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Analyse

Importnachfrage stabilisiert Maispreise

von , am
19.01.2015

In Europa stützt der (trotz der wiederholt bestätigen Rekordernte) weiterhin überraschend starke Maisimport die Preise.

Die Maispreise folgen momentan dem Trend aus den USA-nämlich abwärts. © Fritz/agrarheute.com
 
Am Maismarkt beeinflusst neben der Preisentwicklung an den Exportmärkten weiterhin die Entwicklung an den Energiemärkten (Ethanol) die Entwicklung der Preise. In Europa stützt zudem der (trotz der wiederholt bestätigen Rekordernte) weiterhin überraschend starke Maisimport die Preise. Dabei haben die guten Exportdaten der USA die Preise an den Exportmärkten zuletzt zwar stabilisiert, jedoch sind die Maispreise in USA im Wochenvergleich weiter dennoch gefallen. Im Wochenverlauf haben die Maispreise in Chicago um 3,7 % nachgegeben und liegen mit 387 Ct je Buschel (131 Euro) zudem deutlich unter die 400 Ct je Bushel-Marke gefallen Die Ursachen sind zum einen die allmählich näher rückende Ernte in Südamerika, zum anderen aber die Aufwärtskorrektur des erwarteten Maisanbaus in den USA durch dass Analystenhaus Informa Economics von zunächst 88,1 Mio. Acres (35,63 Mio. ha) auf 88,6 Mio. Acres (35,87 Mio. ha). Gleichzeitig wäre die Maisfläche 2015 damit wieder größer als die Sojafläche.
 
Europäische Maisimporte ziehen kräftig an
Die EU-Länder haben bis zum 13. Januar  rund  5,0 Mio. t Mais in Drittländern gekauft. Das ist eine 1,1 Mio. t kleinere Menge als im Rekordjahr 2013 zu diesem Termin (6,2 Mio. t). Allein in der letzten Woche wurden in der letzten Woche (13.01) wurden knapp 0,9 Mio. t gekauft. Deutsche Importeure haben bisher 502.000 t Mais in Drittländern geordert und damit gut 60.000 t mehr als im letzten Jahr (2014) zu diesem Termin als die man 442.000 t Mais importierte. Bislang lagen die großen traditionellen Importeure der EU noch unter den Vorjahresdaten, holen aber langsam auf: Spanien mit 1,9 Mio. t (V. 2,07 Mio. t), Italien mit 444.000 t (Vj. 813.000 t) und Portugal mit 249.000 t (Vj 645.000 t). Exportiert haben die EU-Länder 1,49 Mio. t und damit trotz der sehr großen Ernte weniger als im letzten Jahr mit 2,08 Mio. t. Deutschland verkaufte bislang 116.000 t Mais in Drittländer gegenüber 315.471 t im letzten Jahr.
 
Maispreise fast wieder bei 160 Euro
Am europäischen Terminmarkt haben die Maispreise am Freitag (16.01) moderat zugelegt. Der Märzkontrakt kostete am Terminmarkt in Paris 159,50 Euro/t und damit 1,25 Euro bzw. 0,8 % mehr als am Vortag (158,25 Euro) und 3,50 Euro mehr als zum letzten Tiefpunkt am Mittwoch (157 Euro). Im Wochenverlauf sind die Maispreise dennoch um 1,7 % zurückgegangen und zudem unter die Marke von 160 Euro gefallen. Der Junitermin notierte am Freitag bei 163,50 Euro und damit 0,75 Euro höher als am Vortag (162,75 Euro) und der Augustkontrakt beendet den Handel bei 167,50 Euro und damit 1,50 Euro teurer als am Vortag (166,0 Euro). Die neue Ernte (November) kostete 172,25 Euro und damit 1,00 Euro mehr als am Vortag (171,25 Euro) und 11,75 Euro mehr als der März-Kontrakt. Im Vergleich zum Vorjahr (176,0 Euro) sind die Maispreise am europäischen Terminmarkt derzeit 16,50 Euro niedriger.  Am europäischen Terminmarkt liegen die Maispreise am Montag Mittag für den Märzkontrakt bei 159,50 Euro/t und damit unverändert.
 
Maispreise am Kassamarkt etwas schwächer
Am Kassamarkt haben die Maispreise in der letzten Woche etwas nachgegeben. Beim größten europäischen Maisproduzenten und Exporteur Frankreich (fob Bordeaux) lagen die aktuellen Preismeldungen am Montag (19.01) dieser Woche bei 156 Euro und damit 4 Euro niedriger als einen Woche zuvor (160 Euro). Am Großmarkt in München handelte man den Mais (ab Station) in der letzten Woche zuvor zwischen 153 Euro und 160 Euro. Aus Baden-Württemberg vom Großmarkt in Stuttgart meldete zur Wochenmitte ab Station Maispreise von 158 bis 160 Euro/t. Franko-Niederrhein lagen die Preismeldungen zuletzt etwa 172 Euro und in Südholland bei 174 Euro. Die letzten Preismeldungen fob-Oberrhein lagen in der letzten Woche noch bei 157 Euro bis 160 Euro und am Großmarkt in Mannheim wurden Preise von 158 Euro bis 160 Euro genannt
 
Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter Markt / agrarmanager
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