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Analyse

Mais: Europäische Maispreise fallen auf Jahrestief

von , am
02.06.2014

Am Maismarkt haben die Preise in der zum Monatswechsel weiter nachgegeben

© marshi/aboutpixel.de
 
Am Maismarkt haben die Preise zum Monatswechsel weiter nachgegeben. Mit der weiter voranschreitenden Maisaussaat in den USA hat sich der Preisdruck sogar verstärkt. In den USA und an den Exportmärkten sind die Maispreise im Mai um etwa 11 % gefallen. in Europa betrug der Preisabschlag im Mai immerhin 7 % bzw. etwa 13 Euro/t. Zum Beginn der neuen Woche bzw. des neuen Monats fallen die Maispreise in Europa und in den USA weiter. In Chicago liegen die Maispreise im elektronischen vorbörslichen Handel am Montag Vormittg (MEZ) erneut knapp 1 % im Minus.
 
Maispreise geben Anfang Juni weiter nach
Am europäischen Terminmarkt folgen die Maispreise zum Handelsbeginn diesem Trend aus Übersee und geben am Montag sehr deutlich um 1,5 % bzw. rund 3 Euro nach und fallen damit sogar unter den in diesem Jahr tiefsten Stand vom Januar (171 Euro). Die Kassapreise in Europa folgen der Abwärtsbewegung am Terminmarkt. Hauptursache für den Preisdruck sind die sehr guten Ernteprognosen des USDA und Ende letzter Woche des Internationalen Getreiderates (IGC). Beide Institutionen gehen von einer sehr guten globalen Versorgung und deshalb auch einem weiteren Anwachsen der weltweiten Mais-Bestände aus. Dabei sind jedoch die Einschätzung von USDA und IGC zu den europäischen Mais-Importen unterschiedlich. Der IGC geht von einem Rückgang der rekordhohen europäischen Importe von 13,2 Mio. t auf 9,5 Mio. t aus, dass USDA erwartet stabile Einfuhren für die EU.
 
EU-Importe brechen alle Rekorde
Die europäischen Mais-Importe gingen kurz vor dem Monatswechsel leicht zurück. In der Woche bis zum bis zum 27. Mai lag die Importmenge bei 254.000 t und in der Woche zuvor (21. Mai) bei 342.000 t. Insgesamt wurden in diesem Wirtschaftsjahr jedoch bereits 13,3 Mio. t Mais in die EU importiert. Im Vergleich zum bisherigen Rekordjahr 2012/13 (9,99 Mio. t) sind die Einfuhren damit schon 3,31 Mio. t größer. Von den einzelnen EU-Ländern hat Spanien mit 3,97 Mio. t die größte Menge Mais aus Drittländern importiert. Auf Position zwei der europäischen Importeure stehen die Niederlande mit 2,98 Mio. t, gefolgt von Italien mit 1,67 Mio. t und Portugal mit 1,16 Mio. t. Auf Position 5 unter den größten Maisimporteuren der EU (aus Drittländern) liegt Deutschland, mit Drittlandseinfuhren von 1,21 Mio. t (!!).
 
Maispreise in Europa unter Druck
Am europäischen Terminmarkt haben die Maispreise im Verlauf der letzten Woche um nochmals um gut 4 Euro nachgegeben (und im laufen Handel am Montag Vormittag betrug der Abschlag nochmals 3 Euro). Die Kontraktpreise für den Junitermin beendeten den Handel an der MATIF in Paris am Freitag (30.05) mit 173,50 Euro/t und damit etwa 4,0 Euro preiswerter als vor einer Woche (177,50 Euro). Für den Novemberkontrakt (neue Ernte) gaben die Preise im Wochenverlauf um 3,00 Euro auf 176,75 Euro nach. Damit ist die neue europäische Ernte rund 3 Euro teurer wie der aktuelle Mais. Am Montag Vormittag (02.06.) kostete der Juni-Mais zum Handelsbeginn an der MATIF nur noch 170,75 Euro/t und der November rutschte bis auf 175, 25 Euro/t nach unten. Damit fällt der Juni-Preis zudem unter den bisherigen Tiefstand von 2014 (9. Januar: 171 Euro).
 
US-Exporte ziehen sogar noch einmal an
Die laufenden Exportverkäufe von Mais aus den USA haben trotz des größeren Angebots aus Südamerika und der guten Ausfuhren in der Vorwoche nochmals zugelegt. Nach den Daten des USDA wurden in der letzten Abrechnungswoche Netto 621.300 t US-Mais ins Ausland verkauft. In der Woche zuvor lag die Netto-Verkaufsmenge bei 507.800 t. Insgesamt summieren sich die US-Maisverkäufe ins Ausland in diesem Wirtschaftsjahr auf 45,64 Mio. t gegenüber 17,27 Mio. t im letzten Jahr zu diesem Termin. Das ist eine Zunahme der US-Ausfuhrmenge um 28,37 Mio. t.
 
Starker Export reicht nicht zur Preis-Stabilisierung
Am US-Terminmarkt in Chicago haben die Maispreise letzte Woche trotz der anahltend starken Exportverkäufe um 3 % nachgegeben. Der Julitermin ging am Freitag in Chicago mit umgerechnet knapp 135 Euro/t (461 Ct/bu) aus dem Handel und der Septembertermin kostete nur noch 132,5 Euro (453 Ct/bu). Die neue Ernte (Dezember) wurde ebenfalls mit 132 Euro (453 Ct/bu) gehandelt. Seit Anfang Mai haben die Maispreise in den USA um etwa 11 % oder umgerechnet 16 Euro nachgegeben. In der letzten Woche betrug der Preisrückgang je nach Termin umgerechnet zwischen 3 Euro und 4 Euro. An den US-Exporthäfen (fob-Golf) kostete der Mais am Freitag  etwa 217 USD/t (159,5 Euro/t).
 
Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter marktkompass
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