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Analyse

Europäische Maispreise halten 140-Euro-Marke

von , am
20.10.2014

Die Maispreise haben in der letzten Woche zugelegt. Ein wesentlicher Grund war die sehr langsame Maisernte in den USA.

© Mühlhausen/landpixel
Die Maispreise haben in der letzten Woche zugelegt. Ein wesentlicher Grund war die sehr langsame Maisernte in den USA. Hinzu kamen die außergewöhnlich hohen und über den Erwartungen liegenden Exportverkäufe der USA. Gestützt wurden die Preise zudem durch Meldungen aus Südamerika, über eine kleinere Maisfläche für die neue Ernte sowie über sehr trockenes und warmes Wetter in Brasilien und damit verbundene Aussaatverzögerungen bei Mais und Soja.
 
Ernteschub in den USA bringt Preisdruck
In den USA erwarteten Wetterdienste im Mittelwesten nun jedoch trockenes und wärmeres Wetter. Analysten gehen deshalb von einem sehr kräftigen Schub bei der Maisernte bereits am Wochenende und auch in der aktuellen Woche aus. Der damit verbundene Angebotszuwachs dürfte den Druck auf die Maispreise am US-Kassamarkt deutlich erhöhen und könnte auch die Terminmarkpreise in den USA und in Europa mit nach unten ziehen. In Europa bestimmt außerdem die erwartete Rekordernte die Markt- und Preisentwicklung. Dabei rechnet man für alle drei großen europäischen Überschussproduzenten (Frankreich, Rumänien und Ungarn) mit Rekordergebnissen.
 
Maispreise halten sich über 140 Euro
Am europäischen Terminmarkt haben die Maispreise im Verlauf der letzten Woche moderat zugelegt. Am letzten Freitag (17.10) kostete der Mais für den Novemberkontrakt am Terminmarkt in Paris noch 142,5 Euro/t und damit knapp 2,0 mehr als am Freitag der Vorwoche (Vw: 140,75). Der Januartermin notierte bei 148,5 Euro (Vw: 146 Euro) und damit 2,5 Euro teurer und der Märzkontrakt beendet den Handel bei sogar bei 152,50 Euro (Vw: 148,75 Euro/t) und damit fast 4 Euro teurer als in der Vorwoche . Am Montag Vormittag (20.10) startete der Handel am europäischen Terminmarkt mit einem Minus bei 141 Euro/t (November). Am europäischen Kassamarkt in Frankreich bewegten sich die Maispreise im Großhandel (fob Bordeaux) am letzten Freitag bei 140 Euro und damit 3 Euro über dem Niveau der Vorwoche (137 Euro).
 
US-Maispreise zum Wochenbeginn schwächer
In den USA sind die Maispreise in der letzten Woche gestiegen. Der US-Mais für den Dezembertermin ging am Freitag (17.10) in Chicago mit umgerechnet 107 Euro/t (348 Ct/bu) aus dem Handel und damit gut 3,0 Euro teurer als am Freitag der Vorwoche, in US-Dollar legten die Kurse um 3 % zu (334 Ct/bu). Der Märzkontrakt wurde mit 111 Euro (361,2 Ct/bu) 4,0 Euro teurer gehandelt und der Maitermin mit etwa 114 Euro (370 Ct/bu). Zum Wochenbeginn (20.10) rutschen die Maispreise in den USA im elektronischen vorbörslichen Handel ins Minus. An den US-Exporthäfen (fob-Golf) kostete der Mais am Freitag (17.10) für die Verladung im Oktober 191 USD/t (150 Euro/t) und für den Dezember 190 USD/t (149 Euro) und damit rund 4 USD/t mehr als vor einer Woche.
 
Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter marktkompas
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