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Analyse

USDA: Globale Gerstenernte übertrifft Erwartungen

von , am
14.09.2015

Die globale Gerstenernte ist deutlich größer als noch vor vier Wochen erwartet wurde.

© Rainer Sturm
 
Die globale Gerstenernte ist deutlich größer als noch vor vier Wochen erwartet wurde. Ursache ist vor allem die über den bisherigen Erwartungen liegende Ernte in Russland sowie Aufwärtskorrekturen der Erntemengen in Kanada, in der Europäischen Union, in der Ukraine und in der Türkei. Damit deckt die Produktion auch den Bedarf und die globale Gerstenbilanz ist ausgeglichen. Davon geht das USDA jedenfalls in seinem aktuellen September-Report aus.
 
Die globalen Bestände bleiben im Jahresvergleich relativ stabil, der Welthandel geht weegnd der schrumpfen chinesischen Importe jedoch etwas zurück. Auf 144,8 Mio. t schätzt das USDA die globale Gerstenernte 2015/16 in seinem September-Report und damit 5,3 Mio. t größer als noch im August (139,4 Mio. t). Die Exportpreise für Gerste sind nach den Daten des internationalen Getreiderates (IGC) in den letzten vier Wochen um 5 % gefallen und gleichzeitig 16 % niedriger als im vorigen Jahr.
 
Im Vergleich zum vorigen Wirtschaftsjahr 2014/15 (140,8 Mio. t) ist die weltweite Produktionsmenge bei Gerste jetzt sogar 4,0 Mio. t bzw. knapp 3,0 % größer. Der bei 144,6 Mio. t im Vergleich zum vorigen Wirtschaftsjahr 2014/15 (140,9) ebenfalls gestiegene Verbrauch, kann mit der derzeit erwarteten Produktion ohne Probleme geeckt. Daher bleibt der globale Gerstenbestand im neuen Wirtschaftsjahr mit 24,0 Mio. t nahezu unverändert Vj: (23,9).
 
Europäische Ernte nach oben korrigiert
Nach oben gesetzt hat das USDA im September die erwartete Ernte für die Europäische Union (wegen der Aufwärtskorrekturen der Ernten in Frankreich und Deutschland). Das USDA schätzt die europäische Produktion in seinem September-Report auf 58,6 Mio. t und damit 1,4 Mio. t größer als im August (57,2 Mio. t), jedoch noch 1,6 Mio. t kleiner als im vorigen Wirtschaftsjahr 2014/15 (60,2 Mio. t). Allerdings übersteigt die europäische Produktionsmenge (58,6) den erwarteten Verbrauch von 51,5 Mio. t (Aug: 50,5 Mio. t) sehr deutlich und ermöglicht den Europäern trotz der kleineren Ernte umfangreiche Exporte.
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Die europäische Erntefläche für Gerste (Sommer- und Wintergerste) veranschlagt das USDA im September auf 12,34 Mio. ha und damit sogar kleiner als vor vier Wochen (12,5) und etwas größer als im vorigen Jahr (2014) mit 12,43 Mio. ha. Die durchschnittlichen Gersten-Erträge werden im September bei 4,74 t/ha angegeben und damit deutlich höher als vor vier Wochen (4,58), jedoch deutlich niedriger als im vorigen Jahre (2014) mit 4,84 t/ha..
 
Russlandund  Ukraine mit großen Ernten
Für Russland hat das USDA die Ernteprognose im September am kräftigsten nach oben gesetzt. Die erwartete Erntemenge liegt jetzt bei sehr guten 19,5 Mio. t und damit 2,5 Mio. t höher als vor vier Wochen (Aug: 17,0 Mio. t). Damit wäre die russische Ernte nur noch 0,5 Mio. t kleiner als die Riesenernte aus dem vorigen Jahr (2014)von 20,0 Mio. t. Die russische Erntefläche für Gerste veranschlagt das USDA im September auf 8,0 Mio. ha und damit unverändert zum Vormonat (Aug: 8,0 Mio. ha) sowie 0,8 Mio. ha kleiner als im vorigen Jahr (2014) mit 8,8 Mio. ha. Die Gersten-Erträge werden in Russland im September bei 2,44 t/ha erwartete und damit deutlich höher als vor vier Wochen mit 2,13 t/ha (Aug) und auch höher als im vorigen Jahr (2014) mit 2,27 t/ha.
 
