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Analyse

Mais: In Europa bröckeln die Maispreise weiter

von , am
26.05.2014

Am internationalen Markt konnten sich die Maispreise in der letzten Woche behaupten, während die Kurse in Europa erneut leicht nachgegeben haben.

© Mühlhausen/landpixel
 
Am internationalen Markt konnten sich die Maispreise in der letzten Woche behaupten, während die Kurse in Europa erneut leicht nachgegeben haben. Allerdings ist nicht sicher ob der US-Mais diese Woche nicht doch noch unter Druck gerät. US-Wetterdienste gehen jedenfalls davon aus, dass die Daten für den Aussaatfortschritt in den USA gut sein dürften und damit bärisch für die Preise. Am heutigen Montag ist in den USA jedoch ein Feiertag (Memorial Day), weshalb von dort keine neuen Vorgaben und auch keine neuen Daten zum Aussaatfortschritt bei Mais (erst Dienstag Abend) geben wird. Überraschend stark und damit preisstützend entwickelte sich letzte Woche der Maisexport der USA, während sich der Import der Europäer zum Ende der laufenden Saison kaum abschwächt.
 
EU-hat schon 13 Mio. t Mais importiert
Die europäischen Mais-Importe entwickeln sind letzte Woche nur leicht zurückgegangen. In der Woche bis zum bis zum 21. Mais lag die Importmenge bei 342.000 t und in der Woche zuvor (15. Mai) bei 448.000 t. Insgesamt wurden in diesem Wirtschaftsjahr bereits 13,05 Mio. t Mais in die EU importiert. Im Vergleich zum bisherigen Rekordjahr 2012/13 (9,99 Mio. t) sind die Einfuhren damit schon 3,06 Mio. t größer. Von den einzelnen EU-Ländern hat Spanien mit 3,96 Mio. t die größte Menge Mais aus Drittländern importiert. Auf Position zwei der europäischen Importeure stehen die Niederlande mit 2,91 Mio. t, gefolgt von Italien mit 1,62 Mio. t und Portugal mit 1,16 Mio. t. Auf Position 5 unter den größten Maisimporteuren der EU (aus Drittländern) liegt Deutschland mit Einfuhren von 1,16 Mio. t (!!).
 
Maispreise in Europa bröckeln weiter
Am europäischen Terminmarkt haben die Maispreise im Verlauf der letzten Woche um nochmals um knapp 3 Euro nachgegeben. Die Kontraktpreise für den Junitermin beendeten den Handel an der MATIF in Paris am Freitag (23.05) mit 175,75 Euro/t und damit 3 Euro preiswerter als vor einer Woche (177,50 Euro). Für den Novemberkontrakt (neue Ernte) gaben die Preise im Wochenverlauf um 4,00 Euro auf 179,50 Euro nach. Damit ist die neue europäische Ernte rund 2 Euro teurer wie der aktuelle Mais. Am Montag Vormittag kostete der Juni-Mais zum Handelsbeginn an der MATIF nur noch 175,00 Euro/t und der November rutschte bis auf 179 Euro/t nach unten.
 
US-Exporte laufen weiterhin gut
Die laufenden Exportverkäufe von Mais aus den USA haben trotz des größeren Angebots aus Südamerika wieder zugelegt. Nach den Daten des USDA wurden in der letzten Abrechnungswoche Netto 507.900 t US-Mais ins Ausland verkauft. In der Woche zuvor lag die Netto-Verkaufsmenge bei 343.000 t. Insgesamt summieren sich die US-Maisverkäufe ins Ausland in diesem Wirtschaftsjahr auf 45,02 Mio. t gegenüber 17,19 Mio. t im letzten Jahr zu diesem Termin. Das ist eine Zunahme der US-Ausfuhrmenge um 27,83 Mio. t.
 
Starker Export stützt US-Maispreise
Am US-Terminmarkt in Chicago haben die Maispreise sich letzte Woche behauptet. Der Julitermin ging am Freitag in Chicago mit umgerechnet 138 Euro/t (478 Ct/bu) aus dem Handel und der Septembertermin kostete 137 Euro (475,4 Ct/bu). Die neue Ernte (Dezember) wurde ebenfalls mit 137 Euro (475 Ct/bu) gehandelt. An den US-Exporthäfen (fob-Golf) kostete der Mais am letzten Freitag 221 USD/t (162 Euro/t) angeboten.
 
Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter marktkompass
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