Login
Analyse

Globale Maisbilanz noch etwas enger

von , am
12.10.2015

Insgesamt ging es für die globale Maisernte weiter nach unten und auch die Bestände schrumpfen stärker als im Vormonat erwartet wurde.

© Schollen/landpixel.de
 
In den USA gaben die Maispreise nach der Veröffentlichung des neuen USDA-Reports etwas überraschend nach. In Europa legten die Maispreise hingegen zu. Dabei hatte das USDA die US-Maisernte sogar leicht nach unten korrigiert, offenbar jedoch nicht so deutlich wie Analysten zuvor erwartet hatten. Die US-Maiserträge hat das USDA sogar etwas nach etwas oben gesetzt, die Erntefläche jedoch nach unten.
 
Insgesamt ging es für die globale Maisernte weiter nach unten und auch die Bestände schrumpfen stärker als im Vormonat erwartet wurde. Der Mais-Verbrauch geht allerdings ebenfalls stärker zurück. Der erwartetet Mais-Handel wurde hingegen nicht verändert. Die Europäische Union wird vom USDA wie schon im Vormonat als größten globaler Maisimporteur erwartet.
 
Maisernte weiter nach unten korrgiert
Die vom USDA im Oktober-Report erwartete globalen Maisernte 2015/16 liegt jetzt bei rund 973 Mio. t und damit rund 5 Mio. t niedriger als im September (978). Diese Produktion verfehlt die Rekordernte aus dem vorigen Jahr von 1.008 Mio. t (!!) jetzt um 36 Mio. t bzw. 3,6 %. Trotz dieser weiteren Korrektur wäre dies jedoch immer noch die drittgrößte jemals eingebrachte globale Maisernte, nach den Maisernten 2014 und 2013.
 
Ebenfalls recht deutlich nach unten korrigiert hat das USDA im Oktober den globalen Maisverbrauch auf 981 Mio. t. (Sept.: 986). Dennoch beträgt die Lücke zwischen Produktion (973) und Verbrauch (981) immerhin 8 Mio. t.
 
Globale Bestände noch etwas kleiner
Die Endbestände schrumpfen werden auf 188 Mio. t noch etwas stärker abgebaut als im Vormonat erwartet wurde. Vor vier Wochen war das USDA lediglich von einem Rückgang der globalen Bestände auf 190 Mio. t ausgegangen. Im zurückliegenden Wirtschaftsjahr waren die Bestände auf das Rekordhoch von 196 Mio. t angewachsen. Die globale Handelsmenge 2015/16 erwartet das USDA unverändert zum Vormonat bei 128 Mio. t (Sept: 128) und liegt damit trotz der kleineren Ernte noch 1 Mio. t höher als im zurückliegenden Wirtschaftsjahr 2014/15 mit 127 Mio. t.
{BILD:645359:png} 
Europäer werden größter Maisimporteur
Die Maisernte der Europäischen Union erwartet das USDA in seinem Oktober-Report bei 58,0 Mio. t und damit unverändert zur vorigen Schätzung vor vier Wochen (58,0). Die Rekordernte aus dem Vorjahr von 75,7 Mio. t wird um 17,7 Mio. t oder 31 % verfehlt.
 
Den europäischen Importbedarf von Mais hat das USDA unverändert bei 16,0 Mio. t belassen, nachdem im vorigen Wirtschaftsjahr 2014/15 nur 8,6 Mio. t Mais und damit 7,4 Mio. t weniger importierte. Damit wären die Europäer deutlich vor Japan (14,8), Mexiko (10,5) , Südkorea (10,0) und Ägypten (8,0) der größte Maisimporteur der Welt. Die europäischen Endbestände werden nach Meinung des USDA von 8,6 Mio. t in der vorigen Saison (2014/15) auf 5,1 Mio. t in der aktuellen Saison abschmelzen.
 
US-Ernte nochmal etwas kleiner
Die Maisernte 2015 für die USA hat USDA im Oktober noch einmal moderat nach unten korrigiert. Das USDA schätzt die neue Ernte auf 344,3 Mio. t und damit 0,8Mio. t kleiner als im Vormonat (345,1). Im letzten Jahr (2014) hatte die US-Farmer allerdings eine Rekordernte von 361,1 Mio. t eingebracht und vor zwei Jahren erntete man 351,3 Mio. t Mais.
 
