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Analyse

Deutsche Maisimporte sind höher als 2013

von , am
26.11.2014

Die Maisimporte der Europäer sind trotz der immer wieder bestätigten Rekordernte überraschend hoch und liegen derzeit sogar über den Rekordeinfuhren aus dem Vorjahr.

© Schollen/landpixel.de
Die Maisimporte der Europäer sind trotz der immer wieder bestätigten Rekordernte überraschend hoch und liegen derzeit sogar über den Rekordeinfuhren aus dem Vorjahr. Das gilt unter anderem für Deutschland, das Vereinigte Königreich und für die Niederlande. Dagegen sind die bisherigen Einfuhrmengen der großen Importeure Spanien, Portugal und Italiens niedriger als 2013. Ursache für die größeren Importe dürften neben den niedrigeren Weltmarkpreisen und der guten Ernte in der Ukraine, auch die witterungsbedingt sehr schleppende Ernte in Ost- und Südeuropa sein. Diese sehr langsame Ernte in den osteuropäischen Überschussregionen (Rumänien, Ungarn) verzögert auch die erwarteten Lieferungen von Mais nach Nord- und Westeuropa und stabilisiert (trotz der riesigen französischen Ernte) die Maispreise in der Europäischen Union.
 
Importmenge gut 10 Prozent höher als 2013
Der Import von Mais in die Europäische Union hat am 18. November die Marke von 2,7 Mio. t erreicht. Im Vergleich zum letzten Jahr (2,44 Mio. t) sind die Maisimporte damit trotz einer deutlich besseren Ernte von etwa 72 Mio. t (Vj. 65 Mio. t) rund 10 Prozent größer. Das USDA hat die erwarten europäischen Gesamtimporte für 2014/15 in seinem November-Report von 7,0 Mio. t auf 6,0 Mio. t nach unten gesetzt. Die EU-Kommission war Ende Oktober von Maisimporten von 8,0 Mio. t ausgegangen. Im letzten Jahr (2013) hatten die EU-Länder, bei einer Ernte von 65,2 Mio. t, die Rekordmenge von 15,0 Mio. t Mais importiert.
 
Spanien importiert weniger, Deutschland mehr
In den ersten 21 Wochen dieses Wirtschaftsjahr hat Spanien bislang die größte Menge Mais aus Drittländern importiert. Mit 685.000 t flossen 25 % der europäischen Gesamtimporte auf den spanischen Markt. Das sind allerdings 18 % oder 146.000 t weniger als im letzten Jahr zu diesem Termin als die Spanier 831.000. t Mais importiert hatten. Die zweitgrößte Importmenge ging mit 362.242 t Mais nach Deutschland. Im vorigen Jahr (2013) lag die deutsche Importmenge zu diesem Termin nur bei 169.000 t und war damit nur halb so groß. Auf Position drei der wichtigsten europäischen Importeure liegt 2014 Italien mit Einfuhren von 320.000 t. Vor einem Jahr hatten die Italiener 378.000 t Mais aus Drittländer gekauft und damit ebenfalls mehr als 2014.
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Mehr Mais nach UK und in die Niederlande
Auf Position vier der europäischen Importeure stehen bislang die Portugal mit 196.000 t. Im vorigen Jahr lag die portugiesische Importmenge zu diesem Termin bei 257.000 t und war damit deutlich größer. Dagegen wurden über die die niederländischen Importhäfen 823.000 t Mais importiert und damit doppelt so viel wie im letzten Jahr (411.000 t). Mit einer Einfuhrmenge von bisher 143.000 t übertrifft auch das Vereinigte Königreich die Maiseinfuhr aus dem Vorjahr (83.000 t) recht deutlich. Rund 94.000.t Mais kaufte bislang Griechenland und damit etwas weniger als 2013 (104.000 t).
 
Exporte bisher 40 % kleiner als 2013
In Drittländer exportiert haben die EU-Länder bis zum 18. November (trotz der Rekordernte) erst 1,07 Mio. t Mais und damit 40 % weniger als im letzten Jahr (1,75 Mio. t). Größter Einzelexporteur ist bislang Rumänien, mit Maisexporten von 533.000 t (Vj: 741.599). Auf Position zwei der europäischen Maisexporteure liegt Bulgarien, mit Maisexporten von 167.000 t (Vj: 272.385). Danach kommt bereits Deutschland mit Drittlandsverkäufen von 93,455 t (Vj: 278.867 t) und damit ebenfalls mit einer deutlich kleineren Exportmenge als 2013, gefolgt von Frankreich mit Ausfuhren von 64.000 t (Vj: 190.000 t) und Österreich mit 30.000 t (Vj: 48.000 t). Über die niederländischen Exporthäfen wurden 176.000 Mais in Drittländer vermarket und damit ebenfalls weniger als im letzten Jahr (198.000 t).
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Maispreise in Europa zuletzt behauptet
In Europa haben sich die Maispreise zuletzt gut behauptet. Die Kontraktpreise für den Januartermin lagen am europäischen Terminmarkt zuletzt  bei 153 Euro/t und rund 8 Euro höher als zum Beginn des Monats November (145 Euro). Am europäischen Kassamarkt lagen die Maispreise in Frankreich (fob Bordeaux) am Montag bei 150 Euro. Am Großmarkt in München lagen die Maispreise (ab Station) zuletzt zwischen 146 Euro und 150 Euro. Vom Großmarkt in Frankfurt/M wurden Maispreise zwischen 154 Euro und 158 Euro gemeldet und franko-Niederrhein lagen die Preismeldungen zuletzt bei etwa 163 Euro. Vom Großmarkt in Mannheim meldete man Anfang dieser Woche fob Oberrhein unveränderte Preise zwischen 144 Euro und 146 Euro.
 
Dr. Olaf Zinke / Redaktionsleiter marktkompass
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