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Analyse

Kartoffelernte war noch größer, Preise sehr niedrig

von , am
17.02.2015

Die deutsche Kartoffelernte 2014 war noch etwas größer als bislang gedacht. Die Kartoffelpreise sind derzeit 75 % niedriger als vor einem Jahr.

© I. Rasche/pixelio.de
 
Die deutsche Kartoffelernte 2014 war noch etwas größer als bislang gedacht. Das bestätigte Mitte Februar das Statistische Bundesamt mit den nach oben korrigierten Erntedaten und erklärt damit zugleich auch den immensen Druck auf die Kartoffelpreise. Die Kartoffelpreise sind derzeit 75 % niedriger als vor einem Jahr. Insgesamt wurden in Deutschland im letzten Jahr (2014) rund 11,6 Mio. t Kartoffeln geerntet. Bislang ging man von einer Produktion 11,49 Mio. t aus. Damit war die Erntemenge nicht nur 20 % größer als im letzten schwachen Erntejahr 2013 (9,67 Mio. t) sondern auch knapp 7 % größer als im langjährigen Mittel (10,9 Mio. t). Ähnlich große Kartoffelernten gab es zuletzt 2001 (11,8 Mio. t) und 2009 (11,7 Mio. t).
 
Sehr große Ernte durch Rekorderderträge
Die Ursache für die große Ernte 2014 waren vor allem die sehr hohen Erträge von durchschnittlich 474 dt/ha, die 19 % höher waren als im letzten Jahr und 10 % höher als im langjährigen Durchschnitt. Gleichzeitig erreichten die Hektarerträge damit eine neue Rekordmarke. Die Anbaufläche war 2014 mit 244.800 ha hingegen nur knapp 1 % größer als im Jahr zuvor (242.800 ha) und sogar 3,2 % kleiner als im langjährigen Mittel mit 252.900 ha.
 
Niedersachsen mit Flächen- und Ertragswachstum
Niedersachsen war auch 2014 der mit Abstand größte Kartoffelproduzent Deutschlands, gefolgt von Bayern und Nordrhein-Westfalen. In Niedersachsen wurden 2014 rund 5,05 Mio. t (Vj: 4,4 Mio. t) Kartoffeln geerntet. Das ist ein Produktionszuwachs von knapp 15 %. Gleichzeitig entspricht diese Erntemenge rund 44 % der gesamten deutschen Kartoffelproduktion. Die niedersächsische Anbaufläche lag 2014 bei etwa 105.300 ha (Vj. 102.500) und die niedersächsischen Kartoffelerträge waren mit 479 dt/ha rund 11 % höher als im Jahr zuvor (Vj: 430 dt) und zudem auch höher als im langjährigen Mittel (450 dt).
 
Ein Drittel größere Ernte in Bayern
Position zwei der wichtigsten deutschen Kartoffelproduzenten nimmt auch 2014 Bayern ein, mit einer Erntemenge von 1,87 Mio. t (Vj. 1,41 Mio. t) bzw. 16 % der deutschen Gesamternte. Im Vergleich zum Vorjahr ist die hat die bayrische Kartoffelproduktion damit um 32 % bzw. ein Drittel zugenommen. Gleichzeitig entspricht dies etwa der Produktionsmenge von vor zwei Jahren von 1,81 Mio. t. Die bayrische Anbaufläche lag 2014 bei 40.800 ha (Vj. 43.500) und die Erträge stiegen um 10 % auf 527 dt/ha (Vj: 478 dt) und waren damit die höchsten Erträge aller Bundesländer.
 
Mehr Kartoffeln in NRW und Ostdeutschland
Drittgrößter deutscher Kartoffelproduzent war auch 2014 Nordrhein-Westfalen mit einer Erntemenge von 1,66 Mio. t (Vj: 1,5 Mio. t) bzw. 14 % der deutschen Gesamternte. Die Anbaufläche in NRW lag 2014 bei 31.500 ha (Vj. 31.300) und die Erträge wurden mit 527 dt/ha (Vj: 477 dt) angegeben. Auf Position vier der wichtigsten deutschen Kartoffelerzeuger liegt Sachsen-Anhalt mit einer Erntemenge von 0,712 ( Vj: 0,526 Mio. t) und Erträgen von 542 dt/ha (Vj: 411) gefolgt von Brandenburg mit einer Kartoffelernte von 0,421 Mio. t (VJ: 0,319) sowie Sachsen mit 0,339 Mio. t (VJ: 0,182), Rheinland-Pfalz mit 0,285 Mio. t (0,286) und Baden-Württemberg mit 0,268 Mio. t (0,194).
 
Erzeugerpreise sind um 75 % gefallen
Die durchschnittlichen Erzeugerpreise für Speisekartoffeln liegen Mitte Februar 2015 rund 75 % (!!) niedriger als ein Jahr zuvor im Februar 2014. So bewegte sich der Erzeugerpreis für festkochende Kartoffeln im Osten Niedersachsens im Februar 2015 bei 6,75 Euro/dt und im Westen Niedersachsens nur bei 5,75 Euro/dt. Vor 12 Monaten im Februar 2014 hatten die Preise in Niedersachsen bei etwa 26,0 Euro/dt gelegen und waren damit fast viermal so hoch. Allerdings sind die Preise in Niedersachsen im Februar moderat um etwa 0,75 Euro gestiegen.
 
Aus Bayern meldet man für festkochende Kartoffeln Mitte Februar 2015 durchschnittliche Erzeugerpreise von 7,00 Euro/dt im Vergleich zu 25 Euro vor einem Jahr. Hier war das Preisniveau zuletzt jedoch stabil. Das Preisniveau in NRW liegt aktuell bei 8,50 Euro (Vj: 28,50) und aus Sachsen-Anhalt werden Mitte Februar durchschnittliche Erzeugerpreise für festkochende Kartoffeln von 6,50 Euro/t gemeldet.
 
Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter Markt
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