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Analyse

Bodenbildung bei den Maispreisen

von , am
11.05.2015

In Europa und am Weltmarkt bewegten sich die Maispreise in der vorigen Woche seitwärts.

© Schollen/landpixel.de
 
In Europa und am Weltmarkt bewegten sich die Maispreise in der vorigen Woche überwiegend seitwärts. Dabei sind die Maispreise für die neue Ernte 2015 in Europa weiterhin höher als für die alte Ernte. Grund ist der erwartete  deutliche Rückgang der europäischen Maisproduktion 2015. Auch beim größten globalen Maisexporteuer USA liegen die Preise für die neue Ernte etwas höher als in der aktuellen noch laufenden Saison. Hier geht man von einer Einschränkung der Anbaufläche (zu Gunsten von Soja) und damit ebenfalls von eiern kleineren Ernte als 2014 aus. Die Wachstums-Bedingungen für die neue US-Ernte sind allerdings sehr gut und auch die zunächst verzögerte Aussaat machte zuletzt einen Riesensprung.
 
Europäische Ernte deutlich kleiner
Anfang Mai veranschlagten die Analysten der EU-Kommission die europäische Maisernte 2015 nur noch auf 66,3 Mio. t. Damit wird die Rekordernte des Jahres 2014 von 75,9 Mio. t um 9,6 Mio. t bzw. rund 13 % verfehlt Vom größten europäischen Maisproduzenten Frankreich meldete Ende der letzten Woche, dass die Maisaussaat zu 82 % abgeschlossen war, im Vergleich zu 75 % in der Vorwoche und zu 78 % vor einem Jahr. Die Ernteerwartungen für Frankreich lagen zuletzt nur noch zwischen 15,6 Mio.t (EU-Kommission) und 15,9 Mio. t (Strategie Grains) und damit deutlich niedriger als im vorigen Jahr mit 18,2 Mio. t. In den USA war die Maisaussaat vor einer Woche zu 55 % abgeschlossen. Das war ein deutlich höheres Aussaattempo als die US-Farmer mit nur 38 % im langjährigen Mittel erreicht hatten.
 
Große Ernten in Südamerika und China
In Argentinien war die Maisernte am Ende der letzten Woche zu 29,5 % eingebracht (Vw: 28,4%). Die Getreidebörse in Buenos Aires erwartet die Erntemenge unverändert auf 25,0 Mio. t (Vj. 26,0 Mio. t) und damit relativ groß. In Brasilien schätzten die Analysten von Safras & Mercado die Gesamternte von Mais (Sommer- und Wintermais) letzte Woche auf 82,3 Mio. t und damit  sogar größer als die Ernte im letzten Jahr mit 80,0 Mio. t. In der Ukraine waren in der vorigen auf Woche auf 3,2 Mio. ha Mais gesät und damit auf 72 % % der  erwarteten Aussaatfläche von 4,1 Mio. ha. In Russland waren bis Ende der letzten Woche auf 1,5 Mio. ja Mais gepflanzt und damit rund 55 % der geplanten Fläche von 2,74 Mio. ha. Für China schätzte die dortige Getreideagentur (CNGOIC) in der letzten Woche für 2015 eine neue Rekordernte von 232 Mio. t nach 215 Mio. t im vorigen Jahr.
 
Maispreise derzeit fast 40 Euro unter Vorjahr
Am Montag Mittag notiert der Mais (Juni) am europäischen Terminmarkt 1,0 Euro höher bei 155,75 Euro. Gleichzeitig kostet die neue Ernte 163,25 Euro und damit 0,75 Euro mehr. Am Ende der ersten Maiwoche haben sich die Maispreise am europäischen uneinheitlich entwickelt. Der Junikontrakt beendete den Handel am vorigen Freitag mit 154,75 Euro/t und damit 0,50 Euro bzw. 0,3 % niedriger als am Vortag (155,25 Euro). Im Vergleich zur Vorwoche (157,0 Euro) sind die Maispreise an der MATIF nochmals um rund 1,5 % bzw. 2,25 Euro zurückgegangen. Der Augusttermin notierte vorigen Freitag bei 162,50 Euro und damit 0,75 Euro höher als am Vortag (161,75 Euro). Die neue Ernte (November) kostete am Freitag 162,50 Euro und damit 1,25 Euro mehr als am Vortag (161,25 Euro) sowie 7,75 Euro mehr als der aktuelle Juni-Kontrakt. Im Vergleich zum Vorjahr (193,0 Euro) sind die Maispreise am europäischen Terminmarkt derzeit 38,25 Euro niedriger.
 
Maispreise am Kassamarkt knapp behauptet
Am europäischen Kassamarkt haben die Maispreise in der letzten Woche nochmals leicht nachgegeben (Frankreich) oder sich knapp behauptet (Deutschland). Beim größten europäischen Maisproduzenten Frankreich (fob Bordeaux) lagen die Preismeldungen am heutigen Montag (11.Mai) bei 145 Euro und damit  2 Euro niedriger als eine Woche zuvor (147 Euro). Am Großmarkt in München handelte man den Mais (ab Station) in der letzten Woche mit 150 Euro (Vw: 150 Euro). Aus Baden-Württemberg vom Großmarkt in Stuttgart meldete Mitte letzter Woche ab Station schwächere Maispreise von 150 bis 152 Euro (Vw: 153 bis 155 Euro/t). Franko-Niederrhein lagen die Preismeldungen am Ende der vorigen Woche bei 170 Euro (Vw: 170 Euro). Franko Südholland notierte man am Ende der Vorwoche ebenfalls Maispreise von 174 Euro (Vw: 175 Euro).
 
Exportpreise knapp behauptet
Die Preisforderungen für Exportmais haben sowohl an den Exporthäfen der USA als auch an den südamerikanischen Exporthäfen(fob) nochmals leicht nachgegeben. Am vorigen Freitag (08.05) lagen die Exportpreise für US-Mais am US-Golf (fob) für die aktuelle Verladung im Mai bei 174 USD/t (Vw: 177 USD/t) und für den Zeitraum Juni bis August bei 171 bis 173 USD/t (Vw: 173 USD/t) und 2 bis 3 USD/t niedriger als vor einer Woche. Südamerikanischer Mais kostet an den dortigen Exporthäfen für den Mai 162 USD/t (Vw: 165 USD/t) und für den Juni 164 USD (Vw: 163 USD/t) und damit für den vorderen Termin 3 USD weniger als vor einer Woche sowie 12 USD bis 7 USD weniger als der für den gleichen Termin angebotene US-Mais.
 
Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter Markt
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