Login
Analyse

Ernteprognosen drücken Maispreise auf 4Jahrestief

von , am
04.08.2014

In den USA befinden sich die Maispreise auf dem tiefsten Stand seit mehr als 4 Jahren (Juni 2010) und auch in Europa markieren die Kurse für die neue Ernte den tiefsten Stand seit dem Sommer 2010.

© Mühlhausen/landpixel
 
Während die Regenfälle der letzten Julihälfte die Qualität der europäischen Weizenernte beeinträchtigen, bietet die Witterung für den Mais offenbar beste Wachstumsvoraussetzungen und das Ertrags- und Erntepotential der Europäer bei Mais steigt. Zu dieser Einschätzung kommt nicht nur die EU-Kommission zum Monatswechsel in ihrer Prognose sondern auch der Internationale Getreiderat (IGC) schätzt die neue europäische Ernte (ebenso wie die US-Ernte) Ende Juli größer ein als noch vor vier Wochen. Zum Monatswechsel korrigierten auch die Analysten des deutsch-amerikanischen Getreidehändlers ADM-Deutschland (Töpfer) die europäische Maisernte weiter nach oben. Diese Entwicklung bleibt vor dem Hintergrund der unverändert groß erwarteten US-Ernte nicht ohne Auswirkungen auf die Preise bei Mais und die anderen Futtergetreidearten, zumal auch für die Ukraine mit einer relativ guten Ernte gerechnet wird. In den USA befinden sich die Maispreise auf dem tiefsten Stand seit mehr als 4 Jahren (Juni 2010) und auch in Europa markieren die Kurse für die neue Ernte den tiefsten Stand seit dem Sommer 2010.
 
Maispreise in Europa weiter unter Druck
Am europäischen Terminmarkt haben die Maispreise im Verlauf der letzten Juliwoche weiter verloren.  Zum Beginn der neuen Woche (04.08) starten die Maispreise zunächst mit einer Seitwärtsbewegung. Am letzten Freitag (01.08) beendeten die Kontraktpreise für den Augusttermin den Handel an der MATIF in Paris bei 163,50 Euro/t und damit 2 Euro unter dem Preis der letzten Woche (165,50 Euro). Für den Novemberkontrakt (neue Ernte) gaben die Preise ebenfalls um 2,0 Euro auf 154,25 Euro nach. Am Montag Mittag kostete der August-Mais an der MATIF mit 163,75 Euro/t etwas mehr als am Freitag und der November mit 154,00/t etwas weniger. Im Monat Juli betrug der Preisrückgang für die neue europäische Ernte knapp 10 % bzw. etwa 17 Euro und die Maispreise fielen auf den tiefsten Stand seit der Ernte 2010 -  also seit 4 Jahren.
 
US-Maispreise sind weiter kräftig gefallen
Am heutigen Montag (04.08) lagen die US-Maispreise im elektronischen vorbörslichen Handel leicht im Plus. In der letzten Juliwoche sind die Maispreise in den USA allerdings erneut um 4 % gefallen. Ursache für den Preisdruck sind die anhaltend sehr guten Ernteerwartungen für den weltweit größten Maisexporteur USA. Der Septembertermin ging am Freitag (01.08) in Chicago mit umgerechnet  nur noch 103 Euro/t (352,4 Ct/bu) aus dem Handel. Der Dezemberkontrakt wurde mit 106 Euro (362,2 Ct/bu) gehandelt. Im Monat Juli sind die Maispreise in den USA damit um weitere 16 % oder 20 Euro/t gefallen. An den US-Exporthäfen (fob-Golf) kostete der Mais am Freitag (01.08) für die Verladung im August 196 USD/t (146 Euro/t) und für den Oktober 198,5 USD/t (148 Euro).
 
Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter marktkompass
Auch interessant