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Analyse

Mais: Anbau- und Bestandsdaten könnten Markt durcheinanderwirbeln

von , am
30.06.2014

Neu Erkenntnisse für die Aussaatflächen bei Mais und Soja in den USA wird heute Abend der Acreage-Report des USDA bringen

© aboutpixel.de

 
Der Maismarkt steht unter Druck. Das gilt sowohl für den internationalen Markt als auch für Europa, wo die Preise letzte Woche weiter nachgegeben haben. Auch die meisten technischen Indikatoren zeigen einen deutlich nach unten gerichteten Preistrend an. Am heutigen Montag starten die Preise in den USA und in Europa schwächer in die neue Woche. Bislang überwiegen am Maismarkt die Erwartungen an eine neue Riesenernte und ein weiteres Anwachsen der globalen Bestände.
 
Dauerregen im Norden der USA stützt Maispreise
Unterstützung haben die Maispreise letzte Woche aus den USA erhalten. Dort regnete es im nördlichen Mittelwesten unentwegt und viele Felder in Süddakota, Norddakota, Minnesota und Wisconsin sind überflutet. Einige Analysten gehen deshalb davon aus, dass das USDA die Aussaatfläche in seinem Anbaureport (Acreage-Report) am heutigen Montag nach unten korrigieren muss. Das kanadische Statistikamt hat dies letzte Woche in seinem aktuellen Anbaureport bereits getan. Andere Marktbeobachter halten den Dauerregen nicht für den Mais sondern eher für Soja als problematisch und gehen von sehr guten Mais-Erträgen und einer unverändert großen Ernte aus.
 
Große Maisbestände könnten Preisrutsch auslösen
Besonders gefährlich für die Maipreise dürfte jedoch der ebenfalls am Montag Abend vom USDA veröffentlichte Report über die Höhe der Lagerbestände im Juni bringen. Hier muss im man im Vergleich zu Vorjahr mit einem deutlichen Anwachsen der Maisbestände in den USA rechnen. US-Analysten haben im Vorfeld des sogenannten Grain-Stock-Reports für Juni die Maisbestände für den Juni auf 84,57 Mio. t (3.723 Mio. Bu) geschätzt und damit 35 % größer als im Juni vor einem Jahr mit 70,26 Mio. t (2.766 Mio. Bu).
 
USDA-Anbaureport bringt mehr Klarheit
Die Erwartungen der Analysten an die Aussaatfläche bei Mais liegen für den heutigen Acreage-Report bei 37,11 Mio. ha (91,7 Mio. Acres). Diese Schätzung liegt sogar noch etwas über der März-Prognose des USDA mit 37,10 Mio. ha (91,691 Mio. Acres) Im letzten Jahr (2013) war die Aussaatfläche mit 38,590 Mio. ha deutlich größer. Für dieses Jahr erwartet das USDA allerdings höhere Mais-Erträge und deshalb eine Produktion die das Vorjahresniveau erreichen könnte. Nach den Daten des USDA befindet sich der Mais t zudem in deutlich besserem Zustand als 2013, was die Ernteprognosen bestätigt.
 
Kanadas Maisfläche deutlich kleiner
Kanadas Statistikamt hat die Anbaufläche für Mais wegen der verregneten Aussaatbedingungen im Vergleich zur letzten Schätzung um rund 8 % auf 1,26 Mio. ha reduziert und im Vergleich zum letzten Jahr ist die kanadische Aussaatfläche bei Mais sogar knapp 16 % kleiner. Gleichzeitig geht man in Kanada von einem Anbaurückgang bei Sommerweizen und von einer Zunahme der Anbaufläche bei Canola/Raps und Soja aus.
 
Maispreise in Europa schwächer
Am europäischen Terminmarkt haben die Maispreise in der letzten Woche nachgegeben. Auch zum Beginn der neuen Woche starten die Maispreise am Terminmarkt  im roten Bereich. Die Kontraktpreise für den Augusttermin beendeten den Handel an der MATIF in Paris am Freitag (27.06) mit 172,50 Euro/t und damit 3,5 Euro unter dem Preis der letzten Woche (176,00 Euro). Für den Novemberkontrakt (neue Ernte) gaben die Preise ebenfalls um 3,5 Euro auf 173,25 Euro nach. Am Montag Mittag kostete der August-Mais zum Handelsbeginn an der MATIF 172,25 Euro/t und der November unverändert 173,25 Euro/t.
 
US-Maispreise behauptet
Am US-Terminmarkt in Chicago starten die Maispreise zu Beginn diese Woche vor der Veröffentlichung der neuen Anbau und Bestandszahlen im roten Bereich. In der zweiten Hälft der letzten Woche haben sind die Maispreise in den USA einigermaßen behauptet. Der Julitermin ging am Freitag (27.06) in Chicago mit umgerechnet knapp 128 Euro/t (443 Ct/bu) aus dem Handel und der Septembertermin kostete ebenfalls 128 Euro (447,2 Ct/bu). Die neue Ernte (Dezember) wurde mit 129 Euro (447,2 Ct/bu) gehandelt. Seit Anfang Mai sind die Maispreise in den USA um rund 15 % gefallen. An den US-Exporthäfen (fob-Golf) kostete der Mais am Dienstag (27.06) für die Verladung im Juni 211 USD/t (154 Euro/t) und für den Juli 210 USD/t (154 Euro).
 
Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter marktkompass
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