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Analyse

Brasilien/Mais: Kleinere Ernte, Preise trotzdem unter Druck

von , am
31.01.2014

Die Ernte von Mais (Sommermais) beginnt in Brasilien im Februar. Dieses Jahr wurde der Maisanbau (preisbedingt) in Brasilien deutlich zu Gunsten von Soja eingeschränkt.

© Schollen/landpixel.de
 
Die Ernte von Mais (Sommermais) beginnt in Brasilien im Februar. Der als Zweitfrucht nach Soja gepflanzte Wintermais (Safrina), wird jedoch erst ab Juni geerntet. Das USDA-Büro in Brasilien bestätigte nun die zuletzt für die Gesamternte gemachte Prognose. Danach wurde der Maisanbau (preisbedingt) in Brasilien deutlich zu Gunsten von Soja eingeschränkt. Das hat einen deutlichen Produktionsrückgang gegenüber dem Vorjahr zur Folge und auch die Exporte Brasiliens gehen spürbar zurück. Grund für den Anbaurückgang sind die im Verhältnis zum Soja deutlich schlechteren Erlösaussichten beim Mais. Zwei aufeinanderfolgende Rekordernten sorgten für erheblichen Preisdruck am brasilianischen Markt. Analysten halten indessen beim Wintermais noch einen Flächenzuwachs für möglich, sollten sich die Preise in den nächsten Woche noch positiv entwickeln.
 
Anbaurückgang und kleinere Ernte
Das USDA-Büro in Brasilien hatte die aktuelle brasilianische Anbaufläche diese Woche unverändert zur vorigen Schätzung bei 14,7 Mio. ha belassen. Im Vergleich zum letzten Jahr (15,8 Mio. ha) ist dies immerhin ein Flächenverlust von 7 % oder 1,1 Mio. ha, der ganz überwiegend zum Anbau von Soja genutzt wurde. Allerdings ist dies nach den letzten beiden Jahren die drittgrößte Anbaufläche überhaupt und ermöglicht nach den aktuellen Schätzungen des USDA eine Produktion von etwa 70,0 Mio. t. Im letzten Jahr (2013) ernteten die brasilianischen Farmer immerhin 81 Mio. t Mais. Damit wäre die neue Ernte rund 11 Mio. t oder 14 % kleiner. Im letzten Jahr waren von dem insgesamt geernteten Mais rund 42 % Sommermais und 58 % (und damit mehr als die Hälfte) als Zweitfrucht nach Soja gepflanzter Wintermais.
 
Weniger Exporte möglich
Mit dem kräftigen Produktionsrückgang geht natürlich auch das Exportpotential zurück. Die Experten des USDA haben die möglichen Ausfuhren auf 21,0 Mio. t veranschlagt (Vj. 26,0 Mio. t). Das ist ein Rückgang der Ausfuhren um rund 5 Mio. oder knapp 20 %. Gleichzeitig liegen die Brasilianer mit dieser Exportmenge nach den USA (37, Mio. t) und vor Argentinien (16 Mio. t) und der Ukraine (18 Mio. t) auf Position zwei der globalen Maisexporteure. Allerdings sind im letzen Jahr mit der Rekordernte auch die Bestände kräftig von 9,2 Mio. t auf 13,0 Mio. t gewachsen. Von diesen hohen Beständen geht - neben der großen globalen Ernte - erheblicher Druck auf die brasilianischen Maispreise aus. Im laufenden Wirtschaftsjahr rechnet das USDA mit einem Abbau der Bestände um gut 2 Mio. t auf 7,9 Mio. t. Der Inlandsverbrauch soll hingegen um 3 Mio. t  auf 55 Mio. t  zunehmen und sogar 5 Mio. t größer sein als vor zwei Jahren.
 
Brasilianischer Mais ist am billigsten
Am Terminmarktin den USA  kostete Märzkontrakt für Mais Ende Januar 168,60 USD/t (124 Euro/t). An den US-Exporthäfen (fob) wurde Mais für den Februartermin für knapp 212 USD/t (156 Euro) angeliefert und für den Juli liegen die Preisvorstellungen derzeit bei 204 USD/t (150 Euro). Brasilianischer Mais wird derzeit an den dortigen Exporthäfen (fob) für die Verladung im Juli (Wintermais) für 185 USD/t (136 Euro) angeboten und damit deutlich billiger als der US-Mais. Argentinischer Mais kostete an den dortigen Exporthäfen aktuell 214 USD/t (fob) und für die Verladung im Juli 198 USD/t (146 Euro).
 
Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter marktkompass
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