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Analyse

Brasiliens Maisernte wird deutlich größer

von , am
13.02.2015

Die neue brasilianische Maisernte wird größer werden als bisher gedacht und auch als das US-Landwirtschaftsministerium in seinem aktuellen Februarreport geschätzt hat

© landpixel
 
Die neue brasilianische Maisernte wird größer werden als bisher gedacht und auch als das US-Landwirtschaftsministerium  (USDA) in seinem aktuellen Februarreport geschätzt hat. Davon geht jedenfalls das staatliche brasilianische Landwirtschaftsamt CONAB (Companhia Nacional de Abastecimento) in seiner aktuellen Anbau- und Ernteprognose aus. Allerdings wurde die Aussaatfläche von Mais im Vergleich zur Januarschätzung nochmals leicht zurückgenommen und ist zudem kleiner als im letzten Jahr. Die erwartete Erntemenge liegt jedoch weiterhin recht deutlich über der aktuellen USDA-Prognose. Grund für die aktuelle Flächenkorrektur ist die Reduzierung der erwarteten Aussaat von Wintermais (Safrina) der nach der aktuell laufenden Sojaernte gepflanzt wird. Dagegen wurde die Aussaatfläche des parallel zu Soja gepflanzten Sommermais im Februar leicht nach oben nach oben korrigiert.
 
Fläche von Sommermais leicht nach oben korrigiert
Die Aussaat von Sommermais beginnt in Brasilien im Süden bereits im September und zieht sich sich bis in den November hinein. Geerntet wird der Sommermais von Februar bis März. In der aktuellen Februarprognose geht CONAP von einer Aussaatfläche bei Sommermais von 6,185 Mio. ha aus. In der Januarschätzung lag die Anbauschätzung bei 6,178 Mio. ha und war damit etwas kleiner. Im letzten Jahr lag die Aussaatfläche von Sommermais allerdings bei 6,62 Mio. ha und war damit 6,5 % oder 0,433 größer als in diesem Jahr. Ganz offensichtlich schränkten die brasilianischen Farmer den Anbau von Sommermais aus Preis- und Kostengründen zu Gunsten von Soja ein. In den letzten Jahren wurde zudem in Zentralbrasilien immer mehr Wintermais (als Zweitfrucht nach Soja) angebaut. Für Wintermais beginnt die Aussaat unmittelbar nach der Sojaernte im Februar. Geerntet wird dann von Juni bis Juli.
 
Anbau von Wintermais geht leicht zurück
In seinem Februarreport veranschlagt CONAP die Wintermaisfläche in diesem Jahr auf 8,89 Mio. ha und damit auf 59 % der gesamten Maisfläche. Im Januar lag die Anbauschätzung noch etwas höher bei 9,18 Mio. h und vor einem Jahr hatten die brasilianischen Farmer auf 9,2 Mio. ha Wintermais ausgesät und damit 2,5 % oder 0,23 Mio. ha mehr. Der Umfang des Wintermaisanbaus hängt von einem vom möglichst frühen Zeitpunkt der Sojaernte in Zentralbrasilien und sowie den zu diesem Zeitpunkt gefallenen Niederschlägen ab. In diesem Jahr hat die der Sojaernte zwar sehr früh begonnen in in einigen Region hat jedoch Niederschlagsmangel die Aussaat eingeschränkt
 
Ernteprognose 5 % höher als USDA
Die brasilianische Maisproduktion schätzt CONAP im Februar auf 78,4 Mio. t und damit zwar 0,8 % oder 0,65 Mio. t kleiner als noch im Januar mit 79,05 Mio. t jedoch immer 3,4 Mio. t oder knapp 5 % größer als das USDA in seinem Februarreport mit 75 Mio. t geschätzt hat. Damit dürfte im März  wohl eine Aufwärtskorrektur der brasilianischen Maisernte durch das USDA und auch der globalen Maisernte erfolgen. Im letzten Jahr ernteten die brasilianischen Farmer nach den Daten von CONAP sogar 80,05 Mio. t Mais. Davon waren 31,6 Mio. t Sommermais und 48,4 Mio. t spät geernteter Wintermais. In diesem Jahr rechnet CONAP damit dass die Sommermaisernte bei 30,1 Mio. t liegt und die Ernte von Wintermais bei 48,3 Mio. t. Damit wäre die Ernte von Wintermais trotz des Flächenrückgangs kaum kleiner ist als im Vorjahr. Sommermais wird hauptsächlich im Süden (43 %) und im Südosten ( 28 %) des Landes geerntet. Wintermais wird hingegen hauptsächlich in Zentralbrasilien (66 % der Produktion) angebaut und geerntet und zu etwa 20 % in den südlichen Hochburgen der brasilianischen Tierproduktion.
 
Exportpreise bleiben relativ stabil
Die aktuellen Angebotspreise für den südamerikanischen Mais liegen für an den brasilianischen und argentinischen Exporthäfen (fob)  für den April bei 180 USD/t und für den Juni/Juli ebenfalls bei 181 USD/t. US-Mais koste an den dortigen Exporthäfen (fob-Golf) Mitte Februar rund 181 USD/t und im April 177,5 USD/t sowie im Juni/Juli 183 USD/t. Damit wird aktuell (trotz der großen Ernte) für die nächsten Wochen und Monat kaum eine Änderung bei den internationalen Exportpreisen für Mais erwartet.
 
Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter Markt
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