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Analyse

Schwächerer Export drückt Gerstenpreise

von , am
16.03.2015

Die Preise für Futtergerste haben in Deutschland zuletzt nachgegeben.

© Mühlhausen/landpixel
Die Preise für Futtergerste haben in Deutschland zuletzt nachgegeben. Ein Grund dürfte der sich zuletzt überrschend deutlich abschwächende Export der Europäer sein. Nach dem Wirksamwerden der russischen Exportzölle für Weizen im Februar, hatten russische Unternehmen die Ausfuhr von Futtergerste kräftig ausgeweitet und damit den Wettbewerbs- und Preisdruck am Weltmarkt offenbar deutlich erhöht. In Nord- und auch in Ostdeutschland gerieten die Preise daraufhin unter Druck. In Süddeutschland haben die Notierungen ebenfalls nachgegeben. In Frankreich sind die Preise nach dem kräftigen Rutsch der Vorwochen hingegen wieder leicht gestiegen.
 
Gerstenpreise an deutschen Exporthäfen schwächer, in Frankreich fester
Am 16. März handelte man Futtergerste am Exporthafen Hamburg mit rund 168 Euro/t. Das sind 2 bis 4 Euro weniger wie in den letzten drei Wochen (170 bis 172 Euro). Im Vergleich zu dem Gerstenpreisen vor einem Jahr (182 Euro) sind die Preise für Futtergerste am Hamburger Exporthafen derzeit etwa 14 Euro niedriger. Vom wichtigsten Handelsplatz in Frankreich (Rouen) meldete man am 16. März für Futtergerste ähnlich hohe Preise von 168 Euro wie in Deutschland. Gleichzeitig waren die französichen Preise wieder rund 2 Euro höher wie vor zwei Wochen (166 Euro ). Mitte Februar notierte man Futtergerste in Rouen allerdings noch mit 175 Euro und damit rund  7 Euro höher. Hauptursache für den Preisrückgang bei unseren französischen Nachbaren waren ebenfalls die schwachen französischen Gerstenexporte der letzten Wochen.
 
Preise in Ostdeutschland schwächer
In Ostdeutschland haben sich die Preise für Futtergerste in den letzten beiden Wochen nachgegeben. Aus Sachsen meldete man mit 145 Euro für Futtergerste 3 Euro niedrigere Preise als zum Monatsbeginn (Vw: 148). Die Notierungen aus Brandenburg lagen bei 148 Euro und damit ebenfalls 2 Euro niedriger als vor 14 Tagen (150 Euro). Aus Thüringen meldete man ebenfalls etwas schwächere Gerstenpreise von 147 Euro (Vw. 148) und am Großmarkt in Halle notierte man 148 Euro und damit ein unverändertes Niveau (Vw:148 Euro/t). Fob-Mittellandkanal wurden letzte Woche zur Anlieferung im März Gerstenpreise von 160 bis 162 Euro genannt (Vw: 166 bis 166 Euro) und damit ebenfalls deutlich nach unten korrigierte Kurse.
 
Schwächere Gerstenpreise in Süd- und Westdeutschland
Am Großmarkt in München notierte man für Futtergerste Mitte der vorigen Woche Preise von 145 bis 148 Euro (Vw: 145 bis 150). Vom südwestdeutschen Großmarkt in Stuttgart meldete man in der letzten Woche ab Station hingegen stabile Preise von 147 bis 150 Euro (Vw: 147 bis 140 Euro). Franko Köln lagen die Preisangebote für Futtergerste Ende der letzten Woche bei 162 Euro (Vw. 163) und waren damit ebenfalls leicht rückläufig. Franko Südholland wurden knapp behauptete Gerstenpreise von 171 Euro (Vw: 172 Euro) gemeldet. Cif-Niederrhein lagen die Preisvorstellungen unverändert bei 172 Euro.
 
Europäischer Gerstenexport schwächt sich ab
Bei Gerste hat sich das Exporttempo an den deutschen Exporthäfen in der letzten Woche deutlich abgeschwächt. Allerdings wurden nach den Daten der EU-Kommission in den ersten 37 Wochen des laufenden Wirtschaftsjahres 2014/15 bereits 6,5 Mio. t (Lizenzen) Gerste in Drittländer verkauft. Das eine 33 Prozent bzw. 1,4 Mio. t größere Menge als im bisherigen Rekordjahr 2013/14 mit rund 5,06 Mio. t. In der letzten Woche verkauften die Europäer allerdings nur 66.000 t (Vw: 279.000 t) Gerste in Drittländer, davon kamen 3.000 t (Vw: 167.000 t) aus Deutschland und 1.000 t aus Frankreich.
 
Deutschland mit knapp 2,0 Mio. t Exportgerste
Der größte europäische Einzelexporteur  war in den ersten 37 Wochen des aktuellen Wirtschaftsjahres jedoch Deutschland, mit einer Ausfuhrmenge (Lizenzen) von 1,95 Mio. t. Die zweitgrößte Ausfuhrmenge kam mit 1,37 Mio. t Gerste aus Frankreich. Allerdings haben die Franzosen bereits in den letzten 6 Wochen nur noch sehr wenig Gerste exportiert. Auf Position drei der wichtigsten europäischen Exporteure liegt Rumänien mit Ausfuhren von 562.130 t Gerste. Größere Exportmengen kamen aus Bulgarien mit 268.130 t, aus dem Vereinigten Königreich mit 226.523 t, aus Litauen mit 256.150 t sowie aus Lettland mit 166.395 t. Rund 1,0 Mio. t t Gerste verließen zudem über die niederländischen Exporthäfen die EU.
 
Dr. Olaf Zinke / Redaktionsleiter Markt
 
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