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Analyse

Kommission: Neue Maisernte wird größer, weniger Importe

von , am
07.03.2014

Die europäische Maisernte 2014 wird größer als im letzten Jahr und könnte fast die 70-Mio.-t-Marke erreichen.

© marshi/aboutpixel.de
 
Die europäische Maisernte 2014 wird größer als im letzten Jahr und könnte fast die 70-Mio.-t-Marke erreichen. Der Importbedarf geht wegen der größeren Ernte deutlich zurück und die Endbestände wachsen. Zu diesen Ergebnissen kommt die EU-Kommission in ihrer ersten Prognose zum europäischen Maismarkt im Wirtschaftsjahr 2014/15. Gleichzeitig übertrifft die Kommission mit ihrer Schätzung zur neuen Maisernte die letzte Prognose von Strategie Grains relativ deutlich.
 
Produktion wächst kräftig
Die europäische Maisernte 2014 schätzt die Kommission Anfang März auf 69,4 Mio. t. Im Vergleich zur keineswegs kleinen Ernte 2013 von 65,7 Mio. t wäre dies ein Produktionszuwachs von 3,7 Mio. t oder fast 6 %. Zudem würde ein neuer Produktionsrekord aufgestellt (bisher 68,6 Mio. t in 2011/12). Die Anbaufläche erwartet die Kommission in diesem Jahr mit 10,0 Mio. ha unverändert zum Vorjahr. Das europäische Analystenhaus Strategie Grains hatte die Ernte im Februar auf 65,1 Mio. t geschätzt und damit 4,3 Mio. t kleiner. Die Anbaufläche für 2014 veranschlagte Strategie Grains allerdings nur auf 9,4 Mio. ha und damit 0,6 Mio. ha kleiner als die Kommission.
 
Importe um fast 50 % kleiner, weniger Futtermais
Bei den Maisimporten erwartet die Kommission im nächsten Wirtschaftsjahr einen drastischen Rückgang. Mit geschätzten 6,0 Mio. t ist die erwartete Importmenge rund 4,5 Mio. t bzw. 43 % kleiner als die Kommissions-Experten für die die noch laufende Saison unterstellen (10,5 Mio. t). Gleichzeitig wachsen die Endbestände von 13,2 Mio. t zum Ende der noch laufenden Saison auf 14,5 Mio. in der nächste Saison um 10 % an. Der Einsatz von Mais in der Tierfütterung geht von 58,7 Mio. t auf 57,0 Mio. t um fast 2 Mio. t zurück. Der Export von Mais aus der EU schrumpft von 3,0 Mio. t im laufenden Wirtschaftsjahr auf 2,2 Mio. t in 2014/15.
 
Deutliche größere Ernte in Frankreich
Für Frankreich, den größten Maisproduzenten der EU, erwartet die Kommission für 2014 eine Maisproduktion von etwa 17,0 Mio. t nach nur 15,5 Mio. t im Jahr 2013. Das wäre ein Produktionszuwachs von 1,5 Mio. t oder 10 %. Strategie Grains blieb mit seiner Schätzung von 15,6 Mio. t allerdings sehr deutlich unter der EU-Prognose. Für Deutschland rechnet die Kommission für 2014 mit einer Maisernte von 4,9 Mio. t nach der sehr schwachen Ernte von 4,1 Mio. t im letzten Jahr. Immerhin ein Produktionszuwachs der Produktion von etwa 20 %. Für unseren östlichen Nachbarn Polen rechnet die Kommission für 2014 mit einer Produktion von 4,2 Mio. nach einer Ernte von 3,9 Mio. t im Jahr 2013.
 
Ungarn mit mehr Mais, Rumänien erntet weniger
Für Ungarn schätzt die Kommission die Maisernte 2014 auf auf 7,2 Mio. t. Im Vergleich zur Erntemenge von 2013 (6,7 Mio. t) wäre die jetzt für 2014 erwartete Produktion immerhin 0,5 Mio. t oder gut 7 % größer. Strategie Grains stimmt mit seiner Schätzung von 7,2 Mio. t exakt mit der EU-Prognose überein. Eine deutlich kleinere Maisernte als im Jahr 2013 erwarten die EU-Analysten für Rumänien. Im Vergleich zur Rekordernte 2013 von 10,6 Mio. t schrumpft die Produktion 2014 um mehr als 1,0 Mio. t auf 9,5 Mio. t. Strategie Grains hatte die rumänische Ernte mit 8,6 Mio. t sogar noch deutlich kleiner als die Kommission geschätzt.
 
Mehr Mais in Italien und Österreich
Eine größere Maisernte als im Jahr 2013 erwarten die Kommissionsexperten für Italien. Die italienische Maisproduktion 2014 soll nach der aktuellen Prognose 8,5 Mio. t erreichen. Das sind 1,1 Mio. t oder 15 % mehr als 2013 (7,4 Mio. t). Strategie Grains hatte die italienische Ernte mit 8,2 Mio. t 0,3 Mio. t kleiner als die Kommission geschätzt. Für Spanien erwartet die Kommission 2014 eine Maisernte von 4,9 Mio. t nach 4,8 Mio. t, also relativ stabile Verhältnisse. Auch für Bulgarien ist die Prognose mit 2,2 Mio. t ähnlich groß wie die Ernte im letzten Jahr (2,3 Mio. t). Gleiches gilt für Kroatien mit 1,9 Mio. t (Vj. 2,0 Mio. t). Mit 2,4 Mio. Mais rechnet die Kommission in Österreich und damit mit einem Zuwachs von 0,6 Mio. t oder 33 %.
 
Dr. Olaf Zinke / Redaktionsleiter marktkompass
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