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Analyse

Globale Maisbestände schrumpfen, neue Ernte teurer

von , am
24.04.2015

Derzeit erwarten die IGC-Analysten die globale Maisproduktion im Vergleich zur Rekordernte aus dem aktuellen Wirtschaftsjahr 2014/15 rund 43 Mio. t oder 4,3 % kleiner.

© Mühlhausen/landpixel
 
Die nächste globale Maisernte wird wohl etwas größer werden als bisher erwartet wurde. Davon geht jedenfalls der Internationale Getreiderat (IGC) in seiner aktuellen Prognose von Ende April aus. Dennoch erwarteten die IGC-Analysten die globale Maisproduktion im Vergleich zur Rekordernte aus dem aktuellen Wirtschaftsjahr 2014/15 rund 43 Mio. t oder 4,3 % kleiner. Allerdings hat der IGC seine Ernteschätzung im Vergleich vorigen Prognose (März) um 11 Mio. t auf 951,4 Mio. t nach oben korrigiert. Ursache für die Aufwärtskorrektur der globalen Erntemenge sind die ebenfalls nach oben korrigierten Ernteerwartungen für die  Maisernten in China, in Europa, In Südafrika sowie in Brasilien.
 
Anders als in den beiden vorigen Wirtschaftsjahren übersteigt der leicht rückläufig globale Verbrauch von Mais die erwartete Produktion sehr deutlich. Diese Konstellation dürfte zu einem deutlich Abschmelzen der globalen Bestände führen, auch wenn der Rückgang nicht so stark ausfällt wie noch im März geschätzt wurde. Die Maispreise (Exportpreise) haben sich in den letzten vier Wochen kaum verändert, sind jedoch rund 26 % niedriger als vor einem Jahr.
 
Produktion wurde nach oben korrigiert
Die vom IGC für die nächste Saison 2015/16 erwartete Maisernte ist rund 43 Mio. t bzw. 4,3 % kleiner als die Maisernte der zu Ende gehenden Saison. Mit rund 951,4 Mio. t wäre dies die jedoch noch immer die drittgrößte bislang eingebrachte globale Maisernte. Gegenüber der Märzschätzung von 940,7 Mio. t hat der IGC die erwartete Produktion um 11 Mio. t nach oben gesetzt. Die neue US-Maisernte 2015 erwartet der IGC wie bereits im März bei 331 Mio. t und damit 30 Mio. t kleiner als die Rekordernte im letzten Jahr von 361,1 Mio. t. Vor zwei Jahren (2013) ernteten die US-Farmer immerhin 351,3 Mio. t Mais und damit 20 Mio. t mehr als jetzt erwartet werden.
 
Deutliche kleinere Ernte in der EU, Import nimmt zu
Eine Maisproduktion von 219 Mio. t erwartet der IGC für China. Damit haben die IGC-Analysten ihre Prognose gegenüber dem Vormonat um 3 Mio. t auf einen neuen Rekordwert nach oben gesetzt. Im Vergleich zur letzten Ernte (216 Mio. t) wäre die neue IGC-Prognose ebenfalls 3 Mio. t größer. Gleichzeitig erwartet der IGC für die Chinesen stabile Importe von 4,0 Mio. t. Für die Europäische Union rechnet der IGC mit einer Erntemenge von 67,5 Mio. t, nach der Rekordernte von 75,3 Mio. t im Jahr 2014. Im Vergleich zum Vormonat hat der IGC seine Schätzung um 0,6 Mio. t etwas nach oben gesetzt du liegt damit jetzt knapp unter der Prognose der Kommission oder von Strategie Grains. Den europäischen Import sieht der IGC wegen der kleineren Produktion wieder bei 10,7 Mio. t nach 8,7 Mio. t im laufenden Jahr.
 
