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Analyse

Frankreich: Sehr große Maisernte, reichlich Exportmais

von , am
16.09.2014

Frankreichs Maisernte wird deutlich größer als im letzten Jahr. Nach der derzeitigen Prognose könnte die bisherige Rekordernte aus dem Jahr 2002 erreicht oder übertroffen werden.

© Roland Dahl - Fotolia.com
 
Frankreichs Maisernte wird deutlich größer als im letzten Jahr. Davon gehen die Analysten der französischen Agrarbehörde FranceAgrimer aus. Nach der derzeitigen Prognose könnte sogar die bisherige Rekordernte aus dem Jahr 2002 erreicht oder übertroffen werden. Unsere westlichen Nachbarn sind mit großem Abstand vor Rumänien, Italien und Ungarn der größte Maisproduzent der Europäischen Union. Mit der größeren Ernte nehmen auch die erwarteten Ausfuhren beim ebenfalls größten europäischen Maisexporteur zu. Mehr als 90 Prozent aller französischen Maisexporte gehen in andere EU-Länder. Wegen der rekordverdächtigen Ernte steigen die Endbestände kräftig um zwei Drittel an. Die Maispreise sind am französischen Binnenmarkt drastisch gefallen und liegen am wichtigsten französischen Handelsplatz in Bordeaux für die neue Ernte nur noch bei 136 Euro/t.
 
Rekordernte möglich, sehr hohe Erträge
Die Erwartungen an die französische Maisernte 2014 setzte FranceAgrimer Mitte September auf 16,14 Mio. t fest. Im Vergleich zur Ernte 2013 von 14,48 Mio. t wäre dies ein Produktionszuwachs von 1,7 Mio. t oder etwa 11,4 %. Gleichzeitig könnten die Landwirte in Frankreich damit die bisherige Rekordernte aus dem Jahr 2002 von  knapp 16,1 Mio. t erreichen oder übertreffen. Die Anbaufläche von Mais veranschlagt FranceAgrmer in diesem Jahr auf 1,73 Mio. ha und damit sogar etwas kleiner als im Vorjahr mit 1,76 Mio. ha. Die durchschnittlichen Erträge werden jedoch sehr hoch bei 93,4 dt/ha erwartet, nach 82,1 dt/ha im letzten Jahr (2013). Die Crop-Monitoring Agentur der EU (MARS) hatte die französischen Erträge bei Mais sogar auf 94,6 t/ha geschätzt. Das USDA hatte seine Erwartungen an die französische Maisernte zuletzt  von 15,9 Mio. t auf 16,4 Mio. t nach oben gesetzt und Töpfer/ADM ging ebenfalls von 16,1 Mio. t aus.
 
Mehr Maisexporte in andere EU-Länder
Bei den Maisexporten erwartet die FranceAgrimer im aktuellen Wirtschaftsjahr einen Anstieg. Mit geschätzten 5,64 Mio. t ist die erwartete Exportmenge 0,4 Mio. t größer als die Exportmenge die die Experten von FranceAgrimer für die letzte Saison ermittelten (5,25 Mio. t). Von den französischen Gesamtexporten sollen etwa 5,2 Mio. t bzw. mehr als 90 Prozent in andere EU-Länder verkauft werden. Lediglich 0,4 Mio. t gehen in Drittländer. Im letzten Jahr exportierten die Franzosen 4,7 Mio.t Mais in andere EU-Länder und 0,5 Mio. t in Drittländer. Damit erwartete FranceAgrmer eine Zunahme der Ausfuhren in andere EU-Länder um 0,49 Mio. t oder gut 10 %.
 
Mais-Einsatz im Tierfutter rückläufig, Bestände wachsen
Der Einsatz von Mais in der Tierfütterung geht trotz der deutlich größeren Ernte von 3,5 Mio. t (2013) auf 3,1 Mio. t im aktuellem Wirtschaftsjahr zurück. Grund dürfte die große Weizenernte und das sehr große Angebot an Futterweizen sein. Der französische Gesamtverbrauch von Mais schrumpft im aktuellen Wirtschaftsjahr um knapp 10 % von 7,73 Mio. t auf nur noch 6,97 Mio. t. Im Ergebnis sollen die französischen Maisbestände um zwei Drittel wachden. Währen die Endbestände in der zurückliegenden Saison bei 2,29 Mio. t sollen am Ende der aktuellen Saison noch 3,86 Mio. t in den Lägern liegen.
 
Maispreise in Frankreich unter 140 Euro
Am europäischen Terminmarkt sind die Preise für die neue Maisernte von August bis September nochmals um gut 10 Prozent gefallen. Nachdem die neue Ernte am  Anfang August noch 155 Euro kostet, waren es am 15.Septemebr nur noch knapp 139 Euro. Damit wurde auch die 140-Euro-Marke nach unten durchbrochen. Auch am französischen Binnenmarkt sind die Maispreise zuletzt sind drastisch gefallen. Am wichtigsten Umschlagplatz in Bordeaux kostete Mais der neuen Ernte Mitte September nur noch 136 Euro/t. Das sind etwa 35 Euro/t weniger als vor dem Start der französischen Maisernte im letzten Jahr (171 Euro).
 
Dr. Olaf Zinke / Redaktionsleiter marktkompass
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