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Analyse

IGC: Große globale Bestände drücken Maispreise

von , am
28.08.2015

August hat der Internationale Getreiderat (IGC) die erwartete globale Maisernte im Wirtschaftsjahr 2015/16 nochmals leicht nach oben korrigiert.

© Schollen/landpixel.de
 
Ende August hat der Internationale Getreiderat (IGC) die erwartete globale Maisernte im Wirtschaftsjahr 2015/16 nochmals leicht nach oben korrigiert. Aufwärtskorrekturen gab es dabei vor allem für Brasilien und die USA sowie in geringerem Umfang für China. Drastisch nach unten setzte der IGC seine Prognose für Maisernte in der Europäischen Union. Per Saldo ergibt sich im Vergleich zur letzten Schätzung dennoch ein leichtes Plus.
 
Im Vergleich zur Rekordernte aus dem zurückliegenden Wirtschaftsjahr 2014/15 si die neue Ernte dennoch deutlich kleiner. Außerdem übersteigt der vom IGC erwartete globale Verbrauch von Mais die Produktion immer noch geringfügig. Deshalb rechnet der IGC auch mit einem moderaten Abbau der riesigen globalen Bestände. Die Maispreise (IGC-Index) sind an den wichtigsten internationalen Handelsplätzten seit Mitte Juli um rund 14 % gefallen. Im Vergleich zum Vorjahr sind die aktuellen Exportpreise (in USD) etwa 8 Prozent niedriger.
 
Produktion nach oben korrigiert
Die Ende August vom IGC für die das Wirtschaftsjahr 2015/16 erwartete Maisernte ist rund 26 Mio. t bzw. 2,6 % kleiner als die rekordhohe Maisernte der zurückliegenden Saison 2014/15 (1003 Mio. t). Mit rund 978 Mio. t wäre die neue Ernte dennoch die bislang drittgrößte globale Maisernte überhaupt. Gegenüber der vorigen Schätzung von 966 Mio. t hat der IGC die erwartete Produktion um weitere 2,0 Mio. t nach oben gesetzt.
 
US-Maisernte ebenfalls größer erwartet
Die neue US-Maisernte 2015 erwartet der IGC jetzt bei 340 Mio. t und damit 8 Mio. t größer als noch im Juli (332 Mio. t), jedoch 21 Mio. t kleiner als die Rekordernte aus dem letzten Jahr von 361,1 Mio. t. Vor zwei Jahren (2013) ernteten die US-Farmer 351,3 Mio. t Mais und damit 11,3 Mio. t mehr als jetzt erwartet werden. Grund für den Produktionsrückgang im Vergleich zum Vorjahr ist die Anbaueinschränkung (Aussaatfläche) beim Mais von 36,76 Mio. ha (2014) auf 35,98 Mio. t (2015). Die Erträge erwarte das USDA bei 10,59 t/ha (Juli: 10,47), nach dem Rekordergebnis von 10,73 t/ha im letzten Jahr.
 
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Europäische Ernte bei knapp 60 Mio. t
Für die Europäische Union rechnet der IGC im August mit einer Maisernte von nur noch 60,1 Mio. t, nach der Rekordernte von 75,6 Mio. t im Jahr 2014. Im Vergleich zum Vormonat (66,6) hat der IGC seine Schätzung sehr kräftig um 6,5 Mio. t gesenkt, und liegt damit jetzt unter der letzten Ernte-Prognose des USDA von 62,2 Mio. t. Den europäischen Import sieht der IGC bei 14,5 Mio. t (Juli: 12,7), nach 10,0 Mio. t im zurückliegenden Wirtschaftsjahr.
 
China mit Rekordernte und Rekordbeständen
Eine Maisproduktion von 226 Mio. t erwartet der IGC derzeit für China. Dabei haben die IGC-Analysten ihre Prognose gegenüber dem Vormonat um 1 Mio. t nach oben gesetzt. Im Vergleich zur letzten Ernte (215,7 Mio. t) wäre die neue chinesische Ernte rund 10 Mio. t größer. Gleichzeitig erwartet der IGC für die Chinesen ein Anwachsen der Maisbestände auf den neuen rekordwert von 103 Mio. t Mio. t, nach 92 Mio. t im zurückliegenden Wirtschaftsjahr 2014/15 und 83 Mio. t vor zwei Jahren.
 