Südamerikaner mit guten Ernten
Die noch nicht beendete südamerikanische Ernte wird sowohl in Brasilien als auch Argentinien etwas kleiner eingeschätzt als die Ernte aus dem Vorjahr. Anders als das USDA ordnet der IGC die aktuellen bzw. noch laufenden Ernten in Südamerika jedoch  dem nächsten Wirtschaftsjahr 2015/16 zu, während das USDA diese Ernten noch dem zu Ende gehenden Wirtschaftsjahr 2014/15 zuschlägt. Damit sind die Daten beider Prognosen auch nicht direkt vergleichbar. Die aktuelle der Saison 2015/16 zugeordnete Ernte schätzt der IGC für Brasilien auf 78 Mio. t (März: 77 Mio. t), nach 80,1 Mio. t im letzten Jahr. Für Argentinien unterstellen die IGC-Analysten eine Produktion von 30,0 Mio. t (März: 30,0), nach 33,0 Mio. t im vorigen Jahr. Für die Ukraine erwartet der IGC einen spürbaren Rückgang der Produktion. Für 2015 geht der IGC nur von einer ukrainischen Produktion von 24,9 Mio. t aus nach 28,5 Mio. t im Jahr 2014.
 
USA exportiert etwas mehr Mais, Ukraine weniger
Etwas nach oben korrigiert hat der IGC seine Erwartungen an die globalen Handelsmengen bei Mais. Die Gesamtausfuhren sollen bei knapp 119 Mio. t (März: 117,6 Mio. t) liegen und damit sogar 1,5 Mio. t höher sein als im laufenden Jahr mit 117,5 Mio. t. Die Ausfuhren Argentiniens sollen für 2015/16 bei 17,0 Mio. t liegen nach 17,1 Mio. t im Wirtschaftsjahr 2014/15 und die Exporte Brasiliens erwartet der IGC jetzt bei 21,0 Mio. t und damit ebenso so hoch wie im aktuellen Wirtschaftsjahr mit ebenfalls 21,0 Mio. t. Die Exporte der USA steigen (wegen der hohen Bestände) nach der IGC-Prognose 2015/16 auf 47 Mio. t, von zuvor 45 Mio. t im noch laufenden Wirtschaftsjahr. Für die Ukraine sieht der IGC die Ausfuhrmenge im kommenden Wirtschaftsjahr bei 17,0 Mio. t, nach 18,5 Mio. t im noch laufenden Wirtschaftsjahr.
 
Verbrauch bleibt hoch, kräftiger Bestandsabbau
Die Folge der kleineren Ernte und des anhaltend hohen Verbrauchs ist ein deutlicher Abbau der globalen Maisbestände. Dabei ist der Verbrauch nur geringfügig kleiner als im aktuellen Wirtschaftsjahr. Ende April geht der IGC davon aus, dass die Endbestände von ihrem aktuellen Niveau von 198,1 Mio. t um  rund 17,3 Mio. t auf etwa 180,8 Mio. t im neuen Wirtschaftsjahr schrumpfen werden. Der Verbrauch soll  nur ganz leicht von 970,5 Mio. t im laufenden  Wirtschaftsjahr  auf 968,6 Mio. t im neuen Jahr schrumpfen. Damit würde die globale Verbrauchsmenge die Produktion deutlich übersteigen.
 
Neue Maisernte wird teurer
An den internationalen Handelsplätzten haben die Maispreise (Exportpreise) in den letzten vier Wochen kaum verändert, sind jedoch rund 26 % niedriger als vor einem Jahr. Kurz vor dem Monatswechsel kostet der Mais am Terminmarkt in Chicago umgerechnet 136 Euro/t (Maikontakt). Die neue US-Ernte  wurde mit umgerehchnet 146 Euro/t und damit rund 10 Euro teurer gehandelt. In Europa lagen die Maispreise Ende April am Terminmarkt bei etwa 162 Euro (Junitermin). Die neue europäische Ernte kostete rund 170 Euro/t und damit 8 Euro mehr als der alte Mais.
 
Die Exportpreise für US-Mais lagen zum Monatswechsel am US-Golf bei 181 USD/t (169 Euro/t) und die neue Ernte wurde für 181 Euro angeboten. An den südamerikanischen Exporthäfen kostete der Mais zur Verladung im Mai/Juli rund 169 bis 171 USD/t (157 bis 159 Euro) und damit gut 10 USD/t weniger als der vergleichbare Mais aus den USA.
 
Dr. Olaf Zinke / Redaktionsleiter Markt
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