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Analyse

USDA/Gerste: Mehr europäische Gerstenexporte erwartet

von , am
12.09.2014

Die erwartete globale Produktion deckt nach der USDA-Prognose nicht ganz den unterstellten Verbrauch/Bedarf.

An der CBoT haben sich für den Weizen alle Gewinne der Vortage wieder in Luft aufgelöst. © landpixel
Für den globalen Gerstenmarkt geht das USDA in seinem September-Report weiterhin von einem kleinen Bilanzdefizit aus. Die erwartete globale Produktion deckt nach der USDA-Prognose nicht ganz den unterstellten Verbrauch/Bedarf. Die globalen Bestände schrumpfen deshalb, und der Welthandel 2014/15 geht etwas zurück. Auf 136,2 Mio. t schätzt das USDA die neue globale Gerstenernte in seinem Septemberreport und damit 0,5 Mio. t größer als noch im August (135,6 Mio. t). Grund ist vor allem eine Aufwärtskorrektur für die EU und für die Ukraine. Für Russland blieb die Prognose im September stabil und Australien ging es leicht nach unten. Im Vergleich zum letzten Wirtschaftsjahr 2014/15 (145,1 Mio. t) schrumpft die weltweite Produktionsmenge damit um 8,9 Mio. t bzw. etwa 6 %. Der gegenüber dem Vorjahr um rund 2,0 Mio. t auf 138,9 Mio. t (August:137,5) reduzierte Verbrauch, kann mit der erwarteten Produktion nicht ganz gedeckt werden. Daher wird der globale Gerstenbestand um knapp 3 Mio. t auf etwa 22 Mio. t (Vj. 25 Mio. t).
 
EU-Ernte weiter nach oben korrigiert
Eine Ursache für den globalen Produktionsrückgang ist die kleinere Ernte in der EU. Das USDA schätzt die Produktion im September-Report auf 57,0 Mio. t und damit etwas größer als im Augustreport (56,2 Mio. t), jedoch 2,6 Mio. t kleiner als im letzten Jahr (59,6 Mio. t). Allerdings übersteigt die europäische Produktionsmenge den erwarteten Verbrauch von 50,7 Mio. t (Vj.: 53,4 Mio. t) sehr deutlich und ermöglicht den Europäern umfangreiche Exporte. Für die deutsche Gerstenernte liegt die USDA-Schätzung bei 10,58 Mio. t (Vj. 10,37 Mio. t) und für Frankreich bei 11,35 Mio.t (Vj. 10,34 Mio. t) sowie für das Vereinigte Königreich bei 6,15 Mio. t (Vj. 7,1). Außer im Vereinigten Königreich hat das USDA im September keine Korrektur an den Ernten der großen europäischen Produzenten vorgenommen. Deutlich kleinere Ernten als 2013 erwartet das USDA zudem in Spanien (6,7 Mio. t, Vj: 10,1) und Dänemark (3,4 Mio. t; Vj. 4,0).
 
Große Ernte in Russland, weniger in Kanada und Australien
Mit rund 7,2 Mio. t (August: 7,0 Mio. t) soll die neue kanadische Gersten-Ernte rund 3,0 Mio. t bzw. 30 % kleiner ausfallen als 2013 (10,25 Mio. t). Für Australien liegen Ernteschätzung mit 8,0 Mio. t (August: 8,1 Mio. t) ebenfalls fast 1,6 Mio. t unter dem Vorjahreswert (9,6 Mio. t). In der Ukraine wird die Gersten-Produktion mit 9,0 Mio. t (August: 8,2 Mio. t) rund 1,4 Mio. t größer sein als im Jahr 2013 (7,6 Mio. t). Für Russland liegen die aktuellen Ernteprognosen unverändert bei 18,5 Mio. t (August: 18,5 Mio. t) und damit deutlich um 3,1 Mio. t höher als im Jahr 2013 mit 15,4 Mio. t.
 
Europäische Union exportiert mehr Gerste als 2013
Größer Exporteur wird nach Einschätzung des USDA im neuen Wirtschaftsjahr die EU mit einer erwarteten Ausfuhrmenge von rund 6,0 Mio. t (August: 5,8 Mio. t) und damit sogar rund 1,2 Mio. t mehr als im bereits sehr guten letzten Wirtschaftsjahr (4,8 Mio. t). Auf Exporte von 4,7 Mio. t könnte Australien kommen und bleibt damit wegen der kleineren Ernte rund 1,6 Mio. t unter der Ausfuhrmenge des letzten Wirtschaftsjahres (6,3 Mio. t). Demgegenüber könnte Russland seine Exporte deutlich auf 3,8 Mio. t von zuvor 2,7 Mio. t nach oben schrauben. Für die Ukraine nimmt die Ausfuhrmenge auf 2,5 Mio. t von zuvor 2,7 Mio. t leicht ab. Kanadas Exportmenge wird bei 1,0 Mio. t (Vj. 1,7 Mio. t) und damit 0,7 Mio. t kleiner erwartet.
 
Globale Handelsmenge geht zurück
Hauptimporteur von Gerste bleibt auch im aktuellen Wirtschaftsjahr Saudi-Arabien, mit erwarteten Einfuhren von 7,5 Mio. t, nach ebenfalls 7,5 Mio. t im letzten Wirtschaftsjahr und 10,2 Mio. t vor zwei Jahren. Im Jahr 2014/15 gehen knapp 36 % der globalen Handelsmenge nach Saudi-Arabien. Größere Mengen an Futter- und auch Braugerste importieren außerdem auch China (3,0 Mio. t), Japan (1,3 Mio. t) und der Iran (1,0 Mio. t) sowie eine Reihe von Ländern im Nahen Osten und aus Nordafrika. Insgesamt geht die globale Handelsmenge wegen der kleineren Ernte und des riesigen Angebots an billigem Futtergetreide (Weizen, Mais) auf 20,8 Mio. t (August: 20,7 Mio. t) zurück. Im letzten Jahr wurden 21,9 Mio. t Gerste Exportiert.
 
Dr. Olaf Zinke / Redaktionsleiter marktkomapss
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