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Analyse

Kartoffeln: Europäer mit sehr hohen Kartoffelerträgen

von , am
29.09.2014

Im September hat die europäische Crop-Monitoring Agentur MARS ihre Schätzung zu den Kartoffelerträgen gegenüber dem Vormonat nochmals leicht nach oben gesetzt

© Rainer Sturm
Die Ertrags- und Ernteprognosen für die europäische Kartoffelernte 2014 liegen weiterhin sehr deutlich über dem Vorjahr. Ende September hat die europäische Crop-Monitoring Agentur MARS ihre Schätzung zu den Kartoffelerträgen gegenüber dem Vormonat sogar nochmals leicht nach oben gesetzt. Ursache ist, dass die Erträge in einigen großen Produktionsländern wie etwa Frankreich kräftig nach oben korrigiert wurden. Kräftige Aufwärtskorrekturen der Ertragsprognosen gab es im September auch für das Vereinigte Königreich und für Rumänien. In Deutschland erwartet MARS erheblich höhere Erträge als im sehr schwachen Jahr 2013, bleibt jedoch etwas unter der aktuellen Ertragsschätzung des BMEL
 
Kartoffel-Erträge knapp 5 Prozent höher als 2013
Die europäische Crop-Monitoring-Agentur MARS hat Ende September die Ertragsprogosen in den Europäischen Anbauländern aktualisiert und damit auch die Erwartung an die europäische Ernte 2014. Der für die EU 28 durchschnittlich prognostizierte Kartoffelertrag lag im September bei 32,78 t/ha und damit nochmals 1 % höher als in der Augustprognose mit 32,34 t/ha. Dieser Durchschnittsertrag wäre auch im langährigen Vergleich ganz hervorragend, zumal die sechs wichtigsten europäischen Produzenten (Deutschland, Niederlande, Frankreich, Vereinigte Königreich, Belgien und Polen) durchweg sehr gute Ernten einfahren. Der durchschnittliche Ertrag des Vorjahres (30,94) wird immerhin um 4,5 % übertroffen. Gleichzeitig liegt die aktuelle Ertragsschätzung 7,1% über dem langjährigen Mittelwert von 30,61 t/ha.
 
Spitzen-Erträge in Deutschland, den Niederlanden und Frankreich
Für Deutschland erwarteten die Experten von MARS in der Septemberschätzung einen Durchschnittsertrag von 45,26 t/ha und damit einen ähnlich hohen Ertrag wie im August mit 45,11 t/ha. jedoch 3,5 % weniger als das deutsche Landwirtschaftsministerium mit 46,86 dt/ha. Das sehr schwache Jahr 2013 (39,83) wird mit den erwarteten Erträgen um 14 % übertroffen. Das langjährige Mittel (42,95) würden die Landwirte in Deutschland mit dem erwarteten Ergebnis um 5,4 % übertreffen. Den französischen Ertragsdurchschnitt erwartet MARS im September bei 46,97 t/ha und damit gut 8 % höher als zur August-Schätzung mit 43,40 t/ha. Die französischen Kartoffelerträge aus dem Vorjahr (43,39) würden mit der neuen Ernte um 8,3 % übertroffen und das das langjährige Mittel (43,16) um 8,8 %. Ähnlich hohe Erträge wie im August (45,86) prognostizierte MARS im August mit 45,69 t/ha in den Niederlanden. Das Vorjahresergebnis (41,50) würde um 10,1 % übertroffen und im langjährigen Vergleich (44,13) sind die niederländischen Erträge 3,5 % höher.
 
Sehr hohe Erwartungen für Belgien und das Vereinigte Königreich
Für Belgien erwarteten die Experten von MARS im September einen Durchschnittsertrag von 47,29 t/ha und damit keine Veränderung gegenüber der sehr hohen August-Schätzung (47,25). Das sehr gute Vorjahresergebnis (46,15) würden die Belgier um 2,5 % übertreffen, im langjährigen Vergleich (44,97) sind die belgischen Erträge sogar 5,2 % höher. Die Ertragsprognose für das im Vereinigten Königreich hat MARS im September-Report mit 42,97 t/ha (August: 40,10) um rund 7 % nach oben gesetzt. Damit wären die Kartoffelerträge auf der Insel rund 7,2 % höher als im letzten Jahr (40,10) und 4,6 % höher als im langjährigen Mittel (41,07). In Polen prognostizierte MARS im September mit 21,18 t/ha (August: 22,11) gut 1 % niedrigere Erträge als 2013 (21,40). Im langjährigen Vergleich (20,55) sind die polnischen Erträge 3,0 % höher. In Rumänien, dem nach Polen zweitgrößten osteuropäischen Kartoffelproduzenten, erwartet MARS mit 16,59 dt/ha (August: 15,59 t/ha) einen Anstieg der Erträge gegenüber 2013 (15,03) um knapp 10,4 %.
 
Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter marktkompass
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