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Analyse

Kartoffeln: Preise kommen unter Druck

von , am
06.01.2014

Ausgehend vom Westen Europas kommt Angebotsdruck auf.

© Rainer Sturm
 
Die ersten Kartoffelnotierungen im Jahr 2014 sind ähnlich hoch wie die letzten in 2013. Allerdings kommt, ausgehend vom Westen Europas, Angebotsdruck auf, dem sich die Preisbildung wohl nicht entziehen kann. Ursache ist ein vergleichsweise schwaches Geschäft mit Kartoffeln, die weder vertraglich gebunden sind noch zu den etablierten Vermarktungswegen von Erzeugern zu ihren Stammabnehmern gehören. Für diese momentan schwer zu platzierenden Kartoffeln erwarten die Landwirte seit Wochen steigende Nachfrage, die sich aber nicht einstellt. Insbesondere Exporte nach Süd- und Osteuropa springen kaum an. Der Versand nach Russland oder in die Ukraine ist saisonbedingt noch nicht zu erwarten und in näher liegenden Verkaufsregionen wird das günstigere Angebot aus Belgien oder Frankreich bevorzugt.
 
Angebot und Nachfrage nicht mehr im Gleichgewicht
In Westeuropa bemühen sich die Lagerhalter um frühzeitige Räumung ihrer Vorräte, wofür sie zuletzt zum Teil auch Preiszugeständnisse gemacht haben. Hierzulande tut sich der Markt mit Kursrücknahmen noch etwas schwer, zumal das Ernteergebnis vor Wochen eine ganz andere Richtung der Preisentwicklung vermuten ließ. In Süd- und Ostdeutschland sind die Vorräte an Speisekartoffeln nicht allzu üppig, so dass dort dem Druck noch am ehesten standgehalten wird. Bei Frittenkartoffeln im Westen könnte das bald anders aussehen. Für den Verkauf nach Belgien oder in die Niederlande sind die Forderungen derzeit zu hoch und das Verhältnis von Angebot und Nachfrage ist am ehesten nicht mehr im Gleichgewicht.
 
Terminmarkt rückläufig
Die Marktentwicklung spiegelt sich in der Preiserwartung am Terminmarkt EUREX wider. Der April-Kontrakt 2014 hat über den Jahreswechsel weiter an Wert verloren und stand zu Beginn dieser Woche nur noch bei 16,70 EUR/dt. In der zweiten Dezemberhälfte war das Kaufinteresse vor dem Hintergrund schwacher Preise noch einmal gewachsen. Zuletzt trennten sich aber mehr Kontrakthalter von ihrer Verpflichtung am Terminmarkt als dass neue hinzu kamen.
 
Christoph Hambloch/AMI
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