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Analyse

Drittgrößte US-Maisernte, weitere Preiskorrekturen

von , am
24.02.2015

Trotz einer weiteren Einschränkung der Aussaatfläche erwartete das USDA für 2015 die bislang drittgrößte US-Maisernte.

© www.landpixel.de
 
Trotz einer weiteren Einschränkung der Aussaatfläche erwartete das USDA für 2015 die bislang drittgrößte US-Maisernte. Gleichzeitig bleibt der Verbrauch von Futtermais relativ unverändert und auch der Einsatz von Mais zur Ethanol-Herstellung ändert sich fast nicht. Die erwarteten Exporte übertreffen sogar das hohe Niveau des laufenden Wirtschaftsjahres und die Endbestände schrumpfen. Die erwarteten Maispreise sollen im Schnitt des Wirtschaftsjahres 2015/16 nur 4 % niedriger sein als im aktuellen Wirtschaftsjahr. Allerdings liegen die Preise am US-Terminmarkt derzeit und auch für die neue Ernte recht deutlich über den Preisprognosen des USDA. Die aktualisierten Eckdaten für den Maismarkt haben die Analysten des USDA auf dem sogenannten Outlookforum Ende der letzten Woche vorgestellt.
 
Maisfläche kleiner, bisher drittgrößte Ernte
Beim Mais hat das USDA die Aussaatfläche für die neuen Ernte 2015 auf 89 Mio. Acres (36,0 Mio. ha) veranschlagt und damit nochmals 1,6 Mio. Acres kleiner als im aktuellen Wirtschaftsjahr 2014/15 mit 90,6 Mio. Acres (38,14 Mio. ha). Vor zwei Jahren (2013) hatte die US-Farmer auf 95,4 Mio. Acres (38,6 Mio. ha) Mais ausgesät und vor drei Jahren (2012) sogar auf  97,3 Mio. Acres (39,4 Mio. ha). Damit wurde der Anbau von Mais seit 2012 um 8 Prozent bzw. etwa 3,4 Mio. ha eingeschränkt und gleichzeitig wäre dies für 2015 die kleinste Aussaatfläche seit dem Jahr 2009 (35,0 Mio. ha). Die Erntefläche erwartet das USDA 2015/16 bei etwa 81,5 Mio. Acres (33,0 Mio. ha) nach 83,1 Mio. Acres (33,6 Mio. ha) im Jahr 2014. Gleichzeitig schätzt das USDA die durchschnittlichen Erträge für die Ernte 2016 mit 166,8 Buschel/Acres (10,47 t/ha) niedriger ein die Rekorderträge zur Ernte 2014 mit 171 Buschel/Acres (10,74 t/ha). In der Konsequenz ergibt sich 2015 (trotz kleinerer Anbaufläche) die bislang drittgrößte Ernte von 13.595 Mio. Buschel (345,3 Mio. t) nach der Rekordernte von 14.216 Mio. Bushel (361,1 Mio. t) im letzten Jahr .
 
Mais-Exporte nehmen zu, stabiler Etahnoleinsatz
Den Verbrauch erwartet das USDA für 2015/16 bei 11.910 Mio. Buschel (302,5 Mio. t) und damit ähnlich groß wie im aktuellen Wirtschaftsjahr mit 11.895 Mio. Buschel (302 Mio. t). Dabei nimmt der Verbrauch von Futtermais auf 5.275 Mio. Buschel (134 Mio. t) von zuvor 5.250 Mio. Buschel (133 Mio. t) ganz leicht zu. Der Verbrauch von Mais zur Ethanolherstellung (44 % der Verbrauchsmenge) soll mit 5.225 Mio. Buschel (133 Mio. t) geringfügig niedriger sein wie im aktuellen Wirtschaftsjahr mit 5.250 Mio. Buschel (133 Mio. t). Gleichzeitig gehen die USDA-Experten davon aus, dass der Export 2014/15 zunimmt. Anstelle der dieses Jahr erwarteten Maisexporte von 1750 Mio. Buschel (44,5 Mio. t) rechnet man für das Wirtschaftsjahr 2015/16 mit einer Ausfuhr von 1850 Mio. Buschel (47,0 Mio.t).
 
Preise sollen weiter fallen, Bestände schrumpfen
Die Endbestände sollen nach dieser Prognose im Wirtschafsjahr 2015/16 hingegen auf 1687 Mio. Buschel (42,8 Mio. t) schrumpfen, nachdem sie in diesem Wirtschaftsjahr auf 1827 Mio. Buschel (46,4 Mio. t) zugenommen haben. Insgesamt sollen diese Veränderungen zu einem insgesamt niedrigeren Preisniveau führen als im aktuellen Wirtschaftsjahr. Während die US-Maispreise im  nächsten Wirtschaftsjahr 2015/16 vom USDA durchschnittlich bei 3,50 USD/bu (121 Euro/t) erwartetet werden, rechnet man für das noch laufende Wirtschaftsjahr 2014/15 mit 3,65 USD/bu (126 Euro). Am Terminmarkt in Chicago liegen indessen sowohl die aktuellen Maispreise die Preise für die nächste Ernte deutlich über den aktuellen Prognosen des USDA. Am Montag Nachmittag (23.02) lagen die Maispreise in Chicago für den aktuellen Märzkontrakt bei 3,78 USD/bu (130 Euro) und die neue US-Ernte (Dezember) 2015 wurde sogar mit bei 4,10 (141 Euro) gehandelt.
 
Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter Markt
 
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