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Analyse

Europäische Maispreise mit Luft nach oben

von , am
18.05.2015

Am Weltmarkt bewegten sich die Maispreise zuletzt seitwärts. Dabei wurde die Ernteschätzung für die neue europäische Maisernte nochmals nach unten korrigiert und die Preise hätten damit durchaus etwas Luft nach oben.

© Kurt/pixelio
 
Am Weltmarkt bewegten sich die Maispreise zuletzt überwiegend seitwärts. Dabei wurde die Ernteschätzung für die neue europäische Maisernte nochmals nach unten korrigiert und die Preise hätten damit durchaus etwas Luft nach oben. Die Versorgung am globalen Maismarkt bleibt indessen auch für neue Saison sehr gut und die globalen Bestände bleiben hoch. Zwar geht die neue US-Ernte wegen der kleineren Anbaufläche relativ deutlich zurück. Jedoch sind die erwarteten Erträge in den USA erneut sehr hoch und die erwartete Produktion reicht den Amerikanern aus, um die noch etwas mehr Mais zu exportieren als im zu Ende gehenden Wirtschaftsjahr.
 
In Brasilien und Argentinien wird für das nächste Jahr (Ernte 2016) mit einer ähnlich großen Produktion gerechnet wie zur noch laufenden Ernte 2015 sowie mit stabilen (Argentinien) bzw. größeren (Brasilien) Exporten. Für China erwarte das USDA hingegen 2015 eine neue Rekordernte (wie auch die Chinesen selbst) sowie keine nennenswerten Maisimporte und ein sehr starkes Anwachsen der chinesischen Bestände.
 
Europäische Maisernte wird noch kleiner
Für die Europäische Union erwartet das USDA derzeit einen deutlichen Anbaurückgang, niedrigere Erträge und einen sprechenden Rückgang der Maisernte auf 68,3 Mio. t von 73,6 Mio. t im vorigen Jahr. Die Importmenge solle von 8,0 Mio. t auf 12,0 Mio. t steigen. Die Europäischen Analysten von Strategie Grains haben die europäische Maisernte am Ende der letzten sogar noch weiter von 68,1 Mio. t auf nur noch 67,5 Mio. t nach unten korrigiert.
Die Ernteprognose für die Ukraine von 26,0 Mio. t (Vj. 28,5 Mio. t) basiert auf einer reduzierten Anbaufläche und niedrigeren Erträgen. In der Folge gehen die ukrainischen Mais-Exporte im neuen Wirtschaftsjahr um rund 2 Mio. t auf 16 Mio. t zurück.
 
Gute Ernten in Südamerika, reichlich Exportmais
In Argentinien war die Maisernte am Ende der letzten Woche zu 32,9 % eingebracht (Vw: 29,5 %). Die Getreidebörse in Buenos Aires erwartet die Erntemenge 2015 unverändert bei 25,0 Mio. t (Vj. 26,0 Mio. t) und die Getreidebörse in Rosario bei 25,7 Mio. t. Das USDA ging für die laufende Ernte zuletzt von 24,5 Mio. t aus und von Exporten von 16,0 Mio. t (Vj. 12,8 Mio. t).
 
In Brasilien schätzten die Analysten der staatlichen Getreideagentur CONAB die Gesamternte von Mais (Sommer- und Wintermais) Ende der letzten Woche auf 78,6 Mio. t und damit nur gerinfgügig kleiner als die Ernte aus dem letzten Jahr  von  80,0 Mio. t. Von der aktuellen Ernte sind 30,7 Mio. t (Vj. 31,6 Mio. t)  sogenannter Sommermais und 47,9 Mio. t (Vj. 48,4 Mio. t) nach Soja gepflanzter und im Juni/Juli geernteter Wintermais (Safrina). Das USDA ging für die brasilianische Gesamternte zuletzt von 78,0 Mio. t aus und von Exporten von 21,5 Mio. t (Vj. 22,0 Mio. t).
 
Neue europäische Maisernte ist (etwas) teurer
Am Montag Mittag notiert der Mais (Juni) am europäischen Terminmarkt 0,50 Euro höher bei 155,25 Euro. Gleichzeitig kostet die neue Ernte am Montag Mittag 163,50 Euro und damit 0,25 Euro mehr als am Freitag. Am vorigen Freitag haben sich die Maispreise am europäischen Terminmarkt uneinheitlich entwickelt. Der Junikontrakt beendete den Handel mit 154,50 Euro/t und damit 0,50 Euro bzw. 0,3 % niedriger als am Vortag (155,0 Euro). Im Vergleich zur Vorwoche (154,75 Euro) haben sich die Maispreise an der MATIF fast nicht verändert.
 
Der Augusttermin notierte vorigen Freitag bei 162,25 Euro und damit 0,25 Euro niedriger als am Vortag (162,50 Euro). Die neue europäische Maisernte (November) kostete am Freitag 163,25 Euro und damit 0,25 Euro mehr als am Vortag (163,0 Euro) sowie 8,50 Euro mehr als der aktuelle Juni-Kontrakt (alte Ernte). Im Vergleich zum Vorjahr (186,75 Euro) sind die Maispreise am europäischen Terminmarkt derzeit 32,25 Euro niedriger.
 
Etwas höhere Maispreise am Kassamarkt
Am europäischen Kassamarkt sind die Maispreise in der letzten Woche etwas gestiegen (Frankreich) oder haben sich behauptet (Deutschland). Beim größten europäischen Maisproduzenten Frankreich (fob Bordeaux) lagen die Preismeldungen am heutigen Montag (18.Mai) bei 148 Euro und damit 3 Euro höher als eine Woche zuvor (145 Euro). Am Großmarkt in München handelte man den Mais (ab Station) in der letzten Woche mit 150 Euro bis 151 Euro (Vw: 150 Euro). Aus Baden-Württemberg vom Großmarkt in Stuttgart meldete Mitte letzter Woche ab Station stabile Maispreise von 150 bis 152 Euro (Vw: 150 bis 152 Euro/t).
 
Exportpreise für die hinteren Termine fester
Die Preisforderungen für Exportmais haben sowohl an den Exporthäfen der USA als auch an den südamerikanischen Exporthäfen(fob) behauptet und für die hinteren Termine leicht zugelegt. Am vorigen Freitag (15.05) lagen die Exportpreise für US-Mais am US-Golf (fob) für die aktuelle Verladung im Mai bei 173 USD/t (Vw: 174 USD/t) und für den Zeitraum Juni bis August bei 173 bis 176 USD/t (Vw: 171 USD bis 173 USD/t) und damit für die hinteren Termine 2 bis 3 USD/t höher als vor einer Woche.
 
Südamerikanischer Mais kostet an den dortigen Exporthäfen für den Mai 161 USD/t (Vw: 162 USD/t) und für den Juni 165 USD (Vw: 165 USD/t) und damit etwa so viel wie vor einer Woche. Gleichzeitig war der südamerikanische Mais 12 USD bis 11 USD billiger als der für den gleichen Termin angebotene US-Mais.
 
Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter Markt
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