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Analyse

Kartoffeln: Schwächephase hält an

von , am
04.02.2014

Kartoffelernte 2014: Knapp 11,5 Mio. t. Kartoffeln wurden 2014 geerntet. © Mühlhausen/landpixel
Nach sparsamem Umgang mit den im Vorjahr eingebrachten Kartoffeln hat sich die Versorgungslage in Deutschland längst entspannt. Inzwischen ist einigen die Nachfrage sogar viel zu ruhig.
 
Bei Frittenkartoffeln überrascht das nicht. Die Fabriken hatten schon vor der Saison mehr Rohstoff kontrahiert als sonst. Dann kauften sie im Herbst aus der Ernte relativ viel zu. Der akute Bedarf war immer mit Vertragskartoffeln gedeckt. Am ruhig empfundenen Markt kauften insbesondere die Frittenhersteller immer wieder Ladungen für spätere Liefertermine und so ist auch heute das Tagesgeschäft mit vertragsfreier Ware noch kaum gewachsen.
 
Wer freie Ladungen kurzfristig platzieren will, hat es sehr schwer und wird immer wieder mit Preiskorrekturen nach unten konfrontiert. Bei frischen Speisekartoffeln ist die Marktmacht zwar nicht ganz so stark in den Händen der Einkäufer, für Aktionen, die Anfang Februar umfangreicher laufen, nimmt der Anteil preiswerter Ware aus dem Flächenlager im Tagesgeschäft aber zu. Für Kartoffeln aus Kistenkühllägern, die demnächst umfangreicher angeboten werden dürften, zahlt der Handel unveränderte Preise. Kühlläger sind vielfach in den Händen der Vermarkter, so dass kaum Interesse bestehen dürfte, die Preise für daraus stammende Kartoffeln zu senken. Für weitere Kursaufschläge lassen aber sowohl die noch zu platzierenden Vorräte als auch das schon sehr hohe Preisniveau zumindest kurzfristig keinen Platz.
 
Frühkartoffeln spielen momentan noch keine Rolle. Der Handel ist darauf eingestellt, erst ab März einige Kartoffeln aus Ägypten oder Israel anzubieten. So werden die Vorräte auch ohne große Exporte stetig und bedarfsgerecht weiter abgebaut. Die Zeit der Exporte nach Osteuropa wird Ende März/Anfang April aber auch noch kommen. Vermutlich werden preisbedingt dann zwar vor allem Anbieter aus dem Beneluxraum und aus Frankreich liefern. Wenn deren Vorräte aber auf diese Weise verschwinden, werden sie den Markt in Deutschland im weiteren Verlauf nicht belasten.
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