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Analyse

Kartoffelpreise auf Tiefstand, Anbaurückgang erwartet

von , am
27.03.2015

Die Preise für Speisekartoffeln befinden sich in Deutschland auf dem niedrigsten Stand seit vielen Jahren.

© Mühlhausen/landpixel
 
Die Erzeugerpreise für Speisekartoffeln befinden sich in Deutschland auf dem niedrigsten Stand seit vielen Jahren. Die letzten Tiefstpreise aus dem Jahr 2011,  als die Kartoffelpreise bis auf 8,50 Euro je dt gefallen waren, werden derzeit deutlich unterboten. Im Bundesmittel lagen die Erzeugerpreise für überwiegend festkochende Kartoffeln in der Woche bis 29. März bei 7,33 Euro je dt und damit fast unverändert zur Woche zuvor. Vor einem Jahr (2014)  bekamen die Landwirte für Kartoffeln der gleichen Qualität im Bundesmittel 24,60 Euro je dt und damit mehr als dreimal so hohe Preise wie jetzt und vor zwei Jahren (2013)  lagen die Kartoffelpreise zu diesem Termin immerhin bei 19,60 Euro je dt.
 
Anbaurückgang in Europa erwartet
Der Druck auf die Kartoffelpreise kommt von der sehr großen deutschen und auch  europäischen Ernte und dürfte in der neuen Saison wohl zu deutlichen Einschränkung im Anbau der 5 großen europäischen Erzeugerländer Deutschland, Frankreich, Niederlande, Vereinigtes Königreich und Belgien führen. Diese Annahme bestätigen jetzt die erste vorläufigen Anbaudaten aus Großbritannien. Dort gehen Analysten und Verbände davon aus, dass die Anbaufläche 2015 auf den niedrigsten bisher überhaupt erfassten Stand sinken könnte. Erwartet wird ein Anbaurückgang von 5 % bis 10 %. Durch eine Flächenreduzierung von 5 % auf 134.000 ha würde die Anbaufläche unter der bisher kleinsten Anbaufläche von 137.000 aus dem Jahr liegen.
 
Deutsche Ernte 2014 mit Rekord-Erträgen
Auch für Deutschland halten Beobachter einen Anbaurückgang von 5 % durchaus für denkbar. Bie diesem Szenario würde es zu einer Reduzierung der Anbaufläche von 244.800 ha im Jahr 2014 auf  etwa 232.560 ha im Jahr 2015 kommen. Allerdings war in Deutschland  2014 nicht so sehr eine Anbauexpansion sondern vielmehr die rekordhohen Erträge von 474 dt/ha für die sehr große Ernte 2014 von 11,6 Mio. t verantwortlich. Die Anbaufläche war in Deutschland auch im langjährigen Mittel (253.000 ha) deutlich größer als 2014.
 
Preise in Niedersachen Ost etwas fester
In der Woche bis zum 29. März wurden für festkochende Speisekartoffeln in der Region Niedersachsen Ost Erzeugerpreise von 7,0 Euro je dt gezahlt und damit 0,50 Euro höhere Preise als in der Vorwoche. In der Region Niedersachen West wurden Kartoffeln mit 6,0 Euro je dt zu gleichen Preisen gehandelt wie in der Woche zuvor. In Nordrhein-Westfalen lagen die Erzeugerpreise für Speisekartoffeln in der aktuellen Abrechnungswoche bei 8,50 Euro und damit unverändert zur Vorwoche. Aus Bayern meldete man Preise von 6,0 Euro und damit ebenfalls unveränderte Preise zur Woche zuvor.
 
Keine Preisveränderungen in Ostdeutschland
In Ostdeutschland blieben die Preise für Speisekartoffeln in der Woche bis 29. März  unverändert. Aus Mecklenburg-Vorpommern meldete man durchschnittliche Preise für vorwiegend festkochende Kartoffeln von 7,0 Euro und weiterhin das gleiche Niveau wie in der Woche zuvor. In Sachsen-Anhalt handelte man vorwiegend festkochende Kartoffeln mit 6,50 Euro und damit eben so teurer wie in der Woche zuvor (75 Euro), jedoch zu niedrigeren Preisen als im letzten Jahr (94 Euro). Aus Brandenburg meldete man durchschnittliche Preise von 8,0 Euro und damit ebenfalls keine Preisveränderung zur Vorwoche.
 
Dr. Olaf Zinke / Redaktionsleiter Markt
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