auch deutlich größer als im Jahr zuvor und die bislang zweitgrößte Ernte überhaupt. Die Weizenexporte erreichten bis zum 25. März eine Größenordnung von 19,35 Mio. t und liegen damit 4,35 Mio. t oder 29 % über dem Vorjahreswert. Bei Mais erreicht die Exportmenge bis 25. März eine Größenordnung von 1,9 Mio. t und liegt damit knapp 40 % niedriger als im letzten Jahr zu diesem Termin mit 3,0 Mio. t.
 
Zuletzt mehr Gerste als Weizen exportiert
Bis zur Einführung der Exportzölle bei Weizen im Februar (also bis Ende Januar) lag die russische Ausfuhrmenge bei Gerste bereits bei 3,33 Mio. t, so dass von Anfang Februar bis  zum 25 März rund 0,932 Mio. t Gerste exportiert wurden. Die Ausfuhrmenge bei Weizen lag im gleichen Zeitraum (Februar bis 25. März) noch bei 0,88 Mio. t und Mais wurde 0,688 Mio. t ausgeführt. Damit übertrifft die Ausfuhrmenge bei Gerste in den letzten beiden Wochen den russischen Weizenexport. Allerdings schwächt sich das russische Exporttempo bei Weizen zum Ende der Saison auch sonst deutlich ab.
 
Rekord bei den Gerstenexporten
Nach der Regulierung der russischen Weizenexporte lagen die Erwartungen an die russischen Getreideexporte für das gesamte Wirtschaftsjahr 2014/15 noch bei etwa bei 27 Mio. t. Von den derzeit erwarteten Gesamtexporten entfallen etwa 4,4 Mio. t auf Gerste, 20 Mio. t auf Weizen und 2,5 Mio. t auf Mais. Zieht man die bis Ende März bereits exportierten Getreidemengen ab, bleiben für den Rest des Wirtschaftsjahres bis Juni noch Ausfuhren von etwa 0,65 Mio. t Weizen, 0,17 Mio. t Gerste und 0,6 Mio. t Mais, also in Relation zu den Gesamtexporten keine allzu großen Mengen mehr. Bei Gerste könnte die bislang erwartete  Exportmenge auf Grund des hohen Exporttempos durchaus noch übertroffen werden. Allerdings wird der bisherige Ausfuhrrekord aus dem Jahr 2011 von 3,54 Mio. t ohnehin schon deutlich übertroffen.
 
Zweitgrößte Gerstenernte überhaupt
Die russische Produktion von Gerste war im vorigen Jahr (2014) mit 20,0 Mio. t  deutlich größer als 2013 (15,3 Mio. t) und zudem die bislang zweitgrößte Gersten-Ernte überhaupt. Auch die Weizenernte übertraf mit 59,0 Mio. t das Ergebnis von 2013 (52,0 Mio. ) um rund 7 Mio. t. Gleichzeitig war die russische Maisernte 2014 mit 11,5 Mio. t ähnlich groß wie 2013 mit 11,6 Mio. t. Der russische Inlandsverbrauch an Gerste wird für das aktuelle Wirtschaftsjahr auf 14,4 Mio. t geschätzt, nach 12,6 Mio. t im letzten Jahr. Der russische Verbrauch an Weizen wird auf 35,5 Mio. t (Vj. 34,1 Mio. t) veranschlagt und der Maisverbrauch liegt bei 9,0 Mio. t.
 
Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter Markt
 
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