Login
Analyse

IGC erwartet hohe Maisnachfrage

Mähdrescher im Körnermais
© Ulrich Graf
von , am
26.05.2017

Der Internationale Getreiderat (IGC) hat seine Prognose der weltweiten Nachfrage nach Mais deutlich angehoben. Die Getreidevorräte könnten erstmals seit fünf Jahren sinken.

Gestern (25. Mai) hat der IGC in London seine neue Prognose für den globalen Getreide- und Sojamarkt vorgelegt. Gegenüber dem Stand von Ende April korrigierten die Experten ihre Vorhersage für den weltweiten Verbrauch an Getreide, insbesondere von Mais, kräftig nach oben.

Der Getreidekonsum soll 2017/18 mit 2,087 Mrd. t das Rekordniveau des Vorjahres nur knapp verfehlen; damit hob der IGC die Prognose binnen eines Monats um 7,7 Mio. t an. Ausschlaggebend war die Aufwärtskorrektur bei Mais um 8,5 Mio. t auf die neue Rekordmenge von 1,055 Mrd. t. Der Getreiderat schätzt vor allem die Nachfrage nach Mais zur Ethanolherstellung in den USA und zur Stärkegewinnung in China höher ein.

Vorräte gleichen aus

IGC Ernteprognose Mai 2017
© IGC

Da die weltweite Getreideernte 2017/18 mit 2,05 Mrd. t voraussichtlich um 3 % unter dem Allzeithoch des Vorjahres bleiben wird, müssen zur Marktversorgung – die allerdings vergleichsweise komfortablen – Vorräte angegriffen werden.

Der IGC geht davon aus, dass der Endbestand zum Abschluss der Saison 2017/18 mit 479,2 Mio. t erstmals seit fünf Jahren kleiner sein wird als im jeweiligen Vorjahr. Gegenüber seiner April-Prognose schätzt der Getreiderat den Endbestand um 12 Mio. t kleiner ein.

Maisbedarf übersteigt die Erzeugung

IGS Prognose der Weltmaisernte
© IGC

Ausschlaggebend ist auch hier wieder der Maismarkt: Da der weltweite Bedarf die Produktion um rund 29 Mio. t übersteigen soll, werden die Vorräte um diese Menge auf 197,5 Mio. t verringert. Im April hatte der IGC den Endbestand an Mais mit 206,9 Mio. t noch fast 10 Mio. t höher veranschlagt.

Große Sojaernte

Für den Weizenmarkt änderte der IGC seine Prognose verglichen mit dem Stand von April 2017 nur geringfügig. Die weltweite Ernte wird 2017/18 mit 736 Mio. t rund 18 Mio. t oder gut 2 % kleiner ausfallen als im Vorjahr. Der Verbrauch bleibt voraussichtlich stabil.

Das Aufkommen an Sojabohnen fällt mit 348 Mio. t gegenüber dem Vorjahresrekord kaum ab. Der Verbrauch dürfte allerdings um 3,5 % anziehen, sodass der Endbestand 9 % kleiner ausfallen wird als 2016/17.

Auch interessant