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Analyse

Größere Maisernte in Rumänien und Frankreich

von , am
05.06.2015

Die europäische Maisernte 2015 wird nach der aktualisierten Prognose der EU-Kommission besser als noch vor vier Wochen erwartet wurde.

© Mühlhausen/landpixel
 
Die europäische Maisernte 2015 wird nach der aktualisierten Prognose der EU-Kommission größer als noch vor vier Wochen erwartet wurde, jedoch bleibt sie deutlich kleiner als 2014. Ursache für die Aufwärtskorrektur der europäischen Maisernte ist vor allem die relativ deutlich nach oben gesetzte Ernteerwartung für Rumänien, den zweitgrößten Produzenten der EU. Moderate Aufwärtskorrekturen der Erntemengen gab es zudem für den größten europäischen Maisproduzenten Frankreich und in deutlich geringerem Umfang für Italien, Deutschland, Tschechien und Kroatien.
 
Ende Mai veranschlagten die Analysten der Kommission die europäische Maisernte 2015 auf 68,1 Mio. t. Gegenüber der vorigen Schätzung von Ende April mit 66,3 Mio. t, wurde die für 2015 erwartete Maisernte damit um 1,8 Mio. t nach oben gesetzt. Gleichzeitig hat die Kommission (etwas überraschend,  auf Basis der endgültigen Länderdaten, auch noch einmal die Rekordernte aus dem Jahr 2014 noch einmal von 75,9 Mio. t auf 77,8 Mio. t nach oben korrigiert. Diese Erntemenge würde mit de neuen Ernte 2015 um 10,7 Mio. t bzw. knapp 14 % verfehlt.
 
Die europäische Maisfläche für die Ernte 2015 veranschlagen die Experten der Kommission jetzt auf 9,3 Mio. ha. Im Vergleich zur vorigen Schätzung von April von rund 9,2 Mio. ha, wurde die Anbaufläche damit um 0,1 Mio. ha nach oben korrigiert. Gegenüber dem Vorjahr (9,7 Mio. ha) geht der Maisanbau in der EU jedoch deutlich um 0,4 Mio. ha zurück.
 
Die EU-Kommission liegt mit ihrer Schätzung zur europäischen Maisernte von 68,1 Mio. t jetzt über der letzten Prognose der europäischen Analysten von Strategie Grains, die Mitte Mai von einer Maisernte von 67,5 Mio. t und ausgingen. Das USDA hatte die europäische Maisernte seiner ersten Prognose mit 68,3 Mio. t ähnlich große wie die Kommission geschätzt.
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Fast Stabile Importe, Bestände relativ hoch
Bei den Maisimporten erwartet die Kommission im neuen Wirtschaftsjahr 2015/16 kaum eine Veränderung. Mit 9,2 Mio. t ist die erwartete Importmenge ähnlich groß, wie die Importmenge, die die Kommission für die zu Ende gehende Saison 2014/15 auf 9,0 Mio. t veranschlagt. Gleichzeitig rechnet man damit, dass die europäischen Endbestände von 23,0 Mio. t am Ende des aktuellen Wirtschaftsjahres 2014/15, auf 20,2 Mio. t im neuen Wirtschaftsjahr relativ moderat schrumpfen. Der Einsatz von Mais in der Tierfütterung nimmt nach Einschätzung der von 59,5 Mio. t auf 61,3 Mio. t im neuen Wirtschaftsjahr zu. Der Export von Mais aus der EU schrumpft nach von 3,5 Mio. t im zu Ende gehenden Wirtschaftsjahr auf 2,8 Mio. t in im Wirtschaftsjahr 2015/16.
 
Leichte Korrekturen für Frankreich und Deutschland
Für Frankreich, den größten Maisproduzenten der EU, veranschlagt die Kommission für 2015 eine Maisproduktion von etwa 15,9 Mio. t (April: 15,6), nach immerhin 18,2 Mio. t im Jahr 2014. Das wäre im Vergleich zur Aprilschätzung zwar eine Verbesserung, gegenüber dem Vorjahr jedoch ein Produktionsrückgang von 2, 3 Mio. t oder 13 %. Für Deutschland rechnet die Kommission für 2015 mit einer Maisernte von 4,9 Mio. t (April: 4,8) nach der guten Ernte von 5,1 Mio. t im letzten Jahr. Dies wäre ein Rückgang der Produktion von etwa 4 % bzw. 0,2 Mio. t. Für unseren östlichen Nachbarn Polen rechnet die Kommission für 2015 unverändert mit einer Produktion von 2,7 Mio. t (April: 2,7) nach einer ungewöhnlich guten Ernte von 4,0 Mio. t im Jahr 2014.
 
Rumänische Ernte deutlich größer, Ungarn unverändert
Deutlich nach oben geschätzt hat die Kommission Ende Mai die Maisernte für den zweitgrößten europäischen Produzenten Rumänien. Derzeit gehen die EU-Analysten für 2015 von einer Erntemenge von immerhin 11,0 Mio. aus, nachdem die Schätzung im April noch deutlich niedriger bei 9,8 Mio. t lag. Im Vergleich zur ebenfalls sehr guten Ernte 2014 von 11,3 Mio. t ist die jetzt erwartete Produktionsmenge 2015 nur noch 0,3 Mio. t kleiner. Für Ungarn, den drittgrößten Maisproduzenten der EU, schätzte die Kommission die Maisernte 2015 Ende Mai unverändert (Trockenheit) auf 7,8 Mio. t (April: 7,8). Im Vergleich zur sehr großen Ernte aus dem Vorjahr (9,3 Mio. t), wäre die jetzt für 2015 erwartete Produktion immerhin 1,5 Mio. t oder gut 16 % kleiner.
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Etwas mehr Mais in  Italien und Kroatien
Eine ähnlich große Maisernte wie im Jahr 2014 erwartet die Kommission weiterhin in Italien. Die italienische Maisproduktion 2015 soll nach der aktuellen Prognose 8,7 Mio. t (April: 8,6) erreichen. Das wäre die gleiche Erntemeng wie 2014 (8,7 Mio. t). Für Spanien erwartet die Kommission 2015 eine Maisernte von 4,1 Mio. t (April: 4,1) nach 4,4 Mio. t im Jahr 2014. Für Bulgarien ist die Prognose mit 2,5 Mio. t (April: 2,5) rund 0,3 Mio. t kleiner als die Ernte aus dem letzten Jahr (2,8 Mio. t). Nach oben gesetzt hat die Kommission auch ihre Prognose für Kroatien von 2,0 Mio. t (April) auf 2,1 Mio. t im Mai.
 
Dr. Olaf Zinke / Redaktionsleiter Markt
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