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Analyse

IGC/Mais: Maisernte noch größer, Preise fallen nicht weiter

von , am
27.06.2014

Die nächste globale Maisernte wird wohl fast so riesig wie im letzten Jahr.

© Kurt/pixelio
 
Die nächste globale Maisernte wird wohl fast so riesig wie im letzten Jahr. Das bestätigt Ende Juni der Internationale Getreiderat (IGC) in seiner aktuellen Ernteprognose. Dabei hat der IGC seine Ernteschätzung im Vergleich zur Mai-Prognose nochmals um knapp 8 Mio. t nach oben korrigiert. Im Vergleich zur Rekordernte aus dem Vorjahr sehen die IGC-Analysten die globale Produktion nur noch 1 % oder knapp 10 Mio. t kleiner. Trotz der kräftigen Aufwärtskorrektur bleibt der IGC aber immer noch 18 Mio. t unter den Erwartungen des US-Landwirtschaftsministeriums, das die globale Maisernte auf den 981 Mio. t veranschlagt. Dieser Unterschied hat allerdings auch methodische Gründe, nämlich in der zeitlichen Zuordnung der südamerikanischen Ernte. Gleichwohl führt die Riesenernte auch nach der Einschätzung des IGC zu einem weiteren kräftigen Anwachsen der globalen Bestände sowie einem neuen Rekord beim Maisverbrauch. Die Maispreise scheinen sich nach einem kräftigen Rückgang von Mai bis Juni allmählich zu stabilisieren.
 
Produktion kräftig nach oben korrigiert
Die vom IGC für die neue Saison 2014/15 erwartete Maisernte ist noch rund 10 Mio. t 1,0 % kleiner als die Rekordernte der zurückliegenden Saison 2013/14. Mit rund 963 Mio. t wäre die neue Ernte die zweitgrößte bislang überhaupt eingebrachte globale Maisernte. Gegenüber der Maischätzung (955 Mio. t) hat das IGC die erwartete Produktion um weitere 8 Mio. t nach oben gesetzt. Die neue US-Maisernte erwartet der IGC allerdings wie in den beiden Vormonaten bei 350 Mio. t und damit unwesentlich kleiner als die Rekordernte aus dem letzten Jahr von 353,7 Mio. t. Das USDA schätzte die kommende US-Ernte Im Juni auf 353,9 Mio. t und damit ebenfalls so groß wie im Vorjahr.
 
Mehr Mais in China, EU-Ernte etwas größer als 2013
Eine Maisproduktion von 220 Mio. t erwartet der im Junireport für China. Damit haben die IGC-Analysten ihre Prognose gegenüber dem Vormonat um 5 Mio. t nach oben gesetzt und liegen damit gleichauf mit der der Schätzung des USDA (220 Mio. t). Im Vergleich zur letzten Ernte (218,5 Mio. t) wäre die IGC-Prognose rund 1,5 Mio. t größer. Gleichzeitig erwartet der IGC (und das USDA) für die Chinesen einen Rückgang der Importe von 4,5 Mio. t auf 3,5 Mio. t. (USDA: 3,0 Mio. t). Grund könnten neben der größeren Ernte auch die chinesischen Handelsbeschränkungen gegenüber genverändertem US-Mais (und Nebenprodukten) der Sorte MIR 162 sein. Für die Europäische Union rechnet er IGC unverändert mit einer Erntemenge von 65,8 Mio. t nach 64,5 Mio. t im Vorjahr und schätzt die Ernte damit auf ähnlichem Niveau wie das USDA (65,2 Mio. t). Den europäischen Import sieht der IGC wegen der etwas größeren Ernte von dem aktuellen Rekordwert von 13,5 Mio. t auf 10,3 Mio. t (Mai: 9,5 Mio. t) schrumpfen. Das USDA hält weiterhin Importe von 13,0 Mio. t für wahrscheinlich.
 
