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Analyse

Mais: Kräftige Korrektur der Maispreise in Europa

von , am
19.05.2014

Am Maismarkt geben die Preise weiter nach.

Die Maispreise folgen momentan dem Trend aus den USA-nämlich abwärts. © Fritz/agrarheute.com
 
Am Maismarkt geben die Preise weiter nach. In Europa und in den USA betrug der Preisabschlag letzte Woche 4 % und auch am heutigen Montag Vormittag stehen die Maispreise unter Druck. Auslöser für die Preisschwäche war neben der sehr guten letzten Ernteprognose des USDA auch der gewaltige Aussaatfortschritt in den USA in der letzten Woche. Bei dem am Montag Abend neuen Bericht über den weiteren Aussaatfortschritt erwarten Analysten einen ähnlich großen Sprung und damit eine Bestätigung der optimistischen Ernteprognose des USDA und auch weiteren Druck auf die Preise.
 
Daten zur Maisaussaat drücken Preise
Letzte Woche haben die Farmer im Mittelwesten der USA einen Riesensprung bei der Maisaussaat gemacht. Bis zum 11. Mai waren  rund 59 % (21,90 Mio. ha) der insgesamt geplanten Maisfläche (37,12 Mio. ha) bestellt. In der Woche zuvor (05. Mai 2014) lag die mit Mais bestellte Fläche erst bei 29 % (10,76 Mio. ha). Damit wurden innerhalb einer Woche gut 11,0 Mio. ha oder knapp ein Drittel der Gesamtfläche mit Mais bestellt. Im letzten Jahr waren bis zum 11. Mai erst 26 % des Mais ausgesät und damit deutlich weniger als 2014. Dagegen lag Aussaatfortschritt im langjährigen Mittel mit 58 % auf dem aktuellen Niveau. Das USDA erwartet die neue Maisernte für die USA bei 353,9 Mio. t, nach dem Rekordwert aus dem letzten Jahr von 353,7 Mio. t (2013).
 
Gute europäische Ernte, trotzdem viel Importe
Die europäische Maisernte wird 2014 nach der Prognose von Strategie Grains größer ausfallen als 2013. Im Mai erwarteten die Analysten, dass die neue europäische Maisernte 2014 mit 65,9 Mio. t das Niveau des Jahres 2013 (64,4 Mio. t) um 1,5 Mio. t oder gut 2 % übertrifft. Die EU-Kommission hatte mit ihrer Schätzung zur europäischen Maisernte Ende April mit 69,2 Mio. t die Prognose von Strategie Grains sehr deutlich übertroffen. Das USDA erwartet die neue Maisernte der Europäischen Union mit 64,6 Mio. t fast ähnlich groß wie im letzten Jahr (2013) mit 64,6 Mio. t und damit ebenfalls kleiner als Kommission. Der europäische Import von Mais könnte nach Einschätzung des USDA bei dieser Erntemenge im nächsten Wirtschaftsjahr 2014/15 die aktuelle Rekordeinfuhr von 13 Mio. t (!!) erneut wiederholen.
 
EU-Maisimporte weiter auf Rekordkurs
Die europäischen Mais-Importe entwickeln sich unverändert stetig. In der Woche bis zum 13. Mai lag die Einfuhrmenge bei 448.000 t. Insgesamt wurden in diesem Wirtschaftsjahr bereits 12,7 Mio. t Mais in die EU importiert. Im Vergleich zum bisherigen Rekordjahr 2012/13 (9,85 Mio. t) sind die Einfuhren damit schon 2,9 Mio. t größer. Von den einzelnen EU-Ländern hat Spanien mit 3,84 Mio. t die größte Menge Mais aus Drittländern importiert. Auf Position zwei der europäischen Importeure stehen bislang die Niederlande mit 2,8 Mio. t, gefolgt von Italien mit 1,6 Mio. t und Portugal mit 1,16 Mio. t. Auf Position 5 unter den größten Maisimporteuren der EU (aus Drittländern) liegt Deutschland mit Einfuhren von 1,1 Mio. t (!!).
 
Maispreise in Europa unter Druck
Am europäischen Terminmarkt haben die Maispreise am Freitag (16.05) für die alte Ernte leicht und für neue Ernte nachgegeben. Auch am heutigen Monat sieht es (im Sog des US-Mais) nach einer weiteren Korrektur aus. Im Verlauf der letzten Woche hatten die Preise um knapp 7 Euro bzw. knapp 4 % nachgegeben. Die Kontraktpreise für den Junitermin beendeten den Handel an der MATIF in Paris am Freitag (16.05) mit 177,50 Euro/t und damit 7 Euro preiswerter wie vor einer Woche (184,25 Euro). Für den Novemberkontrakt (neue Ernte) gaben die Preise im Wochenverlauf um 650 Euro auf 183,50 Euro nach. Damit ist die neue europäische Ernte knapp 6 Euro teurer wie der aktuelle Mais. Am Montag Vormittag kostete der Junitermin an der MATIF nur noch 175,50 Euro/t und der November rutschte bis auf 182 Euro/t nach unten.
 
US-Maispreise erneut schwächer
Am US-Terminmarkt in Chicago haben die Maispreise in Erwartung eines weiteren deutlichen Aussaatfortschritts auch am Freitag weiter nachgegeben und leigen auch am heutigen Montag Vormittag im Minus. Der Julitermin ging am Freitag in Chicago mit einem leichten Abschlag und umgerechnet 137 Euro/t (483,4 Ct/bu) aus dem Handel und der Septembertermin kostete 136 Euro (481,2 Ct/bu). Die neue Ernte (Dezember) wurde mit 135 Euro (476 Ct/bu) gehandelt. Damit haben die US-Mais-Preise letzte Woche um 4 % nachgegeben. An den US-Exporthäfen (fob-Golf) kostete der Mais am letzten Freitag 228 USD/t (166 Euro/t) und der Junitermin wurde für knapp 224 USD/t (164 Euro/t) angeboten.
 
Dr. Olaf Zinke // Redaktionsleiter marktkompass
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