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Analyse

IGC/Mais: Große Ernte, Bestände wachsen, Preise schwächer

von , am
30.05.2014

Im Vergleich zur Rekordernte aus dem Vorjahr sehen die IGC-Analysten die globale Produktion nur 1,5 % kleiner.

© Mühlhausen/landpixel
 
Die neue globale Maisernte wird wieder sehr groß. Das erwartet der Internationale Getreiderat (IGC) in seiner aktuellen Prognose Ende Mai. Im Vergleich zur Rekordernte aus dem Vorjahr sehen die IGC-Analysten die globale Produktion nur 1,5 % kleiner. Dabei hat der IGC seine Ernteschätzung im Vergleich zum April um rund 5 Mio. t nach oben korrigiert. Gleichzeitig bleibt der IGC aber immer noch 24 Mio. t unter den Erwartungen des US-Landwirtschaftsministeriums, dass die globale Maisernte auf den neuen Rekordwert von 979 Mio. t veranschlagt (Das hat allerings auch methodische Gründe). Gleichwohl führt die Riesenernte auch nach Einschätzung des IGC zu einem weiteren kräftigen Anstieg der Bestände und zu einer kräftigen Zunahme des Verbrauchs An den internationalen Handelsplätzten haben die Maispreise seit Mai um knapp 10 % nachgegeben, konnten sich zuletzt ab er wieder stabilisieren.
 
Produktion etwas nach oben korrigiert
Die vom IGC für die neue Saison 2014/15 erwartete Maisernte ist rund 15 Mio. t bzw. 1,5 % kleiner als die Maisernte der zu Ende gehenden Saison. Mit rund 955,2 Mio. t wäre dies die jedoch die zweitgrößte bislang überhaupt eingebrachte globale Maisernte. Gegenüber der Aprilschätzung (950,2 Mio. t) hat das IGC die erwartete Produktion um insgesamt 5 Mio. t nach oben gesetzt. Die neue US-Maisernte erwartet der IGC wies schon im April bei 350 Mio. t und damit unwesentlich kleiner als die Rekordernte im letzten Jahr von 353,7 Mio. t. Das USDA schätzte die neue US-Ernte zuletzt auf 353,9 Mio. t und damit in etwa so groß wie im Vorjahr.
 
Größere Ernte in der EU, Import bleibt hoch
Eine Maisproduktion von 215 Mio. t erwartet der IGC (wie im April) für China. Damit haben die IGC-Analysten ihre Prognose gegenüber dem Vormonat nicht verändert und liegen damit unter der Schätzung des USDA (220 Mio. t). Im Vergleich zur letzten Ernte (218 Mio. t) wäre die IGC-Prognose 3 Mio. t kleiner. Gleichzeitig erwartet der IGC für die Chinesen einen Rückgang der Importe von 4,5 Mio. t auf 4 Mio. t. (USDA: 3,0 Mio. t) Für die Europäische Union rechnet er IGC mit einer Erntemenge von 65,8 Mio. t nach 64,8 Mio. t und bleibt damit etwas über der letzten Schätzung des USDA (64,6 Mio. t). Den europäischen Import sieht der IGC wegen der etwas größeren Ernte von dem aktuellen Rekordwert von 13,5 Mio. t auf 9,5 Mio. schrumpfen. Das USDA hält erneut Importe von13,0 Mio. t für möglich.
 
Abweichende Herangehensweise in Südamerika
Die noch nicht beendete letzte südamerikanische Ernte war sowohl in Brasilien als auch Argentinien kleiner als die Rekordernten aus dem Vorjahr. Im Unterschied zum USDA ordnet der IGC die aktuellen bzw. noch laufenden Ernten in Südamerika jedoch dem nächsten Wirtschaftsjahr 2014/15 zu, während das USDA diese Ernten noch dem zu Ende gehenden Wirtschaftsjahr 2013/14 zuschlägt. Damit sind die Daten beider Prognosen nicht unmittelbar vergleichbar. Die aktuelle der nächsten Saison (2014/15) zugeordnete Ernte schätzt der IGC für Brasilien auf 75 Mio. t (USDA: 75 Mio. t) nach 85 Mio. t im letzten Jahr. Für Argentinien unterstellen die IGC-Analysten einen Produktionsrückgang von 28,0 Mio. t auf 24,0 Mio. t (USDA: 24 Mio. t). Für die Ukraine erwartet der IGC eine ähnlich große Ernte wie das USDA. Anstelle einer Rekordernte von 30,9 Mio. t im letzten Jahr geht der IGC nur von einer Produktion von 26,5 Mio. t (USDA: 26,0 Mio. t) aus.

Verbrauch steigt ebenfalls kräftig
Die Folge der erneuten großen Ernte ist ein weiterer Aufbau der Bestände. Gleichzeitig nimmt auch der Verbrauch weiter kräftig zu. Ende Mai geht der IGC davon aus, dass die Endbestände sich vom ihren aktuellen sehr Niveau von 163,7 Mio. t weiter erholen werden. Erwartet wird ein Anstieg um 8.4 Mio. t auf etwa 172,1 Mio. t. Der Verbrauch soll von 938 Mio. t auf 946,8 Mio. t im nächsten Jahr um rund 8 Mio. t zunehmen. Damit würde die globale Verbrauchsmenge einen neuen Rekordwert erreichen. Das USDA rechnet für 2014/15 sogar mit einem deutlich höheren Verbrauch von 966 Mio. t.
 
Maispreise nach Schwäche wieder stabiler
An den internationalen Handelsplätzten haben die Maispreise seit Mai um etwa knapp 10 % nachgegeben konnten sich zuletzt aber wieder stabilisieren. Zum Monatswechsel kostet der Mais am Terminmarkt in Chicago umgerechnet 136 Euro/t (Julikontakt). Die neue US-Ernte (Dezember) wurde mit 133 Euro/t und damit nur rund 3 Euro preiswerter gehandelt. In Europa lagen die Maispreise Ende Mai am Terminmarkt bei 171 Euro (Junitermin). Die neue europäische Ernte kostete 176 Euro/t und damit 5 Euro mehr als der alte Mais. Die Exportpreise für US-Mais lagen zum Monatswechsel am US-Golf bei 218 USD/t (160 Euro/t). An den brasilianischen Exporthäfen kostete Mais zur Verladung im Juni/Juli rund 208 USD/t bis 212 USD/t (153 bis 156 Euro) und in Argentinien rund 216 USD/t bis 220 USD/t (159 bis 162 Euro).
 
Dr. Olaf Zinke / Redaktionsleiter marktkompass
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