Die Exporte der USA sollen im Wirtschaftsjahr 2015/16 weiterhin bei 47 Mio. t liegen und damit eben so groß sein wie in der September-Prognose (47,0) j und eben so hoch wie in der zurückliegenden Saison mit ebenfalls 47,0 Mio. t. Die US-Maisbestände sollen 2015/16 auf 39,7 Mio. t schrumpfen und damit geringfügig stärker als im September erwartet (40,5 Mio. ) und dennoch nur 4,4 Mio. t kleiner sein als im vorigen Wirtschaftsjahr 2014/15 (44,0 Mio. t) .
{BILD:645360:png} 
Ukraine erntet und exportiert weniger Mais
Für die Ukraine, den im Wirtschafsjahr 2014/15 drittgrößten globalen Maisexporteur, hat das USDA in die Maisernte 2015 im Oktober von 27 Mio. t auf 25,0 Mio. t gesenkt. Damit wäre die neuen Ernte jetzt 3,5 Mio. t kleiner als die ukrainische Ernte aus dem Jahr 2014 von 28,5 Mio. t.
 
Das ukrainische Exportpotential sieht das USDA für das neue Wirtschaftsjahr 2015/16 nur noch bei 17,0 Mio. t und damit 1,5 Mio. t niedriger als vor vier Wochen (18,5) und 2,0 Mio. t niedriger als im zurückliegenden Wirtschaftsjahr 2014/15 (19,0 Mio. t) .
 
Brasilien mit größerer Ernte und mehr Exporten
Für Brasilien hat das USDA die Erwartungen an die nächste Maisernte (2016) von 79,0 Mio. t auf 80,0 Mio. t angehoben. Gleichzeitig wurde die zurückliegende brasilianische Ernte aus dem Wirtschaftsjahr 2014/15 um 1,0 Mio. t auf den neuen Rekordwert von 85,0 Mio. t nach oben gesetzt. Die Aussaat für die Ernte 2016 beginnt in Brasilien im Oktober/November.
 
Das brasilianische Exportpotential für Wirtschaftsjahr 2015/16 sieht das USDA bei 31,0 Mio. ha (Sept: 29,0 Mio. t) und damit 9 Mio. t größer als im zurückliegenden Wirtschaftsjahr 2014/15 mit 22,0 Mio. t. Ein Grund für die wachsenden Exporte sind die sehr hohen Lagerbestände von 18,6 Mio. t im Wirtschaftsjahr 2014/15 und immer noch 15,2 Mio. t im Wirtschaftsjahr 2015/16 sowie die im Vergleich zum US-Mais deutlich niedrigeren Exportpreise infolge des deutlich abgewerteten brasilianischen Real.
{BILD:645361:png} 
Argentiniens nächste Ernte wird wohl kleiner
Für Argentinien erwartet das USDA für die Ernte 2016 eine Produktion von 24,0 Mio. t (und damit rund 1,0 Mio. weniger als vor vier Wochen (25,0). Die vorigen Ernte 2015 wurde vom USDA mit 26,5 Mio. t angegeben. Das Exportpotential Argentiniens schätzt das USDA für die Saison 2015/16 jetzt auf 15,0 Mio. t und damit etwas kleiner als vor vier Wochen (15,5), und deutlich kleiner als im Wirtschaftsjahr 2014/15 mit 18,5 Mio. t im
 
China weiter mit Rekordernte und Rekordbeständen
Für China hat das USDA die Ernteprognose mit 225 Mio. t unverändert gelassen. Das wäre für die Chinesen ein neuer Produktionsrekord. Im vorigen Jahr lag die chinesische Erntemenge bei 216 Mio. t und vor zwei Jahren bei 218 Mio. t. Die derzeitige Importprognose für China liegt bei 3,0 Mio. t ,nach ebenfalls 3,0 Mio. t im zurückliegenden Jahr. Die chinesischen Lagerbestände wachsen wegen der großen Ernte von 82,0 auf den Rekordwert von 90,6 Mio. t bzw. 46 % (!!) der globalen Maisbestände.
 
Dr. Olaf Zinke
Auch interessant