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Analyse

Argentinien baut deutlich weniger Mais an

von , am
07.11.2014

In Argentinien wird der Maisanbau in diesem Jahr wohl stärker eingeschränkt als zunächst erwartet.

© Tobias Marx/fotolia
In Argentinien wird der Maisanbau in diesem Jahr wohl stärker eingeschränkt als zunächst erwartet. Darauf deuten jetzt die jetzt erhobenen Daten des USDA-Büros in Buenos Aires zu den Anbauentscheidungen der argentinischen Farmer hin. Gründe für den Anbaurückgang sind die sehr niedrigen Maispreise in Verbindung mit hohen Produktionskosten und hohen Exportzöllen in Argentinien sowie sehr hohen Frachtkosten zu den Exporthäfen. Insgesamt sind die aktuellen Kosten/Erlösrelationen offenbar deutlich ungünstiger als beim Soja. Der wichtigste Monat für Maisaussaat in Argentinien (in Zentralargentinien) ist der Oktober. Die Aussaat von Soja erfolgt dagegen hauptsächlich im November oder als Zweitfrucht nach Weizen im Januar. Zwar kann der Mais in Argentinien auch noch bis in Dezember hinein gepflanzt werden (vor allem im Süden). Dieser späte Mais ist jedoch weniger ertragreich und kommt mit seiner ersten kritischen Wachstumsphase häufig in den sehr trockenen Januar mit sehr negativen Auswirkungen für den Ertrag.
 
Produktion und Export gehen zurück
Anfang November 2014 ist die erwartete Anbaufläche beim Mais in Argentinien deutlich kleiner als im Vorjahr (2013). Im vorigen Jahr (2013) hatten die argentinischen Farmer auf 3,5 Mio. ha Mais angebaut und eine Ernte von 26,0 Mio. t eingebracht. Vor zwei Jahren (2012) lag die Maisfläche in Argentinien sogar bei 4,0 Mio. ha und die Erntemenge bei 27,9 Mio. t. Allerdings brachte das im Wirtschaftsjahr 2012/13 auch den bisherigen argentinischen Anbau- und Produktionsrekord. Die Exportmenge erreichte im vorigen Wirtschaftsjahr 2013/14 nur noch einen Umfang von 13 Mio. t, nach der Rekordausfuhr von 22,8 Mio. t im Wirtschaftsjahr 2012/13. Damals hatten die USA wegen der dortigen Dürre deutlich weniger Mais produziert und exportiert. Wegen des deutlich größeren globalen Angebots im letzten Jahr gingen auch die argentinischen Ausfuhren kräftig zurück. Argentinien war im Wirtschaftsjahr 2013/14 nach den USA (44,5 Mio. t), Brasilien (22 Mio. t) und der Ukraine (20 Mio. t) nur noch der viergrößte Exporteur von Mais.
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In zwei Jahren schrumpft die Maisfläche um 25 Prozent
Das USDA-Büro in Buenos Aires hat die Maisfläche kurz vor dem Monatswechsel nur noch auf 3,00 Mio. ha geschätzt. Ein Rückgang gegenüber dem Vorjahr (2013) von 0,5 Mio. ha oder 14 % und gegenüber 2012 (4,0 Mio. ha) sogar von 1,0 Mio. ha bzw. 25 Prozent. Das USDA selbst hatte die Erntefläche in seinem Oktoberreport noch auf 3,25 Mio. ha veranschlagt. Die Produktionsmenge erwartet das argentinische USDA-Büro im November nur noch bei 22 Mio. t und damit 1,0 Mio. t kleiner als das USDA in seinem Oktoberreport (23,0 Mio. t) und 4 Mio. t kleiner als im letzten Jahr (26,0 Mio. t). (Die Haupterntezeit für Mais ist in Argentinien der März). Die mögliche Exportmenge wird vor dem Hintergrund der kleineren Ernte auf 12,5 Mio. t veranschlagt und damit 1,0 Mio. t kleiner als im Oktoberreport des USDA und etwa 0,5 Mio. t kleiner als im letzten Jahr. Der Inlandsbedarf der Argentinier soll bei etwa 9,2 Mio. t (Vj. 8,7 Mio. t) liegen, davon sind 6,1 Mio. t Futtermais.
 
Argentinischer Mais billiger als US-Ware
Auch in Argentinien sind die Maispreise 2014 deutlich gefallen und an den Exporthäfen kostet argentinischer Mais sogar weniger als in den USA. Zur Verladung im November/Dezember wird der Mais an den argentinischen Exporthäfen derzeit für 180 USD/t angeboten. Zum gleichen Termin kostete der Mais aus den USA rund 200 USD/t fob-Golf. Zur Verschiffung im März/April 2015 kostet argentinischer Exportmais derzeit 182 bis184 USD/t und an den US-Exporthäfen liegen die Exportpreise für diesen Termin bei etwa 190 USD/t.
 
Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter marktkompass
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