Login
Analyse

USDA/Gerste: Ernte größer als erwartet, Welthandel stabil

von , am
14.08.2014

Die erwartete globale Produktion deckt nach der USDA-Prognose nicht ganz den Verbrauch/Bedarf

© agrar-press
Für den globalen Gerstenmarkt geht das USDA in seinem August-Report für das aktuelle Wirtschaftsjahr weiterhin von einem Bilanzdefizit aus. Dieses Defizit ist jedoch kleiner als bisher erwartet, denn die globale Erntemenge wurde im August wegen der größeren Ernten am Schwarzen Meer und in der EU nach oben korrigiert. Die erwartete globale Produktion deckt nach der USDA-Prognose trotzdem nicht ganz den Verbrauch/Bedarf. Die Bestände schrumpfen deshalb, während der Welthandel 2014/15 relativ stabil bleibt. Auf 135,7 Mio. t schätzt das USDA die neue globale Gerstenernte in seinem Augustreport und damit 3,7 Mio. t größer als noch im Juni (131,9 Mio. t). Im Vergleich zum letzten Wirtschaftsjahr 2014/15 (145,1 Mio. t) schrumpft die weltweite Produktionsmenge damit um 9,3 Mio. t bzw. knapp 7 %. Der um etwa 4,1 Mio. t auf 137,6 Mio. t (Juni:136,5) reduzierte Verbrauch kann mit der erwarteten Produktion nicht ganz gedeckt werden. Daher schrumpft der globale Gerstenbestand um rund 2 Mio. t auf etwa 22 Mio. t.
 
EU-Ernte größer als erwartet, aber kleiner als 2013
Eine Ursache für den globalen Produktionsrückgang ist die kleinere Ernte in der EU. Das USDA schätzt die Produktion im neuen Wirtschaftsjahr auf 56,2 Mio. t (Juli: 55,9) und damit 3,4 Mio. t kleiner als im letzten Jahr (59,6 Mio. t). Allerdings übersteigt die europäische Produktionsmenge den erwarteten Verbrauch von 50,5 Mio. t (Vj.: 53,7 Mio. t) sehr deutlich und ermöglicht den Europäern umfangreiche Exporte. Für die deutsche Gerstenernte liegt die aktuelle USDA-Schätzung bei 10,58 Mio. t (Vj. 10,37 Mio. t) und für Frankreich bei 11,3 Mio.t (Vj. 10,34 Mio. t) sowie für das Vereinigte Königreich bei 5,9 Mio. t (Vj. 7,1). Die Briten werden wegen der Einschränkung des Sommergerstenanbaus rund 1,2 Mio. t weniger Gerste ernten als 2013. Zum Teil deutlich kleinere Ernten als 2013 erwartet das USDA zudem auch in Spanien (6,7 Mio. t, Vj: 10,1) und Dänemark (3,4 Mio. t; Vj. 4,0).
 
Sehr gute Ernte in Russland, weniger Gerste in Kanada
Mit rund 7,0 Mio. t (Juli: 7,0 Mio. t) soll die neue kanadische Gersten-Ernte mehr als 3,0 Mio. t bzw. 30 % kleiner ausfallen als 2013 (10,25 Mio. t). Für Australien liegen Ernteschätzung mit 8,1 Mio. t ebenfalls fast 1,5 Mio. t unter dem Vorjahreswert (9,6 Mio. t). In der Ukraine wird die Gersten-Produktion mit 8,2 Mio. t (Juli: 7,8 Mio. t) rund 0,6 größer sein als im Jahr 2013 (7,6 Mio. t). Für Russland liegen die aktuellen Ernteprognosen allerdings bei 18,5 Mio. t (Juli: 16,5 Mio. t) und damit deutlich um 3,1 Mio. t höher als im Jahr 2013 mit 15,4 Mio. t.
 
EU weitet Gerstenexporte kräftig aus
Größer Exporteur wird nach Einschätzung des USDA im neuen Wirtschaftsjahr die EU mit einer erwarteten Ausfuhrmenge von rund 5,8 Mio. t (Juli: 5,8 Mio. t) und damit rund 1,0 Mio. t mehr als im bereits sehr guten aktuellen Wirtschaftsjahr (4,8 Mio. t). Auf Exporte von 4,7 Mio. t könnte Australien kommen und bleibt damit wegen der kleineren Ernte rund 1,3 Mio. t unter der Ausfuhrmenge des letzten Wirtschaftsjahres (6,0 Mio. t). Demgegenüber könnte Russland seine Exporte deutlich um rund 1,1 Mio. t auf 3,8 Mio. t nach oben schrauben. Für die Ukraine nimmt die Ausfuhrmenge leicht um 0,1 Mio. t auf 2,3 Mio. t zu. Kanadas Exportmenge wird bei 0,8 Mio. t (Vj. 1,6 Mio. t) und damit 0,8 Mio. t kleiner erwartet.
 
Globale Handelsmenge kaum verändert
Hauptimporteur von Gerste bleibt auch im kommenden Wirtschaftsjahr Saudi-Arabien mit erwarteten Einfuhren 7,5 Mio. t nach 7,5 Mio. t im letzten Wirtschaftsjahr und sogar 10,2 Mio. t vor zwei Jahren. Im Jahr 2014/15 gehen knapp 36 % der globalen Handelsmenge nach Saudi-Arabien. Größere Mengen an Brau- und Futtergerste importieren außerdem auch China (3,0 Mio. t), Japan (1,3 Mio. t) und der Iran (1,0 Mio. t) sowie eine Reihe von Ländern im Nahen Osten und aus Nordafrika. Insgesamt bleibt die globale Handelsmenge trotz der deutlich kleineren Ernte relativ stabil bei 20,7 Mio. t (Vj. 21,0 Mio. t).
 
Dr. Olaf Zinke / Redaktionsleiter marktkomapss
Auch interessant