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Analyse

Mais: Dauerregen in den USA stützt Maispreise

von , am
23.06.2014

In Europa befinden sich die Maispreise derzeit in einer Seitwärtsbewegung. Aus den USA kam hingegen Unterstützung für die Mais

© Mühlhausen/landpixel
In Europa befinden sich die Maispreise derzeit in einer Seitwärtsbewegung. Aus den USA kam hingegen Unterstützung für die Maispreise. Dort lassen die anhaltenden Niederschläge in wichtigen nördlichen Anbaustaaten des Mittelwestens die Befürchtungen über Flächenverluste (Überflutungen) und Ertragseinbußen wachsen. Damit wäre auch die große Mais-Ernte in den USA in Gefahr und die globalen Bilanzen bei Mais und Futtergetreide (Substitution) müssten wohl  neu geschrieben werden.
 
Produktionsausfälle in den USA befürchtet
US-Analysten vergleichen die Situation bereits mit dem Extremjahr 1993 als Dauerregen und Überflutungen die US-Maiserträge um 23 % nach unten drückte (und bei Soja um 13 %). Betroffen sind derzeit ganz besonders die im Norden gelegenen Bundesstaaten Minnesota, Süddakota sowie Teile von Iowa und Wisconsins. Dort stehen die Felder teilweise völlig unter Wasser und auch eine Nachsaat mit Soja ist kaum noch möglich. Außerdem nimmt die Gefahr vor weiteren Überflutungen und Überschwemmungen zu (Mississipi). Das USDA wird in am nächsten Montag (30.06) aktuelle Daten zu den Anbauflächen (Acreage Report) für die neue Ernte sowie neue Daten zu den Beständen liefern. Dann könnte es bei Mais und Soja noch einmal zu deutlichen Preisausschlägen kommen.
 
Maispreise in Europa zuletzt seitwärts
Am europäischen Terminmarkt haben sich die Maispreise im Verlauf der letzten Woche kaum verändert. Zum Handelsstart am Montag Vormittag (23.06) lagen die Preise zunächst ganz leicht im Minus. Die Kontraktpreise für den Augusttermin beendeten den Handel an der MATIF in Paris am Freitag (20.06) mit 176 Euro/t und damit 0,5 Euro unter dem Preis der letzten Woche (176,50 Euro). Für den Novemberkontrakt (neue Ernte) legten die Preise im Wochenverlauf sogar um 2 Euro auf 177,00 Euro zu. Am Montag Mittag kostete der August-Mais zum Handelsbeginn an der MATIF 175,75 Euro/t und der November 176,75 Euro/t und damit bei beiden Terminen etwas weniger als am Freitag.
 
Europäer importierten 14 Mio. t Mais
Die rekordhohen europäischen Mais-Importe schwächen sich zum Ende des Wirtschaftsjahres etwas  ab. In der Woche bis zum 16. Juni lag die Importmenge bei 141.000 t und in der Woche zuvor bei 208.000 t. Insgesamt wurden in diesem Wirtschaftsjahr jedoch schon 13,96 Mio. t Mais aus Drittländern in die EU importiert. Im Vergleich zum bisherigen Rekordjahr 2012/13 (10,59 Mio. t) sind die Einfuhren damit schon 3,36 Mio. t größer. Von den einzelnen EU-Ländern hat Spanien mit 3,99 Mio. t die größte Menge Mais aus Drittländern gekauft. Auf Position zwei der europäischen Importeure stehen die Niederlande mit 3,2 Mio. t, gefolgt von Italien mit 1,77 Mio. t und Portugal mit 1,24 Mio. t. Auf Position 4 unter den größten Maisimporteuren der EU und damit vor Portugal liegt  dezeit Deutschland, mit Importen von 1,3 Mio. t (!!).
 
US-Maispreise behauptet bis fest
Am US-Terminmarkt in Chicago haben die Maispreise letzte Woche ihr Niveau gehalten und für die hinteren Termine sogar leicht zugelegt. Der Julitermin ging am Freitag (20.06) in Chicago mit umgerechnet 131 Euro/t (453 Ct/bu) aus dem Handel und der Septembertermin kostete 130 Euro (448 Ct/bu). Die neue Ernte (Dezember) wurde mit 131 Euro (452 Ct/bu) gehandelt. Seit Anfang Mai haben die Maispreise in den USA uum etwa 15 % oder umgerechnet 21 Euro nachgegeben, dann seit Mitte Juni aber wieder um 3 % zugelegt. An den US-Exporthäfen (fob-Golf) kostete der Mais am Freitag (20.06) knapp 220 USD/t (162 Euro/t).
 
US-Exporte schwächen sich weiter ab
Die laufenden Exportverkäufe von Mais aus den USA schwächten sich weiter ab. Nach den Daten des USDA wurden in der letzten Abrechnungswoche Netto 109.000 t US-Mais ins Ausland verkauft. In der Woche zuvor lag die Netto-Verkaufsmenge bei 409.700 t. Insgesamt summieren sich die US-Maisverkäufe ins Ausland in diesem Wirtschaftsjahr auf 46,66 Mio. t gegenüber 17,55 Mio. t im letzten Jahr zu diesem Termin. Das ist eine Zunahme der US-Ausfuhrmenge um 29,11 Mio. t.
 
Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter marktkompass
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