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Analyse

Heterogene Maisbestände

von , am
30.07.2015

Die Maisbestände haben sich in Deutschland witterungsbedingt regional sehr unterschiedlich entwickelt. Die Ernteaussichten lassen sich daher derzeit nur schwer abschätzen.

© aboutpixel.de
Das Deutsche Maiskomitee (DMK) geht aber davon aus, dass in den meisten Regionen eher ein bestenfalls normales Erntejahr für den Silomais ansteht. Ein Rekordertrag wie 2014, als über 99 Millionen Tonnen Silomais eingefahren wurden, ist nicht absehbar. Entscheidend für den Ertrag wird die Entwicklung der Pflanzen in den kommenden Wochen.
 
Mitte August wird das DMK sein Prognosemodell "MaisProg" zur Bestimmung des optimalen Erntezeitpunktes im Internet wieder freischalten. MaisProg unterstützt Landwirte, Berater und Züchter bei der Planung der Silomaisernte. Das Modell bündelt verschiedene Faktoren vom Aussaattermin, über die Sorte bis hin zu den witterungsspezifischen Daten wie der Temperatur oder dem pflanzenverfügbaren Bodenwasser. Auf dieser Basis errechnet das Modell mit Hilfe der Daten von Wetterstationen und anhand der Postleitzahl des Nutzers den aktuellen Trockensubstanzgehalt in der Gesamtpflanze.
 
MaisProg lässt sich am Computer zu Hause nutzen, aber auch über das Smartphone auf dem Acker. Auf der mobilen Website des DMK unter dmk.mobi im Bereich Top Services kann der Nutzer auf Abreifeprognosen in seiner Region zugreifen. Weitere Informationen erhalten Sie unter www.maisprog.de.

Spätere Ernte im Norden

Wie das DMK berichtet, ist die Schwankungsbreite der Bestände aktuell sehr groß. Manche Pflanzen sind gerade einmal hüfthoch, während andere schon über die 2-Meter-Marke schießen und längst die Fahnen geschoben haben. In einigen Bundesländern wie beispielsweise Schleswig-Holstein oder Mecklenburg-Vorpommern gehen die Experten davon aus, dass es zu einer etwas späteren Ernte kommen dürfte, da die Blüte meist später als in den Vorjahren erfolgt. Die Verzögerung geht vor allem auf die trockenen Wochen im Frühjahr zurück.
 
In manchen Regionen Thüringens gab es von Ostern bis Ende Juni kaum pflanzenwirksame Niederschläge. Betroffen sind insbesondere das Erfurter Becken und Flächen in Südthüringen. In Ostthüringen hingegen steht der Mais durchweg gut. Diese Differenzierungen ziehen sich durch alle Regionen, manchmal trennen sehr gute und eher unterdurchschnittliche Bestände nur wenige Kilometer.
 
Vielfach holte der Mais den Entwicklungsrückstand aus dem Mai und Juni wieder auf. Die guten und oft gleichmäßigen Niederschläge im Juli nutzten die Pflanzen zu einem enormen Wachstumsschub, etwa in Niedersachsen. Vereinzelt führten die Niederschläge aber auch zu Hagelschäden, Sommerlager und Stängelbruch (Green Snapping).
 
In Bayern steht der Silomais insgesamt nicht gut. In den nördlichen Regionen gab es zu wenige Niederschläge, so dass etliche Flächen vertrockneten und zum Teil schon frühzeitig geerntet werden dürften. Südlich der Donau hingegen fiel örtlich sogar zu viel Niederschlag. Die witterungsbedingten Schwierigkeiten überlagerten in diesem Jahr alle anderen Aspekte. Krankheiten kamen angesichts der Trockenheit nicht so zum Zug, auch bei den Schädlingen zeichnen sich keine neuen Entwicklungen ab.
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