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Analyse

Behauptete Maispreise und hohe Importe

von , am
24.11.2014

Am europäischen Markt sorgte offenbar die langsame Ernte in Osteuropa und im Süden des Kontinents (Regen) für eine relativ knappe aktuelle Marktversorgung.

Die Maispreise folgen momentan dem Trend aus den USA-nämlich abwärts. © Fritz/agrarheute.com
Die Maispreise in Europa haben sich zuletzt gut behauptet. Dagegen ging es es in den USA mit den Preisen leicht nach unten. Am europäischen Markt sorgte offenbar die langsame Ernte in Osteuropa und im Süden des Kontinents (Regen) für eine relativ knappe aktuelle Marktversorgung. Vor diesem Hintergrund (und der sehr guten Ernte in der Ukraine) lassen sich auch die überraschend hohen Maisimporte zum Beginn des Wirtschaftsjahres erklären. So haben die EU-Länder bis zum 18. November bereits 2,7 Mio. t Mais in Drittländern gekauft und damit sogar etwas mehr als im Rekordjahr 2013 zu diesem Termin (2,4 Mio. t). Auch deutsche Importeure haben bereits 360.000 t Mais in Drittländern geordert und damit mehr als etwa Italien (320.000).
 
Wintereinbruch in den USA, hohe Exportverkäufe
In den USA hatte der heftige und frühe Wintereinbruch (mit viel Schnee im Nordosten) die Preise zunächst gestützt. Bis zum 16. November waren in den USA erst 89 Prozent der Maisfläche abgeerntet und die Analysten befürchten größere Produktionsausfälle. Gleichzeitig melden die großen nordamerikanischen Getreidehändler jedoch eine reichliche aktuellen Marktversorgung und volle Läger. Die Netto-Exportverkäufe der USA (abzüglich Stornierungen) erreichten in der letzten Wochen einen Umfang von 908.700 t und übertrafen damit die Erwartungen der Analysten (500-700.000 t) ebenso wie die in der Vorwoche verkaufte Menge von 505.000 t. Die insgesamt ins Ausland verkaufte Maismenge der USA liegt derzeit  bei 20,6 Mio. t und damit 14 Prozent unter dem vergleichbaren Vorjahreswert von 23,9 Mio. t. Erwartet werden vom USDA dieses Wirtschaftsjahr bislang Ausfuhren von 44,4 Mio. t.
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Maispreise am europäischen Terminmarkt behauptet
Am europäischen Terminmarkt haben sich die Maispreise in der letzten Woche behauptet.  Am Freitag (24.11) kostete der Mais für den Januarkontrakt am Terminmarkt in Paris 152,25 Euro/t und damit knapp 1 Euro weniger als am Freitag der Vorwoche (Vw: 153 Euro). Der Märztermin notierte bei 155,25 Euro (Vw: 156,6 Euro) und damit 1,3 Euro preisweter wie vor einer Woche und der Junikontrakt beendet den Handel bei 158,50 Euro und damit 1,50 Euro billiger als vor einer Woche (160,0 Euro). Am Montag Vormittag (24.11) startet der Handel am europäischen Terminmarkt für den Januar mit leichten Plus von 0,50 Euro bei 152,75 Euro/t.
 
Europäische Maispreise am Kassamarkt stabil bis fest
Am europäischen Kassamarkt bewegten sich die Maispreise in Frankreich im Großhandel (fob Bordeaux) am letzten Freitag bei 150 Euro und damit auf dem gleichen Niveau wie in der Vorwoche (150 Euro). Am Großmarkt in München lagen die Maispreise (ab Station) in der letzten Woche zwischen 146 Euro und 150 Euro (Vw: 146 bis 150 Euro) und damit eben so hoch wie in der Woche zuvor. Vom Großmarkt in Frankfurt/M wurden Maispreise zwischen 154 Euro und 158 Euro (Vw. 154 bis 157 Euro) gemeldet und franko-Niederrhein lagen die Preismeldungen bei 163 Euro (Vw: 160 Euro).
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US-Maispreise zuletzt etwas schwächer
In den USA haben die Maispreise in der letzten Woche etwas nachgegeben. Der US-Mais für den Dezembertermin ging am Freitag (24.11) in Chicago mit umgerechnet 118 Euro/t (372,6 Ct/bu) aus dem Handel und damit umgerechnet etwa 2,0 Euro preiswerter wie am Freitag der Vorwoche (381,6 Ct/bu) . In US-Dollar gaben die Kurse um rund 2,4 % nach. Der Märzkontrakt wurde mit 122 Euro (385,2 Ct/bu) gehandelt und der Maitermin mit etwa 125 Euro (394,2 Ct/bu). Zum Wochenbeginn (24.11) liegen die Maispreise in den USA im elektronischen vorbörslichen Handel leicht im Minus. An den US-Exporthäfen (fob-Golf) kostete der Mais am Freitag (24.11) für die Verladung im Dezember 195 USD/t (157 Euro) und im Februar 191 USD/t (154 Euro) und damit rund 5 USD/t weniger als vor einer Woche.
 
Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter marktkompas
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