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Analyse

Wieder sehr hohe Kartoffelerträge erwartet

von , am
25.06.2015

Nach der aktuellen Juni-Prognose der europäischen Crop-Monitoring Agentur MARS werden die Kartoffelerträge auch 2015 überraschend hoch ausfallen und möglichweise fast die Rekordwerte aus dem Vorjahr erreichen.

© Mühlhausen/landpixel
 
Die Anbaufläche bei Kartoffeln für die Ernte 2015 könnte nach der Einschätzung der wichtigsten fünf europäischen Anbauländer (Deutschland, Frankreich, Belgien, Niederlande und Vereinigtes Königreich) um etwa 2,5 % kleiner sein als 2014. Entscheidender für die Produktion und das Angebot werden jedoch die Erträge sein. Nach der aktuellen Juni-Prognose der europäischen Crop-Monitoring Agentur MARS werden die Kartoffelerträge auch 2015 überraschend hoch ausfallen und möglichweise fast die Rekordwerte aus dem Vorjahr erreichen. Das wäre für die weitere Preisentwicklung jedoch fatal. In den letzten Wochen hatten sich die Erzeugerpreise für Speisekartoffeln (auch für alterntige Ware) deutlich von ihren vorigen Tiefständen erholt.
 
Kartoffel-Erträge nicht weit von 2014 entfernt
Die europäische Crop-Monitoring-Agentur MARS hat Ende Juni die Ertragsprogosen in den wichtigsten Europäischen Anbauländern aktualisiert und damit auch die Erwartung an die neue europäische Ernte 2015. Der für die EU 28 insgesamt erwartete Kartoffelertrag liegt im Juni bei 33,34 t/ha und damit trotz der Trockenheit in einigen Ländern noch 1,5 % höher als in der Maiprognose mit 32,84 t/ha. Das Rekordergebnis aus dem Vorjahr (33,62) wird nur noch noch um 0,8 % verfehlt. Außerdem liegt die aktuelle Ertragsschätzung sehr deutlich 6,5 % über dem langjährigen Mittelwert von 31,31 t/ha. Dabei war die Entwicklung in den wichtigsten 5 europäischen Anbauländern im Juni nicht einheitlich.
 
Hohe Ertragsprognose für Deutschland
Für Deutschland erwarteten die Experten von MARS in der Junischätzung einen Durchschnittsertrag von 45,63 t/ha und damit 1,9 % höhere Erträge als im Mai mit 44,79 t/ha. Das außergewöhnliche gute Jahr 2014 (47,42) wird mit den erwarteten Erträgen um 3,8 % verfehlt. Das langjährige Mittel (43,54) wird in Deutschland mit dem erwarteten Ergebnis jedoch um 4,8 % übertroffen.
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Französische Erträge über Vorjahr
Den französischen Ertragsdurchschnitt erwartet MARS im Juni bei 46,04 t/ha und damit 3,7 % höher als zur Maischätzung mit 44,38 t/ha. Die Kartoffelerträge aus dem Vorjahr (44,16) würden mit dem erwarteten Ergebnis um rund 4,2 % übertroffen und das langjährige Mittel sogar um 6,5 % (43,23). Geringfügig niedrigere Erträge als im Mai (44,87) prognostizierte MARS im Juni mit 44,69 t/ha in den Niederlanden. Das sehr gute Vorjahresergebnis (45,0) würde lediglich um 0,7 % verfehlt und im langjährigen Vergleich (43,88) wären die niederländischen Erträge 1,9 % höher.
 
Kräftiger Rückgang in Belgien, UK höher als 2014
Für Belgien erwarteten die Experten von MARS im Juni einen Durchschnittsertrag von 45,67 t/ha und damit gegenüber der Maischätzung (45,67) keine Veränderung. Das rekordhohe Vorjahresergebnis (54,0) würden die Belgier jedoch um 15,4 % verfehlen, im langjährigen Vergleich (46,89) wären die belgischen Erträge 2,6 % niedriger. Den Ertragsdurchschnitt im Vereinigten Königreich erwartet MARS im Juni-Report unverändert bei 41,06 t/ha (Mai: 41,08) und damit rund 36,8 % höhere Erträge als im letzten Jahr (30,01) und 7,4 % höhere Erträge als im langjährigen Mittel (38,22).
 
Erträge in Polen und Rumänien niedriger als 2014
In Polen (dem größten osteuropäischen Produzenten) prognostizierte MARS im Juni mit 21,23 t/ha (Mai: 21,75) etwa 9,6 % niedrigere Erträge als 2014 (23,60). Im langjährigen Vergleich (21,40) sind die polnischen Erträge 0,3 % niedriger. In Rumänien, dem nach Polen größten osteuropäischen Kartoffelproduzenten, erwartet MARS mit 15,70 t/ha einen Rückgang der Erträge gegenüber 2014 (16,73) von etwa 6,3 %. Das langjährige Mittel (14,60) würde jedoch recht deutlich um 7,5 % übertroffen.
 
Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter Markt
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