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Analyse

Kartoffelernte: Rekorderträge, Kartoffelpreise im Keller

von , am
26.09.2014

Die Hektarerträge erreichen eine neue Höchstmarke. Die Kartoffelpreise sind mehr als zwei Drittel niedriger als im letzten Jahr.

Abladen Kartoffeln am Feldrand
Die Hektarerträge für Kartoffeln sollen 2017 um die 454 dt betragen. Das wären gut 2 Prozent mehr als 2016. © Mühlhausen/landpixel
Nach den Daten des Bundeslandwirtschaftsministeriums (BMEL) ernteten die deutschen Landwirte 2014 bei knapp 11,5 Mio. t Kartoffeln. Damit wird das schwache Vorjahresergebnis um 18.8 Prozent oder 1,82 Mio. t übertroffen. Auch der mehrjährige Durchschnitt wird um 5,4 Prozent oder 0,6 Mio. t übertroffen. Die Hektarerträge erreichen eine neue Höchstmarke. Die Kartoffelpreise sind mehr als zwei Drittel niedriger als im letzten Jahr.
 
Anbaufläche ist gewachsen
Kartoffeln wurden auf rund 245.000 Hektar angebaut, dass ist ein leichter Anstieg von knapp einem Prozent gegenüber 2013. Speisekartoffeln wurden auf einer Fläche von rund 102.500 Hektar angebaut, ebenfalls eine leichte Zunahme auf 42 Prozent der Gesamtanbaufläche. Der Trend rückläufiger Anbauflächen hat sich damit im zweiten Jahr in Folge nicht fortgesetzt. Im mehrjährigen Durchschnitt (2008 bis 2013) ergibt sich für Deutschland jedoch noch immer ein Flächenminus von 3,1 Prozent. Leichte Flächenzuwächse im Vergleich zum langjährigen Durchschnitt verzeichneten Baden-Württemberg, Brandenburg, Nordrhein-Westfalen, Sachsen-Anhalt und Schleswig-Holstein.
 
Rekorderträge von 469 Dezitonnen
Die Hektarerträge sind im Bundesdurchschnitt mit knapp 469 Dezitonnen um 17,7 Prozent höher als im Vorjahr und erreichen damit eine neue Höchstmarke. Der mehrjährige Durchschnitt der Jahre 2008 bis 2013 (430,7 Dezitonnen) wird um 8,8 Prozent überschritten. Alle Länder verzeichneten höhere Hektarerträge als im Vorjahr. Besonders kräftig fielen die Ertragssteigerungen im Vergleich zum Vorjahr in Sachsen, Thüringen, Bayern und in Sachsen-Anhalt aus. Auch Niedersachsen verzeichnete ein höheres Ertragsniveau als im Jahr 2013. Die Schwankungsbreite im Ertragsniveau reicht von 338 Dezitonnen je Hektar im Saarland bis rund 544 Dezitonnen je Hektar in Sachsen-Anhalt.
 
Die Hälfte der Produktion in Niedersachsen
Niedersachsen ist mit Abstand das Land mit der größten Anbaufläche, gefolgt von Bayern und Nordrhein-Westfalen. In Niedersachsen wurden 2014 rund 5,11 Millionen Tonnen Kartoffeln geerntet. Das ist fast die Hälfte der deutschen Kartoffelernte (44,5 Prozent). Auf Platz zwei und drei der größten deutschen Kartoffelproduzenten folgen mit großem Abstand Bayern mit einer Ernte von 1,81 Millionen Tonnen sowie Nordrhein-Westfalen mit 1,58 Millionen Tonnen. Auf Position vier liegt Sachsen-Anhalt (0,7 Mio. t), gefolgt von Brandenburg (0,43 Mio. t), Sachsen (0,31 Mio. t) und Rheinland-Pfalz (0,29 Mio. t) und Baden-Württemberg (0,26 Mio. t)
 
Erzeugerpreise zwei Drittel niedriger als 2013
Die Erzeugerpreise für Speisekartoffeln liegen in diesem Jahr auf einem sehr niedrigen Niveau. Für festkochende Kartoffeln erhalten die Landwirte im Bundesmittel weniger als sieben Euro pro Dezitonne. Das Preisniveau des Vorjahres wird damit sehr deutlich verfehlt. Im letzten Jahr (2013) lagen die Erzeugerpreise für Speisekartoffeln zu diesem Termin bei mehr als 20 Euro pro Dezitonne und sind bis November sogar noch weiter gestiegen. Das aktuelle Preisniveau ist damit mehr als zwei Drittel niedriger als im letzten Jahr. Der  Preisrückgang spiegelt sich auch in gesunkenen Verbraucherpreisen wider.
 
BMEL/(oz)
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