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Analyse

Ernteprognosen lassen Maispreise steigen

von , am
10.08.2015

Am europäischen Kassamarkt haben sich die Maispreise Anfang August ebenfalls erholt

© Kurt/pixelio
 
Die europäischen Maispreise sind nach dem drastischen Absturz in der zweiten Julihälfte Anfang August wieder kräftig gestiegen und steigen auch zum Beginn der aktuellen Woche weiter. Grund für den Preisanstieg dürfte die witterungsbedingt zuletzt immer weiter nach unter korrigierte Erwartung für die europäische Maisernte 2015 sein. So erwartete die EU-Kommission Ende Juli nur noch eine europäische Maisernte von 65,5 Mio. t und damit knapp 3 Mio. t weniger Mais als noch 4 Woche zuvor (68,4 Mio. t) und sogar eine 12,3 Mio. t kleinere Ernte als 2014 mit 77,8 Mio. t. Auch private Analystenfirmen wie etwa Strategie Grains (66,7 Mio. t) oder ADM/Deutschland (62,7 Mio. t) habe ihre Ernteprognosen zuletzt immer weiter nach unten gesetzt. Damit wächst auch der europäische Importbedarf.
 
Spürbaren Einfluss auf die weitere Entwicklung der internationalen Maispreise werden die am Mittwoch Abend mit aktualisierten Anbau- und Ertragsschätzungen für den Mais in den USA haben.
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Anstieg der Maispreise setzt sich fort
Am heutigen Montag beginnen die Maispreise den Handel am europäischen Terminmarkt deutlich im Plus mit einem Aufschlag für den vorderen November-Termin (neue Ernte) von 2,50 Euro bei 186,0 Euro. Am vorigen Freitag (07.08) hatten die Maispreise am europäischen Terminmarkt ebenfalls zugelegt. Der Novemberkontrakt beendete den Handel mit 183,50 Euro/t und damit 1,50 Euro höher als am Vortag (182,0 Euro).
 
Der Januarkontrakt für den europäischen Mais kostete am vorigen Freitag 185,75 Euro und damit 2,0 Euro bzw. 1,1 % mehr als am Tag zuvor (183,75 Euro). Im Vergleich zur letzten Preisspitze beim Mais von Anfang Juli (196 Euro) sind die derzeitigen Preise jedoch noch immer rund 12,50 Euro 6,4 % niedriger. Seit Anfang August (173 Euro) die Maispreise allerdings wieder um gut 10 Euro gestiegen. Das Preisniveau vom Vorjahr (167,50 Euro) wird am europäischen Terminmarkt derzeit um 16,0 Euro bzw. 10, 0 % übertroffen.
 
Maispreise am Kassamarkt ebenfalls gestiegen
Am europäischen Kassamarkt haben sich die Maispreise Anfang August ebenfalls erholt. Beim größten europäischen Maisproduzenten und innereuropäischen Exporteur Frankreich (fob Bordeaux) lagen die Maispreise am heutigen Montag (10. August) bei 182 Euro.
 
Am Großmarkt in Mannheim handelte man den Mais (ab Station) in der vorigen Woche mit 177 bis 181 Euro. Franko Niederrhein notierte man den Mais am Ende der vorigen Woche mit 182 Euro und franko Südholland bewegten sich die Maispreis bei 190 Euro.
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US-Maispreise erholen sich
Am Montag Vormittag (MEZ) sind die Maispreise in Chicago mit einem Plus von 1,7 % bei 379,2 Cent je Buschel (136,1 Euro) in den vorbörslichen Handel gestartet. Am vorigen Freitag (07.08 sind die Maispreise für den Septembertermin in den USA um 0,8 % auf 372,6 Cent je Buschel (133,7 Euro/t) gestiegen. Die neue Ernte (Dezember) notierte 0,9 % höher bei 383,6 Cent je Buschel (137,6 Euro/t).
 
Im Vergleich zur letzten Preisspitze beim Chicago-Mais von Anfang Juli (441 Cent je Buschel) sind die derzeitigen Preise jedoch rund 15 % niedriger. Seit Anfang August (366 Cent) sind die Maispreise wieder um rund 2,0 % gestiegen. Das Preisniveau vom Vorjahr (402 Cent) wird am US-Terminmarkt derzeit jedoch um 7 % verfehlt.
 
Neue US-Ernte ist deutlich teurer
Die Preisforderungen für Exportmais sind an den Exporthäfen der USA zuletzt ebenfalls wieder gestiegen. Am vorigen Freitag (07.08) lagen die Exportpreise für US-Mais am US-Golf (fob) für die aktuelle Verladung im August bei knapp 175 USD/t. Für den Zeitraum September bis Oktober lagen die Preise bei 175 bis 177 USD/t. Die Preisforderungen für die neue US-Ernte (November) lagen am vorigen Freitag bei 185 USD/t und damit 10 USD höher als für den aktuell gehandelten Mais.
 
Dr. Olaf Zinke
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