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Analyse

Deutsche Maisernte übertrifft Erwartungen

von , am
17.02.2015

Die deutsche Maisernte 2014 war größer als bisher offiziell geschätzt wurde. Die Preise für Körnermais sind in Deutschland und Europa Mitte Februar etwa 15 % niedriger als vor 12 Monaten im Februar 2014.

© Mühlhausen/landpixel
 
Die deutsche Maisernte 2014 war größer als bisher offiziell geschätzt wurde. Das zeigen jedenfalls die Mitte Februar aktualisierten Erntedaten des Statistischen Bundesamtes. Dabei war die Anbaufläche sogar kleiner als im Jahr zuvor. Die Maiserträge waren 2014 allerdings sehr hoch. Die Preise für Körnermais sind in Deutschland und Europa Mitte Februar etwa 15 % niedriger als vor 12 Monaten im Februar 2014.
 
Kräftige Korrektur Maisernte nach oben
Die vom Statistischen Bundesamt Mitte Februar gemeldete Erntemenge für Deutschland liegt bei 5,14 Mio. t und übertrifft die letzte offizielle Schätzung des Statistischen Bundesamt von 4,74 Mio. t damit immerhin um 8,4 % oder 0,4 Mio. t . Im Vergleich zur schwachen Ernte des Jahres 2013 (4,39 Mio. t) ist dies ein Anstieg der Produktion um 17 Prozent bzw. 0,75 Mio. t. Der langjährige Durchschnitt (2008/13) von 4,82 Mio. t wird mit der aktuellen Prognose immerhin um knapp 8 % oder 0,32 Mio. t übertroffen. Im Vergleich zur bisherigen deutschen Rekordernte aus dem Jahr 2012 (5,5 Mio. t) wäre die vom Statistischen Bundesamt gemeldete Maisernter  6,5 Prozent oder 0,36 Mio. t kleiner. Die Ernteprognose des Analystenhauses ADM/Töpfer lag Anfang Februar mit 5,2 Mio. t geringfügig über der Erntemeldung des Statistischen Bundesamtes.
 
Erträge deutlich höher, Fläche kleiner
Ursache für die Aufwärtskorrektur der deutschen Maisernte sind die im Vergleich zur letzten Ernteschätzung des Statistischen Bundesamtes deutlich nach oben korrigierten Maiserträge. Dagegen ist Anbaufläche kleiner im letzten Jahr und auch kleiner als im langjährigen Mittel. Mit rund 481.300 ha meldet das Statistische Bundesamt die Erntefläche für 2014 im Vergleich vorigen Ernte (2013) rund 15.700 ha bzw. 3,2 % kleiner. Im Vergleich zur Maisfläche von 2012 mit 526.000 ha, beträgt der Rückgang sogar 8,5 Prozent oder 44.700 ha und das langjährige Mittel von 493.800 ha wird 2014 ebenfalls nicht erreicht. Die Durchschnittserträge liegen nach den Daten des Statistischen Bundesamtes hingegen bei bei 107,6 dt je ha und damit 9 Prozent höher als bei der letzten Ernteschätzung mit 98,7 dt/ha, und sogar 21 Prozent höher als im letzten Jahr mit 89,1 dt/ ha. Gleichzeitig wird der langjährige Ertragsdurchschnitt von 98,5 dt/h in um gut 9 % übertroffen. Im Jahr der bisherigen Rekordernte 2012 waren die Mais-Erträge mit 105,5 dt/ha ebenfalls etwas niedriger.
 
Produktionssprung in Bayern
Auch die aktuellen Erntedaten nach Bundesländern zeigen überwiegend sehr hohe Erträge. Die vier mit Abstand größten Maisproduzenten in Deutschland sind Bayern, NRW, Niedersachsen und Baden-Württemberg. Im diesem Jahr brachten diese vier Länder zusammen mehr als 80 Prozent der deutschen Maisernte ein. In Bayern ernteten die Landwirte in diesem Jahr 1,44 Mio. t Mais und damit 20 % mehr als im letzten Jahr (1,19 Mio. t) und auch 14 % mehr als im langjährigen Mittel (1,26 Mio. t). Die Anbaufläche ist mit 131.800 ha im Vergleich zum Vorjahr (139.000 ha) allerdings geschrumpft, die Erträge liegen mit 108,9 dt/ha jedoch 27 % über dem Vorjahreswert (85,5) und 9 % über dem langjährigen Mittel.
 
Spitzenerträge in NRW
In NRW ernteten die Landwirte in diesem Jahr 1,2 Mio. t Mais und damit 13 % mehr als im letzten Jahr (1,06 Mio. t) und auch 10 % mehr als im langjährigen Mittel (1,09 Mio. t). Die Anbaufläche ist mit 107.300 ha im Vergleich zum Vorjahr (103.900) etwas größer, die Erträge liegen mit 111,7 dt/ha rund 10 % über dem Vorjahreswert (101,7) und 6 % über dem langjährigen Mittel (105,3). Die Maisernte für Niedersachsen wird in diesem Jahr mit 0,846 Mio. t Mais angegeben und damit 15 % größer als im letzten Jahr (0,735 Mio. t) jedoch 11 % kleiner als im langjährigen Mittel (0,947 Mio. t). Die Anbaufläche ist mit 80.900 ha im Vergleich zum Vorjahr (86.300 ha) nochmals geschrumpft, die Erträge liegen mit 104,5 dt/ha jedoch rund 23 % über dem Vorjahreswert (85,1 dt) und 10 % über dem langjährigen Mittel (95,1).
 
Maispreise 15 % niedriger als im Vorjahr
Die Preise für Körnermais sind in Deutschland und Europa Mitte Februar 2015 rund 15 % niedriger als vor einem Jahr, haben sich am Kassamarkt zuletzt jedoch behauptet. Am europäischen Terminmarkt kostet der Märzkontrakt am 17. Februar 154 Euro/t. Vor 12 Monaten lagen die Maispreise bei 182 Euro und waren damit 28 Euro höher. Die nächste europäische Ernte (November 2015) wird am Terminmarkt mit 168,50 Euro gehandelt und damit 14,50 Euro über dem aktuellen Niveau. Beim größten europäischen Maisproduzenten und Exporteur Frankreich (fob Bordeaux) lagen die Preismeldungen am Dienstag (17.02) bei 152 Euro. Die Preismeldungen fob-Oberrhein lagen diese Woche stabil bei 151 bis 152 Euro (Vw: 151 bis 152 Euro) und ab südwestdeutscher Station wurden letzte Woche Preise von 153 bis 155 Euro notiert (Vw: 155 Euro bis 155 Euro). Franko-Niederrhein lagen die Preismeldungen zuletzt bei 163 Euro (Vw: 163 Euro) und aus Südholland nannte man Preise von 170 Euro (Vw: 170 Euro).
 
Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter Markt
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