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Analyse

Starker Export hält Preise für Futtergerste stabil

von , am
10.02.2015

Die Preise für Futtergerste zeigen sich an den deutschen Exporthäfen Anfang Februar relativ stabil.

© Mühlhausen/landpixel
 
Die Preise für Futtergerste zeigen sich an den deutschen Exporthäfen Anfang Februar relativ stabil. Hauptgrund für die gut behaupteten Gerstenpreise sind die seit einigen Wochen immer besser laufenden Gerstenexporte. Auch zum Beginn der zweiten Februarwoche halten sich die Preise für Futtergerste in Deutschland auf dem bisherigen Niveau. Am 09. Februar handelte man Futtergerste am Exporthafen Hamburg mit etwa 172 Euro/t. Das war ein ähnliches Preisniveau wie in den beiden Woche zuvor. Im Vergleich zum Februar 2014 (178 Euro) sind die Preise für Futtergerste am Hamburger Exporthafen derzeit etwa 6 Euro niedriger. Vom wichtigsten Handelsplatz in Frankreich (Rouen) meldete man am 09. Februar für Futtergerste Preise von 176 Euro und damit ebenfalls ähnlich hohe Preise wie in den letzten beiden Wochen (176 Euro).
 
Preise in Ostdeutschland und Süddeutschland behauptet
In Ostdeutschland und auch im Südwesten haben sich die Preise für Futtergerste in den letzten beiden Wochen hingegen knapp behauptet oder leicht nachgegeben. Je nach Handelsplatz meldete man aus den ostdeutschen Bundesländern zuletzt Preise für Futtergerste zwischen 145 Euro (Sachsen) und 150 Euro (Brandenburg). Dabei ist das Preisniveau weiterhin 15 bis 20 Euro niedriger als im Jahr zuvor. Fob-Mittellandkanal wurden zur Anlieferung im Februar stabile Gerstenpreise von 166 Euro genannt. Am Großmarkt in München notierte man für Futtergerste letzte Woche Preise von 148 bis 149 Euro und vom südwestdeutschen Großmarkt in Stuttgart meldete man 152 bis 154 Euro. Franko Köln lagen die Preisangebote für Futtergerste Ende letzte Woche unverändert bei 168 Euro und aus Südholland wurden Ende der letzten Woche Gerstenpreise von 173 Euro (Vw: 175 Euro) gemeldet.
 
Europäische Gerstenexporte jetzt mit Rekord
Bei Gerste entwickelte sich der Export und damit auch die Nachfrage an den deutschen (und französische)  Exporthäfen beinahe  so dynamisch wie bei Weizen. Mittlerweile übersteigen die europäischen Exportverkäufe in Drittländer den Rekordwert aus dem Vorjahr. Nach den Daten der EU-Kommission wurden in den ersten 32 Wochen des laufenden Wirtschaftsjahres 2014/15 bereits 5,4 Mio. t Gerste (Lizenzen) in Drittländer verkauft. Das ist (bei einer ähnlich großer Ernte) eine 11 Prozent bzw. 555.000 t größere Menge als im bisherigen Rekordjahr 2013/14 mit rund 4,85 Mio. t. Gleichzeitig ist die diesjährige Exportmenge 64 Prozent bzw. 2,1 Mio. t größer als die Ausfuhrmenge aus dem Wirtschaftsjahr 2012/13 mit knapp 3,3 Mio. t.
 
Deutschland setzt sich wieder an die Spitze
Der größte europäische Einzelexporteur in den ersten 32 Wochen des aktuellen Wirtschaftsjahres ist Deutschland, mit einer Ausfuhrmenge (Lizenzen) von derzeit 1,5 Mio. t. Dabei hat das deutsche Ausfuhrtempo Anfang 2015 sehr kräftig angezogen und Deutschland hat Frankreich wieder als größten Exporteur überholt. Die zweitgrößte Ausfuhrmenge kommt bislang mit 1,33 Mio. t Gerste aus Frankreich. Auf Position drei der wichtigsten europäischen Exporteure liegt Rumänien mit Ausfuhren von 562.130 t Gerste. Größere Exportmengen kamen mit 268.130 t aus Bulgarien, mit 198.523 t aus dem Vereinigten Königreich, mit 193.150 t aus Litauen sowie mit 166.395 t aus Lettland. Weitere größere Exporte erfolgten außerdem aus Irland, Finnland, Dänemark und Österreich. Rund 688.799 t Gerste verlassen zudem über die niederländischen Exporthäfen die EU.
 
Dr. Olaf Zinke / Redaktionsleiter Markt
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