Gute Ernten in Südamerika und der Ukraine
Die letzte südamerikanische Ernte war sowohl in Brasilien als auch Argentinien kleiner als die Rekordernten aus dem Vorjahr. Im Unterschied zum USDA ordnet der IGC die aktuellen Ernten in Südamerika jedoch bereits dem nächsten Wirtschaftsjahr 2014/15 zu, während das USDA diese Ernten noch dem zu Ende gehenden Wirtschaftsjahr 2013/14 zuschlägt. Die aktuelle und vom IGC bereits der nächsten Saison (2014/15) zugeordnete Ernte Brasiliens, schätzt die IGC-Analysten auf 77 Mio. t (Mai: 75 Mio. t) nach einer Rekordernte von 81,5 Mio. t im letzten Jahr. Das USDA geht für die aktuelle Ernte von 76 Mio. t aus Für Argentinien unterstellen die IGC-Analysten ebenfalls einen Produktionsrückgang von 28,0 Mio. t auf 24,0 Mio. t (USDA: 24 Mio. t). Für die Ukraine erwartet der IGC eine ähnlich große Ernte wie das USDA. Anstelle der letzten Rekordernte von 30,9 Mio. t geht der IGC für 2014 von einer Produktion von 26,5 Mio. t (USDA: 27,0 Mio. t) aus.
 
Exporte etwas kleiner als im letzten Jahr
Etwas nach oben korrigiert hat der IGC im Juni seine Erwartungen an die globalen Handelsmengen mit Mais. Die Gesamtausfuhren sollen nach Einschätzung des IGC bei rund 115 Mio. t (Mai: 114 Mio. t) liegen und damit nicht mehr weit entfernt von den 118 Mio. t aus dem zu Ende gehenden Wirtschaftsjahr. Die Ausfuhren Brasiliens sollen für 2014/15 bei etwa 20,5 Mio. t liegen, nach 24,9 Mio. t im Wirtschaftsjahr 2013/14 und die Exporte Argentiniens sollen von 18,6 Mio. t auf 15,0 Mio. t zurückgehen. Die Exporte der USA schrumpfen nach der IGC-Prognose im  Wirtschaftsjahr 2014/15 auf 42 Mio. t von derzeit 48 Mio. t. Für die Ukraine sieht der IGC die Ausfuhrmenge bei 17,5 Mio. t (USDA: 16,0 Mio. t), nach 20,0 Mio. t im zu Ende gehenden Wirtschaftsjahr.
 
Bestände auf 15Jahreshoch, Verbrauch wächst kräftig
Die Folge der erwarteten großen Ernte ist ein weiterer Aufbau der globalen Bestände. Gleichzeitig nimmt jedoch auch der Verbrauch weiter zu. Ende Juni geht der IGC davon aus, dass die Endbestände weiter kräftig anwachsen werden. Erwartet wird ein kräftiger Anstieg um 13 Mio. t auf etwa 179,6 Mio. t (Mai: 172 Mio. t). Der Verbrauch soll jedoch ebenfalls deutlich von 938 Mio. t im zu Ende gehenden Wirtschaftsjahr um etwa 13 Mio. t auf rund 950 Mio. t zunehmen (Mai: 947 Mio. t). Damit würde die globale Verbrauchsmenge einen neuen Rekordwert erreichen. Das USDA rechnet für 2014/15 sogar mit einem deutlich höheren Verbrauch von 968 Mio. t.
 
Exportpreise in den USA und Südamerika ähnlich hoch
In den USA sind die Maispreise von Anfang Mai bis Ende Juni um 15 % zurückgegangen. In Europa haben die Kurse nach einem Zwischenhoch Ende Mai bis Ende Juni um etwa 5 % nachgegeben. Kurz vor dem Monatswechsel kostete der Mais am Terminmarkt in Chicago umgerechnet 128 Euro/t (Julikontakt). Die neue US-Ernte (Dezember) wurde ebenfalls mit 128 Euro/t gehandelt und damit zum gleichen Preis. In Europa lagen die Maispreise Ende Juni am Terminmarkt bei knapp 174 Euro (Augustkontrakt) und für den November auf dem gleichen Niveau . Die Exportpreise für US-Mais lagen zum Monatswechsel am US-Golf bei 210 USD/t (154 Euro/t für den Juli. An den brasilianischen Exporthäfen kostete Mais zur Verladung im Juli rund 205 USD/t (151 Euro) und in Argentinien wurden Exportpreise von rund 201 USD/t (148 Euro) genannt.
 
Dr. Olaf Zinke / Redaktionsleiter marktkompass
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