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Analyse

EU/Ernte 2014: Bessere Kartoffelernte als 2013 erwartet

von , am
14.05.2014

Im letzten Jahr (2013) wurde die kleinste europäische Kartoffellernte seit 10 Jahren (2003) eingebracht. Die europäische Crop-Monitoring Agentur MARS erwartet in ihrer aktuellen Ertragsschätzung von Mai in allen wichtigen europäischen Erzeugerländern höhere Erträge.

© Mühlhausen/landpixel

Im letzten Jahr (2013) wurde die kleinste europäische Kartoffellernte seit 10 Jahren (2003) eingebracht. Dabei war die Erntemenge schon im Jahr davor unterdurchschnittlich ausgefallen. Die europäische Crop-Monitoring Agentur MARS erwartet in ihrer aktuellen Ertragsschätzung von Mai in allen wichtigen europäischen Erzeugerländern höhere Erträge und damit am Ende auch eine größere Produktion als 2013. Deutschland als größer europäischer Erzeuger erntete 2013 rund 9 % weniger Kartoffeln als im Jahr zuvor (2013) und die Produktion sackte auf den tiefsten Stand mehr als 12 Jahren ab. In Polen brach die Erntemenge sogar um 30 % auf ein Rekordtief ein. Dafür nahmen die Erntemengen in andern wichtigen Erzeugerländern wie in Frankreich (+11 %) und Belgien (23 %) und auch im Vereinigten Königreich zu. In den Niederlanden blieb die Produktion hingegen stabil.
 
Ausweitung der Anbaufläche
Für dieses Jahr (2014) deuten die bisherigen Erhebungen und Schätzungen auf eine Ausweitung der Kartoffelanbaufläche von insgesamt 3 %  bis 4 % in den großen nordwesteuropäischen Erzeugerländern Deutschland, Frankreich, den Niederlanden, Belgien und dem Vereinigten Königreich hin. Das berichtet jedenfalls die nordwesteuropäische Anbauorganisation NEPG. Danach wurde der Anbau in diesem Jahr vor allem in Frankreich und Belgien ausdehnt.
 
Trockenes Frühjahr
Allerdings war das Frühjahr speziell im Süden der Beneluxländer rund und im Osten Frankreich sehr trocken und dass dürfte der Entwicklung der Kartoffeln geschadet haben. Im Jahr 2013 lagen die Erntemengen in Deutschland bei 9,67 Mio. t, in Frankreich bei 6,97 Mio. t, in den Niederlanden bei 6,8 Mio. t im Vereinigten Königreich bei 5,58 Mio.t und in Belgien bei 3,47 Mio. Polens Landwirte ernteten 2013 rund 6,33 Mio. t Kartoffeln.
 
Erträge im Schnitt der EU höher
Die europäische Crop-Monitoring Agentur MARS hat diese Woche nun die erwarteten Erträge in den wichtigsten Europäischen Anbauländern geschätzt und damit einen ersten Ausblick auf die neue europäische Ernte ermöglicht. Der für die EU 28 insgesamt ermittelte Ertrag lag bei 32,25 t/ha und übertraf das Vorjahresergebnis (31,02) um 4 %. Auch der langjährige Mittelwert von 30,98 t/ha wurde bei der aktuellen Ertragsschätzung um 4 % übertroffen. Allerdings ist die Entwicklung in den wichtigsten 5 Anbauländern nicht einheitlich.
 
Deutlich höhere Erträge in Deutschland
Für Deutschland erwarteten die Experten von MARS im Mai einen Durchschnittsertrag von 43,93 t/ha und damit 14,7 % höhere Erträge als im sehr schwachen letzten Jahr (38,31). Das langjährige Mittel (42,64) wird in Deutschland immerhin noch um 3 % übertroffen. Den französischen Ertragsdurchschnitt erwartet MARS bei 45,91 t/ha und damit rund 5,1 % höher als im letzten Jahr (43,69) und 6,0 % über dem langjährigen Mittel (43,32). Etwa 8,7 % höhere Erträge als 2013 (41,45) prognostizierte MARS im Mai mit 45,06 t/ha in den Niederlanden. Im langjährigen Vergleich (44,50) sind die niederländischen Erträge jedoch nur 1,3 % höher.
 
Stabile Situation in Belgien und im Vereinigten Königreich
Für Belgien erwarteten die Experten von MARS im Mai einen Durchschnittsertrag von 46,29 t/ha und damit ähnlich hohe Erträge wie im letzten Jahr (46,15). Das langjährige Mittel (45,16) wird in Belgien um knapp 3 % übertroffen. Den Ertragsdurchschnitt im Vereinigten Königreich erwartet MARS bei 41,50 t/ha und damit rund 3,4 % höher als im letzten Jahr (40,14) und nur 1,6 % über dem langjährigen Mittel (40,86). Lediglich 1,2% höhere Erträge als 2013 (21,42) prognostizierte MARS im Mai mit 21,67 t/ha in Polen. Im langjährigen Vergleich (21,70) sind die polnischen Erträge ebenfalls stabil.
 
Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter marktkompass
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