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Analyse

Globale Maisernte wird größer, Maispreise gefallen

von , am
29.05.2015

Ein weiteres Mal hat der Internationale Getreiderat (IGC) Ende Mai seinen Erwartungen an die neue globale Maisernte nach oben korrigiert.

© Mühlhausen/landpixel
 
Ein weiteres Mal hat der Internationale Getreiderat (IGC) Ende Mai seinen Erwartungen an die neue globale Maisernte nach oben korrigiert. Das gilt jedoch nicht für die Ernteprognose für die Europäische Union. Aufwärtskorrekturen gab es für die Erntemengen in den USA, in Brasilien und in China. Trotz der weiteren Aufwärtskorrektur bleibt die von den IGC-Analysten im neuen Wirtschaftsjahr erwartete globale Maisproduktion, im Vergleich zur Rekordernte aus dem zu Ende gehenden Wirtschaftsjahr 2014/15, deutlich kleiner. Außerdem übersteigt der vom IGC erwartete  globale Verbrauch von Mais die Produktion deutlich. Diese Konstellation führt zu einem Abschmelzen der globalen Bestände, auch wenn der Rückgang nicht so stark ausfällt wie im April geschätzt wurde. In den USA und in Europa haben die Maispreise in den letzten vier Wochen nachgegeben.
 
Produktion wurde nach oben korrigiert
Die vom IGC für die nächste Saison 2015/16 erwartete Maisernte ist rund 36 Mio. t bzw. 3,6 % kleiner als die Maisernte der zu Ende gehenden Saison. Mit rund 960,7 Mio. t wäre dies dennoch die bislang drittgrößte globale Maisernte. Gegenüber der Aprilschätzung von 951,7 Mio. t hat der IGC die erwartete Produktion um 9,3 Mio. t nach oben gesetzt. Die neue US-Maisernte 2015 erwartet der IGC wie bereits im März bei 332 Mio. t und damit 1 Mio. t größer als im April und 29 Mio. t kleiner als die Rekordernte aus dem letzten Jahr von 361,1 Mio. t. Vor zwei Jahren (2013) ernteten die US-Farmer immerhin 351,3 Mio. t Mais und damit 19 Mio. t mehr als jetzt erwartet werden. Grund für den Produktionsrückgang in den USA ist die deutliche Anbaueinschränkung bei Mais (zu Gunsten von Soja) von 33,64 Mio. ha auf nur noch 33,06 Mio. t. Die Erträge erwarte das USDA immerhin bei 10,47 t/ha nach dem Rekordergebnis von 10,73 t/ha im Letzten Jahr.
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Deutliche kleinere Ernte in der EU, Import nimmt zu
Eine Maisproduktion von 220 Mio. t erwartet der IGC f derzeit für China. Damit haben die IGC-Analysten ihre Prognose gegenüber dem Vormonat nochmals um 1 Mio. t auf einen neuen Rekordwert nach oben gesetzt. Im Vergleich zur letzten Ernte (215,7 Mio. t) wäre die neue IGC-Prognose ebenfalls 4,3 Mio. t größer. Gleichzeitig erwartet der IGC für die Chinesen rückläufige Importe von 3,0 Mio. t, nach  4 Mio. t in der zurückliegenden Saison.
Für die Europäische Union rechnet der IGC mit einer Erntemenge von 67,2 Mio. t, nach der Rekordernte von 75,4 Mio. t im Jahr 2014. Im Vergleich zum Vormonat hat der IGC seine Schätzung nochmals um 0,3 Mio. t nach unten gesetzt und liegt damit noch unter der Ernte-Prognose des USDA von 68,3 Mio. t. Den europäischen Import sieht der IGC wegen der kleineren Produktion wieder bei 11,2 Mio. t (April: 10,7) nach 9,0 Mio. t im zu Ende gehenden Wirtschaftsjahr.
 
