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Analyse

Mais: Kaum Aufwärtspotential für die Maispreise

von , am
11.08.2014

Am europäischen Maismarkt haben sich die Preise Anfang August behauptet.

© Tobias Marx/fotolia
 
Am europäischen Maismarkt haben sich die Preise Anfang August behauptet. Allerdings besteht derzeit nur wenig Aussicht auf eine Preiserholung. Aus den USA werden weiterhin ganz hervorragende Wachstumsbedingungen für die neue Maisernte gemeldet und auch in Europa wurden die Ernteprognosen zuletzt weiter nach oben korrigiert. Auch das reichlich erwartete Angebot an Futterweizen hält die Maispreise unten. Neue Erkenntnisse über die globale und europäische Versorgungslage wird auch beim Mais der neue USDA-Report am Dienstag (12.08) Abend bringen.
 
Europäische Mais-Importe starten sehr früh
Allerdings starten die europäischen Mais-Importe in diesem Wirtschaftsjahr sehr früh und mit überraschend großen Mengen. Das betrifft überraschenderweise auch Deutschland. Dabei dürfte hierzulande und in Frankreich das Angebot an Futterweizen groß sein und zusätzlich auf die Maispreise drücken. Möglichweise erwarteten einige Händler und Importeure im Herbst zudem auch Lieferprobleme der Ukraine und begannen deshalb früher mit dem Import. Außerdem war die Differenz zwischen europäischen Maispreisen und Weltmarktpreisen bis Juli noch relativ groß und hat die Nachfrage angekurbelt Bei anderen großen Importeuren wie etwa China erwarten Analysten ebenfalls eine sehr gute Maisernte und damit keinen zusätzlichen (preisstützenden) Importbedarf.
 
Maispreise in Europa zuletzt seitwärts
Am europäischen Terminmarkt haben sich die Maispreise im Verlauf der ersten Augustwoche behauptet. Für den Novemberkontrakt (neue Ernte) konnte die Preise im Wochenverlauf ihr Niveau bei etwa 154,50 Euro halten. Im Vergleich zum letzten Jahr sind die Maispreise derzeit rund 10 Euro oder 7 % niedriger. Mitte der letzten Woche hatte der Augustkontrakt den Handel bei etwa 164 Euro/t beendet. Am Montag Vormittag (11.08) starteten die Maispreise im vorbörslichen elektronischen Handel in den USA mit einer Seitwärtsbewegung. In Frankreich bewegten sich die Maispreise im Großhandel (fob Bordeaux) am Ende der letzten Woche bei etwa 158 Euro. Am Großmarkt in Mannheim lagen die Maispreise in der vorigen Woche ab südwestd. Station für alterntigen Mais etwa zwischen 173 und 174 Euro.
 
US-Mais ein Drittel billiger als 2013
Am heutigen Montag (11.08) starten die US-Maispreise im elektronischen vorbörslichen Handel zunächst fast unverändert. Im Verlauf der letzten Woche haben sich die Maispreise in den USA ebenfalls behauptet. Der Septembertermin ging am letzten Freitag (08.08) in Chicago mit umgerechnet 103 Euro/t (351,6 Ct/bu) unverändert zur Vorwoche aus dem Handel. Der Dezemberkontrakt wurde mit 107 Euro (363,4 Ct/bu) gehandelt. Im Monat Juli sind die Maispreise in den USA um etwa 16 % oder 20 Euro/t gefallen. Im Vergleich zum letzten Jahr sind die Maispreise in den USA derzeit rund ein Drittel niedriger. An den US-Exporthäfen (fob-Golf) kostete der Mais am Freitag (08.08) für die Verladung im August 196 USD/t (146 Euro/t) und für den Oktober 199 USD/t (149 Euro) und damit eben so viel wie vor einer Woche.
 
Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter marktkompass
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