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Analyse

Europäische Maiserträge deutlich niedriger als 2014

von , am
24.06.2015

Die europäischen Maiserträge werden 2015 wohl deutlich niedriger sein als im vorigen Jahr.

© Tobias Marx/fotolia
 
Die europäischen Maiserträge werden 2015 wohl deutlich niedriger sein als im sehr guten vorigen Jahr. Das zeigt jedenfalls der aktuelle Juni-Report der europäischen Crop-Monitoring-Agentur (MARS). Dabei hat sich die durchschnittliche Ertragserwartung für die EU 28 gegenüber der Einschätzung von vier Wochen jedoch  nicht verändert. Für eine Reihe von Ländern gab es jedoch Anpassungen der Ertragsprognosen sowohl nach unten als auch nach oben. Diese Veränderungen haben sich am Ende offenbar ausgeglichen. So senkte MARS seine Ertragsschätzung für Bulgarien, Rumänien und für Polen. Dafür wurden die erwarteten Maiserträge für Italien kräftig sowie für Deutschland, Ungarn und Frankreich moderat angehoben.
 
EU-Erträge etwa 11 Prozent niedriger als 2014
Im Juni geht MARS für die EU-28 von durchschnittlichen Erträgen bei Körnermais von 7,22 t/ha aus. Vor vier Wochen im Mai lag die durchschnittliche Ertragserwartung ebenfalls bei 7,22 t/ha. Im Vergleich zum vorigen Jahr (8,08) bedeutet die aktuelle MARS-Prognose allerdings einen Rückgang der Maiserträge von 10,6 %. Das langjährige Mittel (7,02) würde mit den erwarteten Erträgen jedoch 2,8 % übertroffen.
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Deutsche Erträge sogar nach oben korrigiert
Die deutschen Maiserträge sollen nach der Juni-Schätzung von MARS mit 10,20 t/ha nur 4,5 % niedriger sein als im bisherigen Rekord-Jahr 2014 (10,69). Im Vergleich zur bereits guten vorigen Prognose (9,83), hat MARS seine Ertragserwartung für Deutschland sogar noch einmal um 3,7 % angehoben. Das langjährige Ertrags-Mittel (10,0) wird in Deutschland damit ebenfalls um 1,9 % übertroffen.
 
Frankreich mit relativ hohen Erwartungen
Für Frankreich liegt die aktuelle Ertragsprognose im Juni bei 9,39 t/ha und damit geringfügig höher als im Mai (9,33). Im Vergleich zu den Erträgen von 2014 (10,03) wären die für den größten europäischen Maisproduzenten jetzt erwarteten Maiserträge jedoch 6,5 % niedriger. Das langjährige Mittel (9,19) würde allerdings um 2,1 % übertroffen.
 
Schwache Aussichten für Rumänien
Für den zuletzt zweitgrößten europäischen Maiproduzenten Rumänien hat MARS die Ertragsprognose im Juni auf 3,64 t/ha von zuvor 3,97 t/ha deutlich zurückgenommen. Im Vergleich zu den rumänischen Maiserträgen von 2014 (4,72) wären die jetzt erwarteten Maiserträge sogar drastisch um 22,9 % niedriger. Das langjährige Mittel (3,75) würde ebenfalls um 3,0 % verfehlt.
 
Leichte Verbesserung in Ungarn
Die Nummer drei unter den europäischen Maiproduzenten ist Ungarn. Hier hat MARS die Ertragsprognose im Juni auf 6,60 t/ha von zuvor 6,54 t/ha leicht angehoben. Im Vergleich zu den ungarischen Maiserträgen von 2014 (7,74) wären die aktuell erwarteten Maiserträge jedoch sehr deutlich um 14,8 % niedriger. Das langjährige Mittel (5,92) würde hingegen um 11,4 % übertroffen.
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Aussichten in Italien deutlich verbessert
Eine etwas kleinere Produktionsmenge wie Ungarn erreichte zuletzt Italien. Für Italien hat MARS die Ertragsprognose im Juni auf 9,63 t/ha von zuvor 9,16 t/ha deutlich um 5,1 % angehoben. Im Vergleich zu den italienischen Maiserträgen von 2014 (10,62) wären die aktuell erwarteten Maiserträge jedoch um 9,3 % niedriger. Das langjährige Mittel (9,21) würde hingegen um 4,6 % übertroffen.
 
Polen wie im Vorjahr, Bulgarien deutlich schlechter
Für Polen erwartet MARS im Juni Mais-Erträge von 6,56 t/ha nach 6,66 t/ha vor vier Woche im Mai. Im Vergleich zu den polnischen Maiserträgen von 2014 (6,59) wären die aktuell erwarteten Maiserträge nur 0,5 % niedriger. Das langjährige Mittel (6,47) würde um 1,4 % übertroffen. Für Bulgarien werden im Juni Mais-Erträge von 5,58 t/ha erwartet nach 5,78 t/ha vor vier Woche. Im Vergleich zu den Maiserträgen von 2014 (7,68) wären die aktuell erwarteten Maiserträge (ähnlich wie in Rumänien) drastisch um 27,3 % niedriger. Das langjährige Mittel (5,77) würde knapp um 3,2 % verfehlt.
 
Für Österreich erwartet MARS im Juni unverändert Mais-Erträge von 10,49 t/ha. Im Vergleich zu den Maiserträgen von 2014 (10,79) wären die aktuell erwarteten Maiserträge 2,8 % niedriger. Das langjährige Mittel (10,16) würde um 3,2 % übertroffen.
 
Dr. Olaf Zinke
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