Brasilianische Maisernte fast wie im Vorjahr
Die noch nicht beendete südamerikanische Ernte wird in Brasilien und in Argentinien etwas kleiner eingeschätzt als die Ernte aus dem Vorjahr. Anders als das USDA ordnet der IGC die aktuellen bzw. noch laufenden Ernten in Südamerika jedoch dem nächsten Wirtschaftsjahr 2015/16 zu, während das USDA diese Ernten noch dem zu Ende gehenden Wirtschaftsjahr 2014/15 zuschlägt. Damit sind die Daten beider Prognosen auch nicht direkt vergleichbar.
Die noch laufende (vom IGC) der Saison 2015/16 zugeordnete Ernte, schätzt der IGC für Brasilien auf 78,6 Mio. t (April: 78 Mio. t), nach 80,1 Mio. t im letzten Jahr. Für Argentinien unterstellen die IGC-Analysten eine Produktion von 30,0 Mio. t (April: 30,0), nach 33,0 Mio. t im vorigen Jahr. Für die Ukraine erwartet der IGC im Jahr 2015 wegen einer kleineren Aussaatfläche und niedrigeren Erträgen, einen deutlichen Rückgang der Produktion. Für die Ernte 2015 geht der IGC nur von einer ukrainischen Produktion von 24,9 Mio. t (April 24,9) aus nach 28,5 Mio. t im Jahr 2014.
 
USA und Brasilien exportiert mehr Mais, Ukraine weniger
Weiter nach oben korrigiert hat der IGC seine Erwartungen an die globalen Handelsmengen bei Mais. Die Gesamtausfuhren sollen bei 120,3 Mio. t (April: 118,8 Mio. t) liegen und damit sogar geringfügig höher sein als im laufenden Jahr mit 119,4 Mio. t. Die Ausfuhren Argentiniens sollen für 2015/16 bei 17,0 Mio. t liegen, nach 17,1 Mio. t im Wirtschaftsjahr 2014/15 und die Exporte Brasiliens erwartet der IGC jetzt bei 22 Mio. t (April 21,0 Mio. t) und damit 1,0 Mio. t höher als im aktuellen Wirtschaftsjahr mit 21,0 Mio. t. Die Exporte der USA steigen (wegen der hohen Bestände) nach der IGC-Prognose 2015/16 leicht auf 47 Mio. t (April: 47,0), von 46 Mio. t im noch laufenden Wirtschaftsjahr. Für die Ukraine sieht der IGC die Ausfuhrmenge im kommenden Wirtschaftsjahr bei 17,0 Mio. t, nach 18,5 Mio. t im zu Ende gehenden Wirtschaftsjahr.
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Verbrauch wächst leicht, Bestände schrumpfen
Die Folge der kleineren Ernte und des leicht wachsenden Verbrauchs ist ein Abbau der globalen Maisbestände. Dabei ist der Verbrauch geringfügig größer als im aktuellen Wirtschaftsjahr. Ende Mai geht der IGC davon aus, dass die Endbestände von ihrem aktuellen Niveau von 200,8 Mio. t um rund 13,4 Mio. t auf etwa 187,4 Mio. t (April: 180,8) im neuen Wirtschaftsjahr schrumpfen werden. Der Verbrauch soll ganz leicht von 972,6 Mio. t im zu Ende gehenden Wirtschaftsjahr auf 974,2 Mio. t im neuen Jahr zunehmen. Damit würde die globale Verbrauchsmenge die  globale Produktion jedoch deutlich übersteigen.
 
Maispreise sind im Mai zurückgegangen
In den USA und in Europa haben die Maispreise in den letzten vier Wochen nachgegeben. Am US-Terminmarkt gingen die Kurse für die alte Ernte umgerechnet um 7 % zurück und an den Exporthäfen ebenfalls um 7 %. Kurz vor dem Monatswechsel kostet der Mais am Terminmarkt in Chicago umgerechnet 127 Euro/t (Julikontakt). Die neue US-Ernte wurde mit umgerechnet 133 Euro/t gehandelt wird damit rund 5 Euro teurer als die alte Ernte. Die Exportpreise für US-Mais lagen zum Monatswechsel am US-Golf bei 168 USD/t (153 Euro/t) und die neue Ernte wurde für 183 USD (167 Euro) angeboten.
 In Europa lagen die Maispreise Ende Mai am Terminmarkt bei etwa 155 Euro (Junitermin). Die neue europäische Ernte kostete rund 165 Euro/t und damit 10 Euro mehr als der alte Mais. Im Vergleich zum Vorjahr (182 Euro) sind die Maispreise in Europa derzeit 27 Euro oder 15 % niedriger.
 
Dr. Olaf Zinke / Redaktionsleiter Markt
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