Für die Ukraine hat das USDA die Ernteschätzung noch einmal leicht oben korrigiert. Im September erwartet man für die Ukraine eine Gerstenernte von 8,6 Mio. t und damit 0,3 Mio. t mehr als vor vier Wochen (Aug: 8,3 Mio. t). Gleichzeitig wäre die Ernte 0,85 Mio. t kleiner als im Jahr 2014 mit 9,45 Mio. t. Die Erntefläche wird mit 2,9 Mio. ha angegeben und damit deutlich kleiner als im vorigen Jahr mit 3,2 Mio. ha Die Gersten-Erträge wurden im September auf 2,97 t/ha veranschlagt und damit etwas höher als vor vier Wochen mit 2,86 t/ha, jedoch niedriger als im vorigen Jahr (2014) mit 2,95 t/.
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Kanada mit besserer Ernte, gute Prognose für Australien
Mit rund 7,3 Mio. t wird die kanadische Gersten-Ernte rund 0,8 Mio. t größer erwartet als vor vier Wochen mit 6,5 Mio. t und 0,2 Mio. t größer als im Jahr 2014 mit 7,1 Mio. t. Die kanadische Erntefläche für Gerste schätzt das USDA auf 2,31 Mio. ha und damit etwas kleiner als im Vormonat (2,35 Mio. ha), jedoch größer als im vorigen Jahr (2014) mit 2,14 Mio. ha. Die Gersten-Erträge wurden mit 3,16 t/ha angegeben und damit deutlich höher als vor vier Wochen mit 2,77 t/ha, jedoch und niedriger als im vorigen Jahr (2014) mit 3,33 t/ha.
 
Für Australien liegt die Ernteerwartung bei 8,7 Mio. t und damit ebenso hoch wie in der August-Prognose und 0,7 Mio. t über dem Ergebnis der vorigen Ernte (2014) von 8,0 Mio. t. Die australische Erntefläche für Gerste wird im August-Report auf 4,0 Mio. ha geschätzt und damit unverändert zum Vormonat (4,0 Mio. ha) und 0,16 Mio. ha größer als im vorigen Jahr (2014) mit 3,84 Mio. ha.
 
In der Türkei erwartet man eine Gersten-Produktion von 7,4 Mio. t (August: 7,0 Mio. t,), nach einer katastrophalen Ernte (Trockenheit) von nur 4,0 Mio. t im Jahr 2014.
 
EU größter Exporteur, Russland holt auf
Größer Exporteur bleibt nach Einschätzung des USDA auch im neuen Wirtschaftsjahr 2015/16 die Europäische Union, mit einer erwarteten Ausfuhrmenge von rund 7,0 Mio. t (Aug: 7,0 Mio. t). Diese Exportmenge wäre 2,5 Mio. t kleiner als die Rekordausfuhren im zurückliegenden Wirtschaftsjahr von 9,5 Mio. t. Auf Exporte von 6,0 Mio. t (Aug: 6,0) könnte Australien kommen und übertrifft wegen der größeren Ernte die Ausfuhrmenge des letzten Wirtschaftsjahres (5,5 Mio. t) um 0,5 Mio. t.
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Die russischen Exporte hat das USDA im September kräftig nach oben gesetzt. Im Vergleich zum Spitzenergebnis aus dem Vorjahr fallen die Ausfuhren mit 4,5 Mio. t (Aug: 3,7), jedoch 1,0 Mio. t kleiner aus, nach Exporten von 5,5 Mio. t im vorigen Jahr. Für die Ukraine bleibt die für 2015/16 erwartete Ausfuhrmenge mit 4,0 Mio. t im Vergleich zum Vormonat unverändert und wäre damit 0,5 Mio. t größer als im vorigen Jahr (3,5 Mio. t). Kanadas Exportmenge wird von 1,0 Mio. t auf 1,2 Mio. t leicht nach oben korrigiert (Vj. 1,5 Mio. t) und für Argentinien geht das USDA unverändert von Ausfuhren von 2,0 Mio. t aus (Vj: 1,5 Mio. t).
 
China und Saudi-Arabien sind die TOP-Importeure
Hauptimporteur von Gerste war im vorigen Wirtschaftsjahr China vor Saudi-Arabien. Auch im neuen Wirtschaftsjahr wird die chinesische Importmenge sehr hoch bleiben, auch wenn die chinesischen Einfuhren etwas zurückgehen werden. Im vorigen Wirtschaftsjahr 2014/15 erreichten die Importe Chinas eine Größenordnung von 8,8 Mio. t. Im neuen Wirtschaftsjahr 2015/16 geht das USDA derzeit von chinesischen Einfuhren von 7,0 Mio. t (Aug: 7,0) aus und damit von rund 1,8 Mio. t weniger. Die Importe Saudi-Arabiens lagen 2014/15 bei 6,6 Mio. t und 2015/16 werden jetzt 7,5 Mio. t erwartet und damit 0,5 Mio. t mehr als vor vier Wochen (7,0). Allerdings wurden 2012/13 auch schon einmal 10,2 Mio. t Gerste importiert.
 
Dr. Olaf Zinke
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