Brasilianische Maisernte auf Rekordstand
Anders als das USDA, ordnet der IGC die gerade abgeschlossenen Ernten in Südamerika dem neuen Wirtschaftsjahr 2015/16 zu, während das USDA diese Ernten noch dem zurückliegenden Wirtschaftsjahr 2014/15 zuschlägt. Damit sind die Daten beider Prognosen nicht unmittelbar vergleichbar. Die vom IGC der Saison 2015/16 zugeordnete Ernte 2015, hat der IGC für Brasilien nochmals um 4 Mio. t auf 84 Mio. t (Juli: 80,0 Mio. t) nach oben korrigiert. Damit übertrifft die aktuelle brasilianische Ernte 2015 auch den bisherigen Rekordwert von 81,5 Mio. t aus dem Jahr 2013.
 
Für Argentinien melden die IGC-Analysten für 2015 eine sehr gute Ernte von 30,0 Mio. t (Juli: 30,0), nach 33,0 Mio. t im vorigen Jahr (2014). Für die Ukraine hat der IGC die Ernteprognose nach unten korrigiert. Grund ist die kleinere Erntefläche von 4,1 Mio. ha (Vj: 4,6 Mio. ha). Für 2015 geht der IGC im August von einer ukrainischen Erntemenge von 24,0 Mio. t (Juli: 25,0) aus , nach 28,5 Mio. t im Jahr 2014.
 
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Deutlich mehr Exporte aus Brasilien
Weiter nach oben korrigiert hat der IGC seine Erwartungen an die globalen Handelsmengen bei Mais. Die Gesamtausfuhren sollen bei 125,8 Mio. t (Juli: 123,1 Mio. t) liegen und damit auch höher sein als im zurückliegenden Wirtschaftsjahr mit 124,6 Mio. t. Die Ausfuhren Argentiniens sollen für 2015/16 bei 17,0 Mio. t liegen, nach 17,1 Mio. t im Wirtschaftsjahr 2014/15 und die Exporte Brasiliens erwartet der IGC jetzt bei 27,5 Mio. t (Juli: 23,5 Mio. t) und damit 6,5 Mio. t höher als im zurückliegenden Wirtschaftsjahr mit 21,0 Mio. t.
 
Die Exporte der USA bleiben (wegen der hohen Bestände) mit 46,5 Mio. t (Juli: 45,5) etwa so hoch wie im zurückliegenden Jahr mit 47,0 Mio. t. Für die Ukraine sieht der IGC die Ausfuhrmenge im neuen Wirtschaftsjahr 2015/15 bei 16,5 Mio. t (Juli: 17,0), nach 18,9 Mio. t im Wirtschaftsjahr 2014/15.
 
Bestände bleiben sehr hoch
Den Maisverbrauch erwartet der IGC im Wirtschaftsjahr 2015/16 bei 972 Mio. t (Juli: 972) und damit etwas kleiner als im zurückliegenden Wirtschaftsjahr mit 978,3 Mio. t. Damit würde die globale Verbrauchsmenge die globale Produktion jedoch knapp übersteigen. Ende August geht der IGC davon aus, dass die globalen Endbestände vom aktuellen Rekordstand von 203 Mio. t nur um rund 4 Mio. t auf etwa 199 Mio. t (Juli: 195) im aktuellen Wirtschaftsjahr schrumpfen werden.
 
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Maispreise kräftig gefallen
Die Maispreise (IGC-Index) sind an den wichtigsten internationalen Handelsplätzten seit Mitte Juli um rund 14 % gefallen. Im Vergleich zum Vorjahr sind die aktuellen Exportpreise (in USD) etwa 8 Prozent niedriger. In den USA lagen die Exportpreise (fob) für Mais zum Monatswechsel am US-Golf bei knapp 168 USD/t (149 Euro) und damit etwa 24 USD niedriger als vor vier Wochen. Die neue Ernte wurde für die Verladung im November für 175 USD (155 Euro) angeboten. Mais aus Südamerika wird Ende August für 162 bis 163 USD/t (144 Euro) verladen und damit5 bis 6 USD billiger als US-Ware.

In Europa lagen die Maispreise Ende August am Terminmarkt bei 169 Euro (November/neue Ernte) und damit 27 Euro niedriger als Anfang Juli (196 Euro) und 19 Euro niedriger als Anfang August (188 Euro). Im Vergleich zum Vorjahr (169 Euro) liegen die Maispreise am europäischen Terminmarkt derzeit auf dem gleichen Niveau .
 
Dr. Olaf Zinke
 
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