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Analyse

Analysten bestätigen Rekordernte bei Mais

von , am
18.11.2014

Mitte November bestätigt das europäische Analystenhaus Strategie Grains auf Basis der aktuellen Erntedaten die bisherige Rekordprognose.

© Mühlhausen/landpixel
Die Daten zur europäischen Maisernte werden immer genauer. Mitte November bestätigt das europäische Analystenhaus Strategie Grains auf Basis der aktuellen Erntedaten die bisherige Rekordprognose. Die europäischen Maispreise haben zuletzt (mit Unterstützung aus Übersee) zugelegt und sich am Terminmarkt etwa zwischen 145 Euro und 155 Euro eingependelt. Vor vier Wochen lagen die Maispreise noch bei knapp von 140 Euro/t. Allerdings kommt die Ernte in Südeuropa und in Osteuropa witterungsbedingt (Regen) nur langsam voran, was den Angebotsdruck spürbar verringert und die Preise stützt. Der europäische Importbedarf schrumpft wegen der Rekordernte drastisch und die Bestände wachsen kräftig.
 
Maisernte 15 Prozent größer als 2013
Das europäische Analystenhaus Strategie Grains schätzte die europäische Maisernte im November auf 73,5 Mio. t und damit 0,2 Mio. t größer als in der Oktober-Prognose (73,3 Mio. t). Gleichzeitig wäre das für die Europäer die mit Abstand größte Maisernte überhaupt, rund 5 Mio. t über dem bisherigen Produktionsrekord aus dem Jahr 2011 (68,6 Mio. t). Die europäische Maisernte des Jahres 2013 (64,2 Mio. t) wird mit der von Strategie Grains erwarteten Erntemenge um 9,3 Mio. t bzw. knapp 15 % übertroffen. Die EU-Kommission liegt mit ihrer Einschätzung zur europäischen Maisernte von 71,8 Mio. t weiterhin etwas niedriger als Strategie Grains. Das USDA ging Mitte November jedoch ebenfalls 73,0 Mio. t aus (Okt: 71,0 Mio. t).
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Importe schrumpfen um 60 Prozent
Der Bedarf/Verbrauch von Mais am europäischen Binnenmarkt liegt nach den Berechnungen von Strategie Grains im aktuellen Wirtschaftsjahr bei 77,8 Mio. t und nach Einschätzung der Kommission bei 74,7 Mio. t. Die europäischen Endbestände wachsen nach Auffassung der Kommission von 14,7 Mio. t auf etwa 17,8 Mio. t. Den europäischen Importbedarf schätzt Strategie Grains nur noch auf 6,4 Mio. t, während die Kommission bislang noch von 8,0 Mio. t ausgeht. Auch das USDA rechnet nur mit nur noch mit Importem von 6,0 Mio. t. Im Wirtschaftsjahr 2013/14 hatten die Europäer die bisherige Rekordmenge von 16,2 Mio. t Mais importiert und damit 10 Mio. t mehr als Strategie Grains für das aktuelle Jahr erwartet.
 
Frankreich und Ungarn mit Rekordernten
Für Frankreich, den größten Maisproduzenten (und Exporteur) der Europäischen Union, erwartet Strategie Grains im November eine Maisernte von 17,3 Mio. t und damit 0,1 Mio. t mehr wie zur Oktober-Prognose (17,2) und 2,4 Mio. t mehr als 2013 (14,9 Mio. t). Diese Maisernte würde für Frankreich einen neuen Produktionsrekord bringen. Die Analysten von ADM/Töpfer hatten Ende Oktober in ihrer Prognose ebenfalls eine französische Maisernte von 17,3 Mio. t erwartet und das USDA ging Mitte November von 17,0 Mio. t aus. Für Ungarn belässt Strategie Grains die erwartete Maisernte bei 9,1 Mio. t (Okt 9,1 Mio. t). Im Vergleich zur Erntemenge von 2013 (6,8 Mio. t) wäre die für Ungarn erwartete Produktion 2,3 Mio. t oder etwa 34 % größer. Die Analysten von ADM/Töpfer hatten Ende Oktober ebenfalls eine ungarische Maisernte 9,1 Mio. t erwartet und auch das USDA ging von 9,1 Mio. t aus.
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Daten für Rumänien noch unsicher
Unverändert gelassen haben die Analysten von Strategie Grains auch die Erwartungen an die Maisernte für den zweitgrößten europäischen Maisproduzenten Rumänien. Nach den aktuellen Novemberdaten erreicht die rumänische Maisproduktion einen Umfang von rund 10,8 Mio. t, bleiben damit jedoch unter dem bisherigen Produktionsrekord aus dem Jahr 2004 (14,5 Mio. t). Gleichzeitig ist die Ernte jedoch  0,4 Mio. t größer als die letzte sehr gute Erne aus dem Jahr 2013 (10,4 Mio. t). Die Analysten von ADM/Töpfer hatten die rumänische Maisernte in ihrer letzten Prognose Ende Oktober hingegen deutlich größer (als Strategie Grains) auf 11,4 Mio. t veranschlagt und auch das USDA ging im November von 11,1 Mio. t aus.
 
Italien und Deutschland mit guten Ernten
Eine größere Maisernte als 2013 melden die Analysten von Strategie Grains ebenfalls für Italien. Die italienische Maisproduktion erreicht nach den aktuellen Daten 8,2 Mio. t. Das ist ebenso so viel wie schon im Oktober erwartet wurde (8,2 Mio. t) und zudem 0,6 Mio. t mehr als 2013 (7,6 Mio. t). Die Analysten von ADM/Töpfer haben die italienische Maisernte lediglich auf 7,9 Mio. t geschätzt und das USDA geht von 8,2 Mio. t aus. Für Deutschland erwarteten die Analysten von ADM/Töpfer eine Maisernte von rund 5,2 Mio. t (Okt.: 4,9 Mio.t) und liegen damit über der Ernteschätzung des Statischen Bundesamtes von 4,7 Mio. t. Im letzten Jahr ernteten die deutschen Landwirte nur 4,4 Mio. t.
 
Dr. Olaf Zinke / Redaktionsleiter marktkompass
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