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Analyse

Mais: Europa braucht den Mais aus der Ukraine

von , am
04.03.2014

Für den Maismarkt könnten die Auswirkungen des aktuellen Konflikts in der Ukraine ähnlich groß sein wie beim Weizen.Die Länder der EU sind im aktuellen Wirtschaftsjahr der drittgrößte Importeur von Mais und die Ukraine deckt etwa zwei Drittel des Bedarfs.

© Schollen/landpixel.de
 
Für den Maismarkt könnten die Auswirkungen des aktuellen Konflikts in der Ukraine ähnlich groß sein wie beim Weizen. Beim Mais ist die Ukraine im laufenden Wirtschaftsjahr 2013/14 zum drittgrößten globalen Exporteur aufgestiegen und hat Argentinien überholt. Besonders für die Europäer ist der Mais aus der Ukraine wichtig. Die Länder der EU sind im aktuellen Wirtschaftsjahr der drittgrößte Importeur von Mais und die Ukraine deckt etwa zwei Drittel des Bedarfs. Am Montag kletterten die Maispreise beim weltgrößten Exporteur USA um 1,5 % nachdem die Kurse bereits am Freitag m um 2,0 % zugelegt hatten. In Europa verteuerte sich Mais am Montag um bis zu 3 %.
 
Maisexport schon zu zu 80 % abgewickelt
Die Ukraine hatte im Jahr 2013 knapp 31 Mio. t Mais geerntet und damit 10 Mio. t mehr als im Jahr zuvor. Gleichzeitig war dies die größte bislang eingebrachte ukrainische Maisernte überhaupt und hat das Land auch an den Exportmärkten deutlich nach vorn gebracht. Der Export für das noch laufende Wirtschaftsjahr wird auf 18,5 Mio. t geschätzt, nach 12,7 Mio. t im letzten Jahr. Das ist die bislang größte Ausfuhrmenge und die Ukraine hat damit zugleich Argentinien (13 Mio. t) als drittgrößten globalen Maisexporteur überholt. Seit dem Beginn des laufenden Wirtschaftsjahres im Juli 2013 bis Anfang März 2014 hat die Ukraine nach eigenen Angaben bereits 15 Mio. t Mais exportiert und damit rund 80 % der insgesamt erwarteten Exporte. Rund 3,5 Mio. t für den Export bestimmter Mais liegen noch in den Lägern und warten auf die Ausfuhr.
 
Anbaurückgang für 2014 und kleinere Ernte
Nicht nur das die derzeitigen politischen Turbulenzen den weiteren Export erschweren. Der starke Verfall der der ukrainischen Währung (seit Mitte Februar 12 %) dürfte den Anbau und Produktion im für die neue Saison ebenfalls erheblich beeinträchtigen. So verteuern sich Saatgut und andere Betriebsmittel wie Dünger, Treibstoff und Energie deutlich. Die bisherigen Schätzungen für die neue ukrainische Maisernte gehen noch ziemlich weit auseinander. Die Analysten von Informa Econmics haben die neue Maisernte 2014 bereits vor dem Ausbruch des aktuellen Konflikts nur noch auf 20 Mio. t geschätzt, nach 31 Mio. t im letzten Jahr. Die erwartetet Anbaufläche ist mit 3,7 Mio. ha über eine Mio. ha kleiner als 2013 (4,8 Mio. ha). Grund für den Produktions- und Anbaurückgang waren zu diesem Zeitpunkt die stark gefallenen Preise bei Mais.
 
Ukraine ist Hauptlieferant für Europa
Die Europäer sind in diesem Wirtschaftsjahr mit geschätzten von 10,5 Mio. t Mais nach Japan (15,5 Mio. t), Mexiko (11,5 Mio. t) und noch vor Südkorea (9,5 Mio. t) der drittgrößte globale Maisexporteur. Die Hauptmenge der Importe kommt seit einigen Jahren aus der Ukraine. Im Jahr 2012/13 lieferte die Ukraine zwei Drittel der gesamten europäischen Importmenge. Nur 17 % der EU-Maisimporte kamen aus Brasilien und 5 % aus Russland. Bis Ende Februar 2014 summieren sich die laufenden Importe von Mais in die Europäische Union auf 8,55 Mio. t. Im Vergleich zum letzten Jahr (7,85 Mio. t) sind die Einfuhren trotz einer deutlich besseren Ernte von rund 65 Mio. t (Vj. 58 ,1 Mio. t) damit um 0,7 Mio. t größer. Im letzten Jahr hatten die EU-Länder bei einer sehr schwachen Ernte insgesamt 11,4 Mio. t Mais importiert.
 
US-Mais seit Januar um 12 % verteuert
Am US-Terminmarkt in Chicago haben die Maispreise sowohl am Freitag (+ 2 %) als auch am Montag (+1,5 %) zugelegt. Der Märztermin ging am Montag (03.04) in Chicago mit umgerechnet 132,75 Euro/t (464,0 Ct/bu) aus dem Handel und der Maitermin kostete 134,61Euro (470,4 Ct/bu). Damit haben die US-Mais-Preise (Maikontrakt) seit Anfang Januar um rund 12 % zugelegt. An den Exporthäfen am Golf kostete US-Mais am Montag rund 230 USD/t (167 Euro) und damit 5 USD/t mehr als vor einer Woche. Vom USDA wurden in der letzten Abrechnungswoche Export-Verkäufe von 841.000 t Mais gemeldet. Damit ist die Exportmenge wieder höher als in der Woche zuvor (691.000 t) jedoch niedriger als vor zwei Wochen (1,27 Mio. t). Insgesamt wurden in diesem Wirtschaftsjahr schon 36,1 Mio. t US-Mais ins Ausland verkauft und damit 21,6 Mio. t mehr als im letzten Jahr zu diesem Zeitpunkt (14,56 Mio. t).
 
Europäische Maispreise steigen ebenfalls
Am europäischen Terminmarkt haben die Maispreise am Montag (03.03) zwischen 3,5 Euro und 5,0 Euro zugelegt. Die Kontraktpreise für den Märztermin beendeten den Handel an der MATIF in Paris mit knapp 173 Euro/t. Für den Junikontrakt lagen die Preise bei 181,75 Euro. In Frankreich bewegten sich die Maispreise am Anfang der Woche im Großhandel bei 170 Euro/t und waren damit 3 bis 5 Euro höher. Fob-Rheinhafen wurde französischer Mais für 182 Euro/t (+2) verladen. Am Großmarkt in Mannheim lagen die Preise diese Woche (ab Station) bei 182 Euro/t bis 184 Euro/t (+2) und fob-Oberrhein bei 185 Euro bis 186 Euro/t (+2) . Am Großmarkt in Hamburg wurde Mais am Montag (03.03) für 193 Euro (+3) angeliefert.
 
Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter marktkompass
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